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1943 Der Maschinenbau Ingenieur Bertold Suhner aus Herisau (Kt. Appenzell AR) war ein Multitalent und Freund von Willi Studer. Beide hatten gemeinsame technische Interessen.

Bertold Suhner war nicht nur Chef sondern auch Sportler, Maler, Organist, Alpinist, Skifahrer und er befasste sich intensiv mit Naturwissenschaften.

1943 gründete er gemeinsam mit Willi Studer die Firma Metrohm AG in Herisau.

( die heute weltweit führende Frima im Bereich Elektrochemische Messtechnik ).

Ziel der Metrohm AG war die Herstellung verschiedener Messgeräte für die Pharmaindustrie und Hochfrequenztechnik. Willi Studer konstruierte einige erfolgreiche Messgeräte.

 

1947 Die Wirtschaft schwächelte nach wie vor und Bertold Suhner beschloss die Firma zu reorganisieren um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Genau zu diesem Zeitpunkt erhielt Willi Studer von der Basler Firma Haefely den Auftrag zum Bau von 30 Hochfrequenz Spezial-Oszillographen für Hochspannungsprüffelder. Auf keinen Fall wollte sich Willi Studer diesen Auftrag entgehen lassen.

Freund Suhner war wenig begeistert, ja er lehnte dies sogar ab. Das Auftragsvolumen hätte grosse Investitionen erfordert und möglicherweise auch einen Bankkredit, was Suhner strickte ablehnte.

 

Obwohl Studer grundsätzlich auch nicht von Banken abhängig sein wollte kam für ihn eine Ablehnung dieses Auftrages nicht in Frage. ...den Begriff "aufgeben" gab es in Willi Studers Wortschatz nicht.

In dieser Sache fanden die beiden Freunde nun keine Einigung. Sie beschlossen deshalb einvernehmlich ihre geschäftliche Zusammenarbeit zu beenden. Beide waren der Meinung dass auf diese Weise jeder seinen persönlichen Interessen nachgehen könne. ( Die beiden blieben zeitlebens Freunde ).

Herbst 1947

Willi Studer beginnt mit den Vorbereitungen zum Bau der von der Fa. Haefely in Auftrag gegebenen 30 Spezial Oszillographen, wozu ihm Bertold Suhner in der Metrohm AG noch eine Weile Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, bis er ein eigenes Lokal gefunden hat.

 

1948 Willi Studer findet bald darauf neue Räumlichkeiten

und siedelt seine Firma um nach Neu-Affoltern (Zürich). Die Gründung seiner neuen Firma, die "Willi Studer Fabrik für elektronische Apparate" wird am 5. Januar 1948 ins Register eingetragen. In den neuen Räumlichkeiten wurden als erstes die bestellten Oszillographen gebaut, was Willi Studer hervorragend gelang. Der Neu-Start war geglückt.

 

Bereits im Jahre 1946 brachte die Amerikanische Brush Development Company ein erstes Magnettonbandgerät Namens SOUNDMIRROR in den Handel. 

1948 gründet ein weiterer Freund Studer's, der Zürcher Zahnarzt Dr. Hans Caspar, der auch als Kaufmann tätig war die Firma Traco Trading Co. Ltd. und importiert aus den USA einige Exemplare des SOUNDMIRROR.

 

1949 Obwohl Willi Studer bisher nie daran gedacht hatte Tonbandgeräte zu entwickeln befasste er sich dennoch eingehend mit deren Technik.

Willi Studer, der nie eine Hochschule absolvierte, nie ein Diplom erworben und sich alle seine hervorragenden Kenntnisse und Fähigkeiten als Autodidakt selbst beigebracht hat war nun auch Dozent und Ausbildner an der Zürcher Gewerbe- und Berufsschule. Er war Referent zum Thema Tonbandtechnik und bildete Elektriker zu Elektronikern aus, an der Abendschule für Erwachsene. 

Die von Dr. Caspar importierten Tonbandgeräte "Soundmirror Recorder" waren ungeeignet für das Europäische Stromnetz, weil nur für 110 Volt ausgelegt, was Caspar nicht bedachte. Zudem waren sie qualitativ dermassen schlecht verarbeitet dass sie unverkäuflich schienen. So lagerten die Geräte im Keller bei Dr. Hans Caspar.  

Anmerkung:

Erste Prototypen gab es bereits 1938 von der Brush Development Company (USA). Der aus Polen stammende Amerikaner Semi Begun hatte den Auftrag zur Entwicklung von Magnetbändern für die Amerikanische Marine.

Semi Begun entwickelte von 1938-1940 den Soundmirror Recorder. Erst 1946 wurden erste Geräte in den Handel gebracht. Aber die von ihm entwickelten Magnetbänder waren noch aus Papier mit Oxyd Beschichtung, extrem empfindlich und zerbrechlich.

1948 erwarb die Englische Firma Thermionic die Lizenz

zum Bau der Soundmirror Recorder in Europa. Noch im gleichen Jahr 1948 ( bis 1954 ) wurden erste Geräte in England produziert und verkauft. Die Bänder aus USA waren jedoch sehr schlecht. Die Oxydbeschichtung haftete an den Tonköpfen und verstopfte diese. 

Ob Dr. Hans Caspar seine Soundmirror tatsächlich aus USA imortierte... oder vielleicht doch aus England ist (mir) nicht ganz klar da ich keine Dokumente einsehen konnte.

 

Jedenfalls erzählte Hans Caspar etwas später einem Besucher (Techniker) beiläufig diese unglückliche Geschichte mit den unbrauchbaren Bandgeräten.

Der Techniker war der Meinung dass es für dieses Problem bestimmt eine Lösung gäbe... und zwar durch Willi Studer, der sei wahrscheinlich - oder überhaupt - der einzige der diese Geräte verkaufstauglich herrichten könne. - Dr. Caspar und Studer kannten sich bereits. 

So kam Studer 1949 ertsmals mit dem SOUNDMIRROR in Kontakt wobei Hans Caspar die Bitte an ihn richtete, die von ihm importierten Geräte umzubauen.

Jedes dieser Geräte musste komplett überholt werden. Tonwellen, Rollen, Reibräder etc. musste alles ausgetauscht werden. Eine sehr aufwändige zeitraubende Angelegenheit.

Beim Umbau dieser Recorder sagte sich STUDER das kann ich besser. 

So kam Willi Studer die Idee zum Bau eigener Tonbandgeräte, da er auch die zukünftige Nachfrage nach solchen Tonbandgeräten erkannte. Er lehnte es deshalb ab für Caspar weitere Amerikanische Geräte umzubauen und schlug vor eigene Geräte zu konstruieren die Caspar dann an seine Kunden verkaufen kann.

Caspar ging auf den Handel ein und bestellte bei Willi Studer gleich 500 Geräte. Sie sollten den von Hans Caspar gewählten Markennamen DYNAVOX tragen. So geschah es.

 

Zurückschauend kann man sagen, ein mega Projekt das sich Studer da aufgeladen hat.

Unter Zeitdruck konstruierte und baute Willi Studer mit seinem inzwischen auf 25 Mitarbeiter angewachsenen Team die bestellten DYNAVOX Tonbadgeräte. Zusätzlich erschwerend war dass niemand Mess- Prüf- und Testgeräte zur Herstellung von Tonbandmaschinen hatte. Alle diese notwendigen Testeinrichtungen mussten Studer und seine Mitarbeiter selber entwickeln und bauen.

Jeden Tag von 07.00 - 20.00h wurde ununterbrochen gearbeitet oft auch noch am Sonntag. Willi Studer war zeitlebens jeden Morgen der erste in seiner Fabrik und am Abend der letzte der den Betrieb verliess.

Das Dynavox war ein Vollspur mono Gerät mit 19cm/sec. Bandgeschwindigkeit. Auffallend sind die gegenläufigen Bandspulen. ( Videos siehe in youtube )

Ende 1949 konnte Dr. Caspar die ersten Geräte an seine Kunden ausliefern.

1950 im Frühjahr wurden die restlichen Exemplare der 500 bestellten Dynavox fertig und an Caspar geliefert. Eine weitere Bestellung von 200 Stück lehnte Willi Studer ab... Warum ?

 

Willi Studer wollte nicht mehr so weiter machen weil sich Caspar und die Händler mit den Bandgeräten dumm und dämlich verdienten und ER dagegen das Einsehen hatte. Caspar und die Radiohändler steckten teilweise über 70% vom Reingewinn in die eigene Tasche, wogegen Studer kein Gewinn blieb wenn er die entstandenen Produktions- und Lohnkosten für seine Mitarbeiter beglichen hatte.

Willi Studer beschloss deshalb nur noch Geräte unter seinem eigenen Namen zu bauen und diese auch selber zu vermarkten. Dazu brauchte er eine neue Vertriebsorganisation.

 

1951 ...ELA AG. 

Willi Studer gründet mit Geschäftspartner Hans Winzeler am 27. März 1951 die ELA AG, die eigene "Vertriebs- und Verkaufsgesellschaft". Hans Winzeler ist deren Manager, Marketing- und Verkaufsleiter. Verkauft werden von der ELA AG erst mal Zubehör wie Beyer Mikrofone und Lautsprecher, Scotch Tonbänder usw. und zukünftig alle von Willi Studer produzierten Geräte.

Willi Studer und sein Team konstruieren und bauen unter Zeitdruck ein komplett neues Gerät. Um diesen extremen Arbeitsaufwand zu meistern erscheinen Studer und die meisten Mitarbeiter täglich bereits um 06.00h am Arbeitsplatz. Gearbeitet wird bis 20.00h, oft auch am Wochenende und das Team wird von 25 auf 32 Mitarbeiter erweitert.

1952 ...Revox ist der neue Markenname.

Revox T26 heisst das absolut erste vollständig von Willi Studer konstruierte Bandgerät, optisch gesehen mit noch ein wenig Ähnlichkeit zum Dynavox aber qualitativ um einiges besser.  Der Preis Fr. 1240.-- entsprach damals etwa zwei Monatsgehältern.

Dieses Modell wurde bis 1955 in verschiedenen Varianten gebaut, einige als Kombigerät oben in einem Radioempfänger eingebaut... und von der ELA AG an die Händler verkauft.

 

Das wars noch nicht...

Willi Studer erkannte die Schwächen der verschiedenen Tonbandgeräte Modelle.

Aus diesem Grund baute ER neben vielen anderen Verbesserungen STUDER und REVOX Bandmaschinen mit 3 Motoren. Einen für die Kapstanwelle für den konstanten Bandlauf (in Play Funktion) und je einen Motor für jeden Spulenteller... wickeln.. spulen.. vor + zurück.

 

 

1954

präsentiert Willi STUDER sein erstes Professionelles Studiogerät STUDER A27 wovon er gleich 60 Stück an die Radiostudios der Schweizer PTT 

liefern konnte.

 

 

 

 

Paralell zur laufenden Konstruktion weiterer

STUDER Bandmaschinen für Professionelle Anwendung

erscheinen auch jährlich neue verbesserte Modelle der Marke Revox.

 

 

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