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Einleitung : 

Geschätzte Lenco Sammler/innen und Freunde analoger Audio Technik. 

 

soweit es mein Archiv hergibt - zeige ich hier

Audio Geräte der Lenco AG Burgdorf welche im ehemaligen Hauptwerk der Lenco AG Burgdorf in der Schweiz entwickelt und gebaut, im Zweigwerk Steg (Kt.Wallis) und im Werk Osimo bei Ancona (Italien) in der Zeit zwischen 1946-1978 produziert wurden.

 

Im Kapitel 2 werden Lenco Geräte vorgestellt 

 

der Marke KOMET + ExLibris, die bei der KOMET Radio AG in Mitlödi, Kanton Glarus in der Schweiz produziert und mit Lenco Plattenspielern bestückt wurden. Die allgemein hochwertige Elektronik in diesen Geräten wurde komplett bei KOMET entwickelt, produziert und exklusiv in die für ExLibris vorgesehenen Geräte eingebaut.

 

Das Kapitel 8 beinhaltet einige "nicht klassische Lenco Geräte" welche zwischen 1978-1983 nach dem Konkurs der Lenco Schweiz - bis zur Schliessung der Lenco Italia - durch die Übergangsfirma Lenco Audio AG -  aus Asien zugekauft wurden. 

 

Im Kapitel 11 zweiter Teil finden Sie Lenco Geräte aus den 1980er Jahren, als die Firma Horst Neugebauer aus Lahr - und andere - im Besitz der Lenco Namensrechte waren.

 

Im weiteren werden Lenco Plattenspieler vorgestellt

die den Weg weltweit in Hifi Anlagen anderer Hersteller gefunden haben.   

 

  

Die vorliegende Dokumentation

zur Geschichte der Firma Lenco AG Burgdorf entstammt zu 99% meinen ehemals persönlichen und geschäftlichen Kontakten zur Firma Lenco.

Alle vorhandenen Informationen in dieser Webseite sind Gegenstand meiner langjährigen persönlichen Recherchen und Aufzeichnungen, aus Gesprächen mit ehemaligen Lenco Mitarbeitern, Kennern und Betroffenen.

 

Ein kleiner Teil meiner Info's hat Max. beigetragen, Dipl. Elektroniker, Rainbow Electronic Solothurn. www(.)resus.ch / 1979-1984 Mitarbeiter der Lenco Audio AG.  Danke Max. 

 

Diese Dokumentation unterliegt keinerlei kommerziellen Interessen, sie dient einzig und allein der Information und ist für jedermann kostenlos zugänglich.  

Ohne meine Einwilligung

darf nichts kopiert und/oder im Internet und anderen Medien veröffentlicht werden. Bilder dürfen auch nicht für Auktionen (ebay etc.) oder andere Inserate verwendet werden. Dies gilt sowohl für Gewerbliche Anzeigen wie auch für Privatpersonen. Verstösse werden verfolgt. - Sollten jemand einen Fehler in meinen Aufzeichnungen feststellen, können sich besser informierte Personen gerne - bitte per e-mail - bei mir melden damit eine allfällige  Korrektur erfolgen kann. Ed. A. Flueckiger, Dipl. Elektroniker, Audio Techniker © 1970-2018 by Elacord Electronic Switzerland / Inh. und Admin dieser Webseite,  occaphot-ch.com


Geschichte der Lenco AG Switzerland

Im Jahre 1925 eröffnete in Burgdorf der junge weitsichtige gelernte Elektriker und Fotograf  Fritz Laeng an der Friedeggstrasse sein eigenes Radio und Elektronik Geschäft. In einem Gebäude nebenan wurden neben anderem erste Plattenspieler für Schellack Platten (78rpm) gebaut... und auch gleich im eigenen Geschäft verkauft.

Der 1896 geborene Fritz Laeng war als Elektrotechniker und Visionär von der neu aufkommenden Tontechnik sehr begeistert.

Fritz Laeng fand in seiner zukünftigen Frau Marie Stucki nicht nur eine junge hübsche, sondern auch eine selbstbewusste intelligente und ideale Partnerin. 1929 heirateten die beiden. Marie Laeng-Stucki war ihrem Mann ein Leben lang bis zu ihrem Tod eine grosse Stütze in allen seinen Aktivitäten. Sie war Herz und Seele und in gewissem Sinne auch der treibende Motor der Firma Lenco. Wegen ihrer herzlichen Art wurde SIE von ihren Mitarbeitern Mama Laeng genannt.

 

- Lenco 1946 -1953 siehe Kapitel 11 -

 

Ehepaar Marie und Fritz Laeng

Gründer der Lenco AG Burgdorf / Switzerland

in Erinnerung und Anerkennung an Ihre Leistung und Ihr Lebenswerk

 

Im Jahr 1946 gründeten die beiden ihre Lenco Fabrik für elektronische Geräte. Der erste Betrieb startete in der Friedegg (in Burgdorf).

Als mehr Platz benötigt wurde bezog man in Hasle Rüegsau neue Räumlichkeiten. Später erfolgte ein erneuter Umzug zurück nach Burgdorf. Ein zweites Werk wurde gebaut in Oberburg an der Grenze zu Burgdorf. Den Namen Lenco entwarf Marie Laeng aus einer Abkürzung ihrer Familiennamen.

Lenco = Laeng & Co. Erste Idee war Lanco, aber diesen Namen hatte sich schon ein Uhren Hersteller gesichert.

Nicht weniger fasziniert als Fritz von der neuen Radio und Tontechnik war Marie Laeng. SIE war als Herz und Seele der Firma allseits beliebt, in vielem die treibende Kraft des Unternehmens. Beide erkannten 

durch die zunehmende Verbreitung der Schallplatten welches Potential da drin steckte, also den Bedarf nach guten Plattenspielern. Sie fassten den Entschluss, eine eigene Fabrik zu eröffnen zur Herstellung von  Plattenspielern usw.

 

Fritz Laeng hatte in Burgdorf ebenso noch sein eigenes Radio Geschäft in welchem auch die KOMET-exlibris Geräte angeboten wurden.

 

Herr Rudolf Laeng zeigt auf seiner privaten Webseite ebenfalls interessante Infos aus Familienbesitz zur ehemaligen Lenco AG Burgdorf.

schauen Sie doch mal rein.  www.rlaeng.ch  


Im Dezember 1946 gründeten Marie und Fritz Laeng, zusammen mit dem Radiotechniker Bruno Grütter aus Roggwil (Oberaargau Kt.Bern) die Firma Lenco AG Burgdorf. In den ersten Jahren ab 1947 wurde ein erster Motor konstruiert produziert und als einzelnes Bauteil an den Fachhandel verkauft. Im weiteren produzierte Lenco im Kundenauftrag bis Ende der 1950er Jahre Spritzgussteile für Spielzeuge, Fotoartikel und Haushaltwerkzeuge.

1949 kam der erste moderne komplette HiFi Plattenspieler Mod. F50 in den Handel.

 

Es war nun öfter notwendig die Produktion zu erweitern, weshalb innerhalb vom Standort Burgdorf mehrmals neue Räume bezogen wurden. Als gegen Ende der 1950er Jahre die Nachfrage stetig stieg konnte Lenco die Gebäude der ehemaligen Rasierklingenfabrik "Rasolette" übernehmen. Inzwischen wurde eifrig für exlibris in der Schweiz und für den Export produziert. 

Ehem. Lenco AG Burgdorf. 

Hauptwerk. Hier wurden die Lenco Plattenspieler, noch  von Hand am Reissbrett  entworfen und im eigenen Betrieb produziert.

400 Mitarbeiter/innen waren hier beschäftigt. In den 1970er Jahren kam die Entwicklung und Produktion diverser Cassetten Tape Decks hinzu.

 

 

Lenco Zweigwerk

in Steg Kt. Wallis. Motoren und Trafo Produktion.

150 Mitarbeiter/innen

 

 

 

1958 entwickelt Lenco in Burgdorf das einzige Spulen Tonbandgerät Lenco T30.

Alle 200 produzierten Exemplare sollten in die USA exportiert werden. Leider erlitten alle Geräte auf dem Seeweg durch ein Unglück Totalschaden. Das Projekt wurde eingestellt und nicht weiter verfolgt.

1961 wurde das Zweigwerk in Osimo/Italien gegründet. Die Produktion startete kurz nach Einzug. Lenco übernahm ein bestehendes Fabrikationsgebäude einer ehemaligen Musikinstrumente Fabrik. Die meisten der in Feinmechanik ausgebildeten Mitarbeiter/innen wurden von Lenco gleich weiter beschäftigt.

 

Kurz nach 1961 wurde anscheinend auch eine Tochtergesellschaft Lenco Yugoslavia gegründet... - wie ich in meinen persönlichen leider nur spärlichen Aufzeichnungen festgehalten habe. Aber daraus wurde wahrscheinlich nichts, jedenfalls wurde nie jemals irgendwo bekannt, dass in Jugoslawien Lenco Geräte produziert wurden. Falls jemand dazu genaueres kennt wäre ich interessiert dies zu erfahren um hier zu ergänzen.

 

Eine Kofferfabrik namens EGOB fertigte in den 1960er Jahren für Lenco  Lautsprecher-boxen.  ( Möglicherweise auch Koffern für Plattenspieler ? )

1970 ab diesem Jahr produzierte Lenco in Italien auch div. Modelle Plattenspieler. 

 

1970 konstruierte man bei Lenco Italia das Mini TB, ein mini Kassettenlaufwerk welches unter anderem bis 1979 in die meisten BLAUPUNKT Autoradios eingebaut wurde, jedoch auch in der ersten Computerlaufwerken und Sprach-Labors Anwendung fand. 

 

1972 war der Kassettenwechsler PAC 10 eine weitere Lenco Entwicklung. Das Gerät wurde in die USA exportiert und in Supermärkten, Warenhäuser und Einkaufszentren zur allgemeinen Beschallung, Durchsagen und Hintergrundmusik verwendet.

 

1967-1980 produzierte Lenco Italia auch für viele andere Hersteller  Cassetten-Mechaniken, Laufwerke für Blaupunk, Cassetten-Wechsler, HiFi Cassetten Decks...etc. 

(nicht erst vor dem Konkurs zum Überleben, wie das andernorts behauptet wird)

 

1972 das Cassetten Deck Lenco C-1000 wurde bei Lenco in Italien konstruiert und produziert, in Zusammenarbeit mit HEA Wien. (Lenco Mechanik, HEA Elektronik) Das Gerät war technisch recht gut, wurde bis ca. 1975 produziert, verkaufte sich jedoch eher schlecht wegen seiner ungewohnt komplizierten Bedienung. 

Die späteren Cassetten Deck's C-1102 und C-1202 kamen von SeoUm in SüdKorea. Sie wurden in Italien fertig gebaut und von dort ausgeliefert. Als silberne Variante wurde das Modell C-1102 dann noch speziell für Blaupunkt produziert.

 

1974 konnte in Osimo der eigene neu errichtete Neubau (Bild) bezogen werden. Produziert wurden nun in grösseren Mengen allerlei Plattenspieler, Kassetten Recorder, Abspielgeräte, Wechsler-Mechaniken etc. Lenco Italia beschäftigte jetzt 800 Mitarbeiter/innen.

 

1974 Das Hifi-Cassetten Deck Lenco C-2003 wird im Stammhaus in Burgdorf entwickelt... und im Katalog 1977 präsentiert. 

Eine 100% LENCO Konstruktion und Produktion aufwändig und grundsätzlich in Top Qualität... mit 2 Motoren-Laufwerk, 3 Tonköpfe, Doppel-Capstan Antrieb etc. 

Leider als Top-Lader nicht mehr akzeptiert, denn die Japaner hatten bereits etliche Frontlader im Angebot... niemand wollte mehr die Kassette von oben her einlegen. Zudem waren die Top Lader mit anderen Geräten nicht stapelbar.

Hinzu kam, dass diese eigentlich hochwertigen Geräte trotzdem immer noch technische Mängel aufwiesen. Viele "frassen" das Band aus den Kassetten statt zu wickeln, weshalb viele C-2003 nachträglich "Werk intern" nachbearbeitet werden mussten. Der Konstrukteur drängte auf die Markteinführung weil offenbar klar war, dass man den Zeitpunkt verpasst hatte.  All das behinderte den Erfolg und die Produktion wurde eingestellt.

Hier möchte ich doch noch anfügen dass es auch einige C-2003 Exemplare gab, die nach ein paar technischen Eingriffen einwandfrei funktionierten. Zwei dieser Geräte hatte ich 3 Jahre im Einsatz ohne Probleme. 

 

Dunkle Wolken ziehen auf

27. Aug. 1974  Marie Laeng-Stucki stirbt.

Marie Laeng war Herz und Seele der Firma, jederzeit unermüdlich mit aussergewöhnlicher Begabung an der Führung der Firma Lenco AG mit beteiligt.

Der treibende Motor der Firma ist verstummt. Ein schwerer Verlust, menschlich wie auch für das ganze Unternehmen und ganz offensichtlich für alle ein lange anhaltender Schock.

Es scheint als gäbe es doch Menschen die nicht ersetzbar sind, auch wenn oft behauptet wird  jeder sei ersetzbar - aber Marie Laeng war es nicht.

In diesen Zeiten steckte auch noch die ganze Weltwirtschaft in Schwierigkeiten, die Ölkrise mit Sonntags-Fahrverboten verängstigte die Konsumenten zusätzlich.

 

Eine gewisse Übersättigung des Marktes kam ebenso dazu und all die wirtschaftlichen Ereignisse liessen die Nachfrage nach Luxusprodukten wie Hifi Geräten vorübergehend stark sinken.

Ein weiteres Problem kam aus dem Land der aufgehenden Sonne. Asien überflutete Europa mit einer unüberschaubaren Menge an verschiedenen Plattenspielern aller Hersteller. Viele relativ gut und preiswert. Das reicht jedoch um eine kleine Firma in Schwierigkeiten zu bringen was dann bei LENCO und vielen anderen Produzenten Europas zu massivem Personalabbau führte.

 

7. Nov. 1974

Erste Hinweise deuten darauf, dass auch in Burgdorf die aufkommende Rezession ihre Spuren hinterlässt. Erste Entlassungen werden gemeldet, darunter auch die Lenco AG. 

1974 wurde ebenso auch - nach meinen Recherchen - der Vertrag zwischen Lenco und exlibris beendet.

 

11. Febr. 1976

Fritz Laeng feiert seinen 80. Geburtstag als Inhaber und Gründer der noch florierenden Lenco AG Burgdorf.

 

1976 Im Hauptwerk Burgdorf zerstört eine Gasexplosion Teile der Produktionsräume. Glücklicherweise kommen keine Personen zu Schaden. 

 

28. Februar 1978

Fritz Laeng stirbt. Der visionäre Fabrikant wurde 82 Jahre alt. 

 

1978 noch im selben Jahr richtet Lenco bei der Firma Körting in Passau / Deutschland eine neue Produktionslinie für Plattenspieler ein. Einige Tausend Lenco Plattenspieler werden dort gebaut... aber auch Körting geht es nicht mehr gut. Kurz darauf wird Körting geschlossen, womit auch die dortige Lenco Produktion wieder endet.

 

25. Sept. 1978

Die Lenco AG Burgdorf meldet ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Hauptgrund sind der Dollarkurs und Billigprodukte aus Asien. Die Burgdorfer Behörden bieten ihre Vermittlungs-dienste an.

 

2. Okt. 1978 

Bei der Lenco AG in Burgdorf werden die ersten 60 Mitarbeiter/Innen entlassen. 

Der Untergang beginnt

17. Nov. 1978 Die Lenco AG muss beim Richteramt die Nachlassstundung einreichen. Es werden vier Monate Nachlassstundung gewährt. In dieser viel zu kurzen Zeit konnten jedoch kaum rettende Massnahmen hergezaubert werden.

 

11. April 1979 Im Stadthaus Burgdorf findet die Gläubigerversammlung statt, wobei die Liquidation  der Lenco AG eingeleitet wird. Der Konkurs ist unabwendbar.

 

Sofort wurde als Übergangslösung die Lenco Audio AG gegründet um vorübergehend den Kunden Service aufrecht zu erhalten. Ihre Aufgabe war die Sicherstellung von Reparatur und Garantie-Service und Kundenbetreuung für bestehende verkaufte Lenco Geräte.

Unter der Leitung der Lenco Audio AG wurden nur noch angefangene Projekte fertiggestellt, Zubehör wie Lencoclean Lencobrush, Lencosweep, Lencolamp und Lencofix produziert und Hifi Komponenten aus Asien ins Programm genommen. (siehe weiter unten)

 

Unter der Obhut der Lenco Audio AG - durften offene Aufträge zu Ende geführt werden.

Durch die Lenco Audio AG wurden dann noch folgende Geräte in den Handel gebracht...

die alle aus dem Liquidationslager (Konkursmasse) der Lenco AG erworben wurden.

Plattenspieler Modelle L-830DD / L833DD, L-744DD und die L133 / L143... L236 / L246 / L247

und auch die Receiver R-600, Verstärker A-600, Tuner T-600, die Cassetten Decks 1102+1202.  (alle made by SeoUM Südkorea)

Zur Firma WANGINE Taiwan hatte die Lenco AG nie eine geschäftliche Beziehung.

 

Neu ins Programm genommen wurde 1981-1983

durch die Lenco Audio AG folgende Geräte:

LA-5000, LT-5000, LC-5000.... dann das LCP 1010 ein Billig Cass. Walkman.

...und die Plattenspieler LRP-5250 (manuell) LRP-5350 (Halbautomat) LRP-5450 (Vollautomat) ..mit Riemenantrieb.  1982 die Direct-Drive Mod. Lenco LRP-5550DD + Lenco LRP-5650 DD.

Die kamen alle aus dem Hause Garrard England. Produziert in Japan. 

1980 wurde die Lenco AG Burgdorf definitiv geschlossen.

Lenco Italia hatte ab 1980 eine eigene Produktionslinie die vorwiegend in Italien verkauft wurde. Aber auch das half nicht zum überleben.

Nach der Auflösung der Lenco Italia - wurde durch die Lenco Audio AG auch eine grosse Menge Material, Werkzeuge und Produktionsmaschinen aus der Liquidationsmasse der Lenco Italia erworben.

 

1984 besucht Horst Neugebauer aus Lahr /DE öfter die Lenco Audio AG. Er kauft später - nach dem erlöschen der gesamten Lenco - als erster die Lenco Namensrechte.

 

Das Werk in Osimo bei Ancona/Italien

1978 wurde Lenco Italiana S.p.A. selbständig. Produktion und Vertrieb liefen vorläufig weiter.

1980 mit eigener Produktelinie, die vorwiegend in Italien verkauft wurde. Verschiedene Plattenspieler Modelle wurden - aus bestehenden Beständen neu kreiert. So entstanden viele Varianten der bereits bekannten Lenco Plattendrehern.

 

Aus Asien wurden diverse "Hifi Geräte" zugekauft welche die Firma auch nicht weiter brachten. Die Mitarbeiter bangten nicht ohne Grund um ihre Anstellung. Das richtige Management fehlte. So lief dieser Betrieb leider auch nur noch wenige Jahre, bis 1983 die endgültige Schliessung erfolgte. Später wurde auch die Lenco Audio AG in der Schweiz wieder aufgelöst.

Schon in den 1970er Jahren, bevor sich der Konkurs abzeichnete kaufte Lenco Elektronik in Asien ein, teilweise mit wenig Erfolg. So weiss ich aus verlässlicher Quelle von ehemaligen Mitarbeitern, dass damals bei ganzen Lieferungen aus Asien die Elektronik Bauteile im Gerät nicht verbunden waren und deshalb im Lenco Werk - vor Auslieferung noch verlötet werden mussten, (teilweise ohne Schaltpläne etc.) da dies in Korea 'ganz einfach vergessen' wurde... was zeigt dass auch keinerlei Endprüfungen vorgenommen wurden. Geräte wie Tuner Verstärker Receiver...A50 / T30 / R25 / R50 / A600 / T600 / R600 usw. wurden alle von SeoUm Electronic Korea produziert. 

Das Institut für Industrie und Wirtschaft in Osimo wurde im Jahre 2010 zu Ehren der ehemaligen Lenco Fabrik und Ihrer Inhaber umgetauft in:  Istituto Maria Laeng.


Bis zum bitteren Ende der Lenco Schweiz im Jahre 1978 war die KOMET Radio AG in Mitlödi, (Kt./GL) ein langjähriger Partner von Lenco. 

Die einzige kaum bekannte Elektronik und Radiofabrik im Kanton Glarus.

 

erfahren Sie mehr

über die KOMET Radio AG 

 ...klicken Sie auf das KOMET Logo 



 

Bei LENCO entworfen und gebaut wurden neben Plattenspielern in unzähligen Variationen auch sogenannte Stereo Music-Center, Kombigeräte mit eingebautem Verstärker und Plattenspieler wie die L350, L500, L750, L900, L930... Studio 3040 ...L3000, 3500, 3600, L8000..L9000 usw.

 

Bei allen von der KOMET Radio AG produzierten Modelle für ExLibris war jeweils ein Plattenspieler von Lenco eingebaut.  Die unter dem Label Komet und exLibris verkauften Geräte enthielten Elektronik Elemente, die bei der Komet Radio AG in Mitlödi Kt. Glarus produziert wurden. Diese Komponenten waren gegenüber Bauteilen anderer Hersteller oft qualitativ hochwertiger. 

Auch Geräte zum Empfang des Schweizer Telefonrundspruchs wurden angeboten. Die Elektronik dieser HF-TR Geräte produzierte die spezialisierte Fa. Velectra S.A. in Biel (CH)

 

Lenco Lautsprecher wurden die meisten im Werk Steg (Kt.Wallis) und in Osimo Italien produziert und gebaut, teilweise zugekauft, meist von Deutschen Herstellern.

 

Kaum jemand weiss dass einige Lenco Boxen für ExLibris bei Willi Studer (Revox) in Löffingen/DE produziert wurden, so z. B. alle Boxen mit der Bezeichnung Studio.

Baugleiche Boxen lieferte STUDER an die MIGROS (MEL-60 / melectronic Studio 140 u.ä.) Das war die Zeit als es der Fa. Revox leider auch nicht mehr so gut ging, jeder Auftrag war willkommen um die Arbeiter zu beschäftigen. Willi Studer tat jeweils alles damit er keine Mitarbeiter entlassen musste. 

 

Bei älteren Lenco Musik Center bis Studio 9000, alle mit Plattenspieler B55, L75, L78 

stammt die komplette Elektronik aus der Produktion der Firma HEA in Wien. Diese LENCO Kombigeräte wurden in Zusammenarbeit mit HEA produziert und parallel zu Lenco auch unter dem Namen HEA Studio verkauft. Auch die Firma KAPSCH in Wien verkaufte diese Lenco Stereo Center unter ihrem eigenen Namen. In England wurden einige dieser Kombigeräte von Goldring verkauft... wie z.B. Studio 8000 etc.

 

Die Musik Center Lenco L3000 / L3500 / L3600 / L4000 (1975-77) mit dem Plattenspieler L65+L84 hatten die Elektronik definitiv nicht mehr von HEA. Wahrscheinlich zugekaufte Bausteine, möglicherweise von Schneider oder HWD Deutschland. Zu beiden Firmen pflegte Lenco eine längere Geschäftsbeziehung.

Die Elektronik der Lenco L4000 besteht aus modularen Baugruppen, alle Module sind in deutsch beschriftet und Schneider hatte eine mit der Lenco L4000 identische Anlage im Programm. - Ganz anders die Lenco L3500 deren Innenleben eindeutig asiatische Züge aufweist. ( mal schauen was weitere Recherchen ergeben ?)

 

Frühe Lenco Geräte wurden in Oesterreich auch unter dem Label Donauland angeboten. Donauland Schallplatten Club in Österreich, etwa vergleichbar mit Ex Libris in der Schweiz.   

Plattenspieler L75 + L78 mit S-Tonarm wurden ausschliesslich in Italien gebaut.

Besonderes Merkmal der S+SE Modelle: sie haben nur 3 Geschwindigkeiten. (16rpm fehlt weil Sprachplatten nicht mehr aktuell waren)

Man erkennt die Lenco Plattenspieler aus italienischer Produktion leicht

am Schriftzug LENCO of Switzerland = made in Italy. - Original hatten die Geräte aus Italien auch immer den feingerippten Plattenteller Gummi.

In der Schweiz hergestellte tragen die Bezeichnung Lenco made in Switzerland 

 

Richtigstellungen

Lenco war nie eine Handelsmarke der MIGROS.

Das im Internet weit verbreitete Gerücht, Lenco sei in den 1980er Jahren nur noch eine Handelsmarke des Grossverteilers MIGROS Schweiz gewesen ist komplett falsch.

 

1. Lenco war nie eine Handelsmarke der MIGROS und erst nicht in den 1980er Jahren 

denn... die Fa. Lenco AG in der Schweiz existierte da gar nicht mehr. (Konkurs 1978/79)

 

2. weil der Markenname Lenco bereits 1984 an die Fa. Horst Neugebauer in Lahr/DE veräussert war.  

 

3. Die MIGROS verkaufte Lenco Geräte - indirekt - seit den 1950er Jahren bis 1980 über ihre Tochter Firma ExLibris. ( Buch und Schallplatten Club / Grammo Club ExLibris)

 

ExLibris ist nach wie vor

ein 100% Tochter-Unternehmen der MIGROS und der grösste Schweizer online-Versand Händler für Schallplatten, Videospiele, Bücher, DVD etc. Seit 2017 wurden viele Läden geschlossen - es gibt nur noch wenige - der Handel läuft grossteils online.

 

Richtig ist 

dass die Lenco Plattenspieler bis zum Ende der Firma Lenco in der Schweiz exklusiv über den Buch und Schallplatten Club ExLibris verkauft wurden, gemäss einem Vertrag den die Lenco-Gründer Marie und Fritz Laeng mit Ex Libris abgeschlossen hatten 

Alle von exlibris verkauften Lenco Geräte liefen unter dem Label exlibris, KOMET exlibris  und ExLibris-Grammo-Club

Mit dem Konkurs der Lenco AG stellte auch die Komet Radio AG die Produktion von Unterhaltungs Elektronik ein).  

Ausserhalb der Schweiz 

wurden alle Lenco Plattenspieler ganz normal unter dem Markennahmen Lenco verkauft. 

 

Falsch ist ebenfalls folgende Behauptung

Die Rank Gruppe war nie Eigentümer von Lenco. (wie es einige behaupten)

Die RANK Organisation hatte nur das exklusive Lenco Vertriebsrecht für Deutschland und Nordeuropa. (RANK-Arena Vertriebsbüro Hamburg)

So hatte RANK-Arena auf dem preiswertesten Weg Zugang zu den Lenco Plattenspielern, weshalb man diese selbstverständlich in den 1970er Jahren auch in die eigenen Musikanlagen einbaute. ( bis 1975 die Produktion RANK Arena in DK geschlossen wurde )

  

Lenco und der Radio-TV Fachhandel in der Schweiz

Fachhändler verkauften die Lenco Player unter dem Namen APCO. Die Geräte wurden über den Grossimporteur und Fachhandels Lieferanten Apco AG Zürich an den Fachhandel geliefert. Lenco versah alle Plattenspieler mit dem Label Apco... die Elektronik wurde bei der KOMET Radio AG produziert.    ( so wurde  der Lenco L75 zum Apco A75 usw.)

 

Dass TESLA für Lenco Burgdorf produzierte ist falsch.

Die LENCO AG in Burgdorf liess nie bei Tesla produzieren... alle Lenco Plattenspieler wurden in den eigenen Werken in der Schweiz und Italien produziert. 

Erst nach dem Konkurs der Lenco Schweiz wurden durch die Lenco Audio AG neue Plattenspieler bei Garrard in England geordert.

 

Aus TESLA Produktion (später SEV Litovel/CZ) wurden erst nach der kompletten Auflösung aller Lenco Betriebe zwischen 1984-1990 von den neuen Besitzern der Lenco Namensrechte und anderen Firmen durch Lizenzvergabe, Plattenspieler Modelle aus der Produktion der Tesla/SEV Litovel ins Programm genommen.

So die Mod. Lenco L800..=Tesla NC470..   Lenco L430.. / L450.. =Tesla NC450.. 

Lenco L435 =Tesla NC580/HC58.. - (meist orig. Tesla Modelle mit geänderter Bezeichnung, wie sie auch an NAD und andere geliefert wurden)

 

Geschäftliche Beziehungen bestanden in Europa zu Goldring, Dynatron, Portogram, LEAK, Goodmans und GARRARD in England (die verkauften im Königreich auch LENCO Geräte und liessen welche bei Lenco produzieren)...

In den USA waren es vorwiegend die Fa. David Bogen in New York, Benjamin Electronic und Apollo Electric. ( und einige kleinere Unternehmen die von BOGEN beliefert wurden)

 

Ein langjähriger Geschäftspartner waren die HEA Werke in Wien.

HEA =  Houben Elektro Akustik, und Kapsch Elektronik ebenfalls in Wien.

Ein guter Lenco Kunde war in Oesterrich der Buch und Schallplatten Club "Donauland". (ähnlich wie exLibris Schweiz)

Wie oben bereits erwähnt bestand eine enge Zusammenarbeit mit der Komet Radio AG in Mitlödi Kt. Glarus. Die Komet Radio AG produzierte hochwertige Elektronik-Komponenten zu den Geräten die via exlibris und Apco AG verkauft wurden.

 

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Im Jahre 1967 kam der heute noch legendäre Plattenspieler LENCO L-75 auf den Markt, der meistverkaufte aller Lenco Modelle. Zusammen mit Modellen anderer Hersteller führte er einige Jahre die Liga der Plattenspieler an.

Der L75 ist - wenn richtig gewartet - ein super Plattendreher...

aber echt kein potentieller Studio-Plattenspieler ...auch wenn ihn manche Vertriebs-Organisationen in ihren Prospekten früher als Studiogerät betitelten.

(aber für den Studio Dauerstress müsste er schwerer und stabiler gebaut sein)

...dennoch war dieser doch eher filigran gebaute L75 teilweise auch in diversen Radio- und Tonstudios zu finden. - auch in den Abbey Road Studios in London waren die L75 einige Zeit vertreten. 

 

...In den unzähligen Discotheken und Tanzstudios die damals wie Pilze aus dem Boden schossen war der Lenco L75 Dauergast und absolute Spitze als beinahe unverwüstliches präzises Arbeitstier, nur mit ihm konnte die Geschwindigkeit stufenlos geregelt werden... und nach Verschleiss war er ohne viel Aufwand und finanzielle Investition zu ersetzen. 

 

Genau das was alle wollten und deshalb war der L75 genau das Richtige... 

Ein Gerät wie den Lenco L75 gab es von keinem anderen Hersteller.

 

Sein Teller ist 4Kg schwer, Ø 312mm, ausgerüstet mit einem - wenn gepflegt präzisen Tonarm (auch hier gibt es andere Meinungen) mit schraubbarer Wechsel-System-Halterung inkl. hochwertigem SHURE Tonabnehmer-systemen damals ein MUSS für jeden Schallplattenfreund.

 

 

Manch einer meckerte dass die Schrauben in der Head-Shell beim häufigen Magnetsystem-Wechsel nicht lange halten würden. (logisch wenn man an diesen "mikro-Dingern" dauernd rumschraubt. ...ist bei anderen genauso)

Die lieben Leute hatten das System leider einfach nicht begriffen !   

Die Wechsel-Halterung ist dazu da, dass man unterschiedliche Abtastsysteme auf verschiedene Tonkopf-Halterungen montiert... und bei Bedarf sind die in Sekunden leicht zu wechseln. - Zudem muss jedes Abtastsystem nur einmal richtig in der Shell justiert werden ...pasta. Man kaufte halt eben 2-3 verschiedene der Alu Head-Shells. So werden zusätzlich die Magnet-Systeme vor mechanischer Beschädigung geschützt. (später war dies bei allen Jap. Herstellern genauso).

Lenco war diesbezüglich anderen doch etwas voraus (?) 

 

Rationale Produktionsmethoden und ein Top Management führten - zumindest in diesen Jahren - die Firma weiter nach oben. Um der stetigen Nachfrage gerecht zu werden wurde Anfang der 1970er Jahre eine weitere Produktionsstätte gegründet, im Rhonetal in dem kleinen Ort Steg (Kanton Wallis), nahe der Grenze zu Italien. Auch viele Frauen aus dem benachbarten Domodossola (Italien) fanden hier nun einen Arbeitsplatz. 

In guten Zeiten betrug die gesamte Belegschaft der Lenco AG gut und gerne um die 1200 Mitarbeiter/Innen. LENCO produzierte in allen drei Werken (Burgdorf/Steg/Osimo) Plattenspieler und Zubehör für die ganze Welt und exportierte in den 1960er/70er Jahren in über 80 Länder der Erde. 

Die von selbsternannten "Hifi-Besserwissern" ins Internet gesetzten Behauptungen, Lenco sei kaum bekannt gewesen, wird auch durch diese Tatsache eliminiert.

Solche Aussagen sind sowieso absoluter Quatsch. 

  

Lenco verkaufte bereits ab 1952 zig Tausende Plattenspieler nach USA Canada Australien und in ganz Europa. Der Markt in Frankreich wurde über die Firma Jaques Barthé in Paris bedient, einer der ganz grossen der Branche in Frankreich..

Geliefert wurde an: die Firma David Bogen, Apollo Electronic und einige andere in den USA. In England an Goldring, Goodmans, LEAK, Grant, Portogram... und sogar für SONY Japan wurde 1967 der B55 in einer Sonderversion produziert.  

 

Der 1953 vom Ehepaar Laeng mit exlibris abgeschlossene Exklusivvertrag brachte LENCO auch Beschränkungen. Er beinhaltete eine spezielle Klausel, wonach LENCO Plattenspieler in der Schweiz exklusiv nur über exlibris vertrieben werden durften.  

Trotz Interesse verweigerten daraufhin die Schweizer Fachhändler den Verkauf von Lenco Produkten weil exlibris zum Grossverteiler MIGROS gehörte. 

LENCO brauchte jedoch auch den Radio-TV-Fachhandel...

Die Firma APCO (Apparate Companie, Importeur und Generalvertrieb) in Zürich übernahm "den Fall"... und fungierte als Lieferant für den Schweizer Fachhandel. Alle Lenco wurden vom RTV Handel nun einfach mit dem Label APCO verkauft (Lenco L75 = APCO A75 etc.)

 

Deutschland und Frankreich waren der grösste Absatzmarkt in Europa und weitere 80 Länder weltweit. ( auch dazu kursieren diverse falsche Behauptungen in Internet Foren )

 

Den Vertrieb für Deutschland übernahm um 1961/62 die Firma H.ROSS & Co.GmbH in Frankfurt/M. Später Interphone GmbH / Frankfurt a.M.,

ab 1972 die Englisch/Dänische RANK Gruppe, Produzent und Vertriebsorganisation (später RANK-ARENA). Die RANK Gruppe managte über ihr Verkaufsbüro in Hamburg den Vertrieb der Lenco Plattenspieler für ganz West-Deutschland und Skandinavien. Gleichzeitig lieferte LENCO auch Einzel-Chassis für den Einbau in die von RANK-ARENA gebauten Compact-Stereo-Center. 

Der Unterschied... Lenco... KOMET... exlibris... Geräte

Die Kombi-Geräte welche von exlibris vertrieben wurden trugen den Namen KOMET oder exlibris Komet und hatten eine sehr hochwertige Elektronik welche von der KOMET Radio AG im Kt.Glarus produziert wurde.... 

Wohingegen die Lenco Anlagen L600 - L500 - L750 - L900 -L950 bis zum Studio 9000.. alle die Elektronik der Firma HEA in Wien beinhalten. 

Wahrscheinlich wurden von Lenco auch Kunden ohne off. Radio-TV Laden direkt beliefert. Jedenfalls konnte ich (als reiner Produzent ohne Verkaufsladen) bis 1976/77 Plattenspieler und Zubehörteile für die Produktion meiner Discothek Anlagen bei Lenco Burgdorf beziehen (direkt ab Rampe abholen). 

Im selben Jahr wurde im Werk Italien der L-76 und L-76S produziert, ein leicht modifizierter L-78 in schwarz... der L-76S mit jap. S-Arm von Jelco. 

 

Der fatale Fehler    ...oder wirtschaftlicher Suizid ?

Schon zu Beginn der 1970er Jahre arbeiteten Ingenieure bei LENCO an der Entwicklung eines Direktantriebs. In Ihren Augen war dies die ZUKUNFT der Lenco Plattenspieler.  

Der Ing. E. Langenbacher entwickelte den ersten Lenco Direct-Drive Motor welcher 1976 als ausgereiftes Modell vorlag, doch die Geschäftsleitung verweigerte die Markteinführung... aus welchem Grund ist (jedenfalls mir) nicht bekannt. War ihnen der Motor nicht gut genug ?

 

Die ersten Direkt Drive Motoren ( auch die aus Japan ) hatten alle ein Rumpelproblem das es zu lösen galt. Vielleicht lag dort der Grund der Ablehnung. ?

Jedenfalls wollte die Geschäftsleitung nichts von Direct Drive wissen und an ihren 'traditionellen' Reibrad-Playern festhalten... die ihnen jahrelang den Erfolg bescherten. 

Der neu entwickelte Lenco Direct Drive Motor stand 1975/76 einsatzbereit zur Verfügung. Doch aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen war die Geschäftsleitung offenbar der Meinung dass der Direct Drive Plattenspieler keine Zukunft habe, weshalb das Lenco Patent für den DD Motor verkauft wurde ?( vielleicht waren es auch finanzielle Gründe ?)

Ein fataler Fehler der wahrscheinlich den Untergang der Firma zusätzlich beschleunigte... und die Frage taucht auf, hätte die Firma vielleicht noch gerettet werden können, hätte man sofort reagiert und die Voraussicht der Ingenieure befolgt. ? wir wissen es nicht. (die ab 1980 einsetzende "Hi-Fi Krise" war auch schon leicht absehbar). 

 

 

1977 präsentierte Lenco dann doch noch ihre beiden neu entwickelten 

Direct Drive Modelle L744DD / L833DD / L830DD. Entwickelt und gebaut bei LENCO in der Schweiz, doch der DD-Motor stammte nun von Matsushita (Panasonic) Japan. In nur geringen Stückzahlen wurden diese Modelle noch gebaut... aber noch im selben Jahr kreiste der Pleitegeier über Lenco. ( Konkurs 1977/78 )

Die Restbestände aus der Konkursmasse (Liquidationslager) wurden durch die Lenco Audio AG noch in den Handel gebracht.

Heute sind die L744DD / 833DD gefragte Oldies und Sammlerstücke. 

  

Lenco kommt in fremde Hände 

Ab Mitte der 1970er Jahren überschwemmten die Hersteller in Asien den Weltmarkt mit einer unüberschaubaren Menge von Direct Drive Plattenspielern... neben dem schon viel zu grossen Angebot an Riemen getriebenen.

LENCO hätte ebenso die ersten Plattenspieler mit Direktantrieb in grosser Zahl plazieren können...  wenn man rasch genug reagiert hätte... aber offensichtlich fehlten visionäre Entscheidungsträger wie Fritz und Marie Laeng es gewesen waren.

LENCO erholte sich von der Ende der 1970er Jahre einsetzenden Hifi-Krise nicht und musste im Jahre 1978 Konkurs anmelden... siehe Infos weiter oben.

Die Lenco AG Burgdorf wurde 1980 geschlossen, nachdem das Konkursverfahren abgeschlossen war.

 

Das Lenco Werk in Osimo bei Ancona (Italien) wurde ab diesem Zeitpunkt als eigenständige Firma "Lenco Italia" weitergeführt und produzierte weiterhin Plattenspieler... lancierte neue aus Asien zugekaufte Produkte, Verstärker, Tuner etc. und versuchte sich über Wasser zu halten.

Das ging drei Jahre mehr schlecht als recht bis 1983 auch die Lenco Italia geschlossen werden musste und der Name Lenco eine Weile verstummte. Später wurde auch die Lenco Audio AG ebenfalls geschlossen.

Gemäss Handelsregister muss es in Burgdorf nach der Lenco Audio AG noch eine  "wahrscheinlich als weiterer Retter fungierende" Firma Lenco Systems AG gegeben haben... die jedoch gem. Handelsregister auch wieder aufgelöst wurde. ( das ist noch nicht 100% klar... wird noch recherchiert )

 

Lenco und die neuen Besitzer  (ab 1984) 

Die Firma Horst Neugebauer KG in Lahr (DE) übernahm nach der vollständigen Schliessung der Lenco Fabriken den Markennamen LENCO und verkaufte unter diesem Label ein paar Jahre jede Menge Elektronik-Produkte... die mit den ehemaligen Lenco's überhaupt nichts gemeinsam hatten... alles bunt gemsicht, gesamthaft gesehen jedoch mit nur mässigem Erfolg.

Neugebauer verkaufte die Lenco Namenrechte auch an andere Hersteller, woraus - eine gewisse Zeit lang -  ein buntes Durcheinander verschiedener "Lenco" Produkte resultierte.

Unter der Firma Neugebauer wurden - mehr oder wenuger erfolgreich - allerlei Geräte mit dem Namen Lenco angepriesen.

Die Fa. Horst Neugebauer KG wurde am 30.4.2007 aus dem Handelsregister gelöscht... zwischenzeitlich auch alle Firmen die irgendwie was mit Lenco zu tun hatten, wie die wie Lenco Electronics GmbH usw. 

 

Otto Versand Hamburg erwarb UHER Namen-Lizenzen und liess die UHER Reference 1 in Asien bauen (baugleiche Modelle wie die Lenco Acoustic Research Serie), und dies noch bevor Harman eine UHER Lizenz besass. - Auch Conrad Electronic bot baugleiche Geräte an. - Die gleichen Geräte findet man ebenso auch mit dem Label PHILIPS, HanTor ..LIVE usw.  Spätere von Harman verkaufte UHER Geräte wurden bei Harman Deutschland entwickelt und in Asien gebaut. 

INKEL Korea war auch Lieferant für verschiedene Hifi Komponenten. (die produzierten baugleiches auch für die Marken Uher/Philips/Palladium usw.

Baugleiche Modelle gab es so unter dem Namen Palladium bei Neckermann.

UNIVERSUM Geräte - ehemals Versandhaus QUELLE in Fürth - kamen aus SüdKorea von HanTOR,  SeoUM und GoldStar.... so z.B. die Universum Hifi-Dynamic Serie.

Der Industrie Konzern LOTTE mit ca. 60'000 Mitarbeitern und grossen Produktions- Werken in SüdKorea war bei der Produktion dieser Geräte ebenfalls stark beteiligt. 

 

 

Die letzte erfolgreiche Übernahme

wurde im Jahre 1992 vorgenommen

durch die STL Group BV in Venlo Niederlande, mit über dreissig Jahren Erfahrung in der Unterhaltungselektronik. STL übernahm die gesamten Aktivitäten der Firma Lenco und ebenso auch den Markennamen Lenco.

So wurde der Name Lenco wieder erfolgreich.

 

Heute finden wir "die neuen" Lenco an der Adresse:

 

LENCO Benelux BV   ( lenco.com  /  lenco.eu  /  lenco.de )

Thermiekstraat 1a

6361 HB Nuth

The Netherlans