In Erinnerung an Willi Studer

der als junger Mann bei uns im Oberaargau

seine ungewöhnliche Karriere startete.

 

© by Autor: Edw. Flueckiger Dipl. Elektroniker / Audiotechniker

 

Vorwort !

In meiner langjährigen Tätigkeit in der Elektronik Branche wurde mir die Ehre zu Teil, Herrn Willi Studer persönlich kennen zu lernen. Erstmalig bei einer Betriebsbesichtigung mit Kollegen im Jahre 1971. Ende 1977 bei der Besichtigung des neuen Produktionsgebäudes. 1980 war ich da mit einem Berufskollegen. Dabei wurde uns - bei einer internen Info - unter anderem das zukünftige REVOX Cassetten Tape Deck B710 gezeigt, welches dann 1981 am Markt präsentiert wurde. 

Bei diesen Begegnungen habe ich Willi Studer kennen gelernt und war überrascht wie bescheiden ER war. Der Mann über den ich viele Jahre alles gelesen und gesammelt hatte, den ich für sein Wirken und Können und sein unaufhaltsames Streben bewunderte.

Der Mann der trotz vieler Niederschläge das Glück hatte ein intelligenter hochbegabter Mensch zu sein... der dann ebenso Glück hatte als er als Adoptivkind in die Richtige Familie aufgenommen wurde.

 

Der Mann, der hier bei uns im Oberaargau aufgewachsen war, der mir sagte dass er die Berner Gemächlichkeit noch immer in sich habe. ( worüber sich seine sehr aktive lebenslange Sekretärin manchmal aufregen konnte ). ER wirkte immer ruhig und besonnen, alles was ER tat war genau überlegt. Seinem Wesen nach war ER überaus anständig und freundlich und ER hatte auch ein ausgezeichnetes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern.

 

Auf meine Frage weshalb ER sich selbständig gemacht habe, antwortete Willi Studer: Er sei nie ein Befehlsempfänger gewesen und hätte sich auch nicht als solcher geeignet. Er wollte immer selber bestimmen was er tat und was nicht. Er war auch mit der Firma verheiratet. - Bei einem unserer Kontakte sagte ER mir, die Firma gehöre so eng zu seinem Leben weshalb sich Frau und Kinder gemeint - manchmal dahin äussern würden, dass ER für sie weniger Zeit hätte als für die Firma. Aber dennoch wurde ER als guter Vater empfunden.

 

Die hier angeführte Geschichte über Willi Studer's Leben und seine Firmen entstammt meinen langjährigen persönlichen Recherchen und Aufzeichnungen... weniges aus pers. Gesprächen mit Herrn Willi Studer. Meine Schilderungen entsprechen dem wie ich es persönlich erlebt habe. Diverse Informationen stammen aus Befragungen von Mitarbeitern und betroffenen. Bilder stammen aus meinem persönlichen Archiv, einige wenige habe ich aus Prospekten entnommen.

 

Hinweis:

Bedienungs- und Service Manuals, Testberichte etc.

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Das aussergewöhnliche Leben und Werk

 des Dr. h.c. Willi Studer   (*17.12.1912  -  †01. 03. 1996 )

 

Gründer und ehemaligen Alleinbesitzer

des früheren Weltkonzerns 

 

STUDER-REVOX   (1948-1994)

Kindheit und Jugend

Am 17. Dezember 1912 wird der kleine Wilhelm Mosimann als Sohn seiner unverheirateten Mutter Emma Mosimann (von Sumiswald / Kanton BE) in der Schweizer Pflegerinnenschule in Zürich geboren. (damals war sowas eine Schande und für ledige Mütter eine unglaubliche Katastrophe.) Wilhelm's Vater war unbekannt, die Mutter mittellos. In dieser Situation war es ihr nicht möglich ein Kind gross zu ziehen. Hilfe konnten ledige Mütter mit einem unehelichen Kind damals nicht erwarten... und so wurde sie von den Behörden gezwungen, den Kleinen zur Adoption freizugeben. Heimatort der Mutter war Sumiswald im Kanton Bern und somit waren die Kantonalen Berner Behörden zuständig, für das Kind eine Adoptivfamilie zu finden. Dies wurde im Sommer 1913 auch verwirklicht, nachdem der kleine Wilhelm zuvor ein paar Monate bei einer Familie Müller im Kanton Luzern als Pflegekind verbrachte. So kam der Junge Wilhelm im Sommer 1913 definitiv zu seiner neuen Familie nach Lotzwil im Oberaargau/BE zu dem Möbelschreiner Gottfried Studer und seiner Frau Rosette, die 'ihren Sohn' adoptierten. Wilhelm hatte nun liebevolle Eltern gefunden.

 

Hier im Oberaargau im ländlichen Dorf Lotzwil, verbrachte der Junge seine Kindheit und als einer der Besten Schüler welche diese Schule je hatte absolvierte Wilhelm 9 Jahre Grundschule mit besten Noten. Ab dem Jahre 1927 trug er dann auch den Namen seiner Adoptiv-Eltern... und von da an nannte ER sich Willi Studer. Er war schon als Junge total begeistert von der aufkommenden Radiotechnik und er experimentierte und baute bereits als Schüler in der Freizeit eben solche Geräte nach. 

Willi musste jedoch als Jugendlicher auch oft in der Möbelschreinerei seines Vaters mithelfen, der nur absolut hochwertige Möbel, teilweise auf Kundenwunsch anfertigte. Von seinem Vater lernte der Junge das Schreiner Handwerk und den Umgang mit Holz und Werkzeugen. Präzision Fleiss Pünktlichkeit und Disziplin waren Vaters Prioritäten, die sich der junge Willi Studer ebenfalls vollständig einverleibte.  

Für den hochbegabten Knaben gab es nie die Frage was ER werden wollte. Willi Studer begann im Juni 1928 in Wabern bei Bern die Ausbildung zum Elektrofeinmechaniker. Aber keine zwei Jahre später wurde er gegen Ende des Jahres 1929 vorzeitig aus dem Lehrverhältnis entlassen mit der Begründung, dass ihm der Chef nichts neues mehr beibringen könne, da Willi Studer über sämtliche (damals) vorhandene Kenntnisse in dieser Branche bereits verfügte.

So kam der junge Willi Studer wieder zurück in den Oberaargau, diesmal nach Herzogenbuchsee ins Foto und Radio Geschäft von Otto Roth, wo er bis Anfang Januar 1931 im Team mit sieben weiteren Kollegen als Verkäufer und Radiotechniker tätig war.

Aber Willi wollte nicht ewig Radios reparieren, er wollte entwickeln und konstruieren.

 

Wirtschaftskrise und Heirat

Aus diesem Grund wechselte Willi Studer im Alter von 19 Jahren zur Firma Bansi-Ammann AG, dem damals grössten Schweizer Radio Grossisten, in der Hoffnung weiter zu kommen, was jedoch nicht so war. Auch hier musste ER nur Radios reparieren und war heillos unterfordert. Die freie Zeit nutzte ER autodidaktisch zur persönlichen Weiterbildung und entwickelte seinen eigenen Radioempfänger namens TELL, den sein Arbeitgeber jedoch nicht produzieren wollte.

 

Der Abstecher zur Bansi-Amman AG war für Willi Studer dennoch positiv, denn ER lernte dort in Zürich Margrit Beck kennen. Sie war die Tochter des Schreinermeisters Hermann Beck. Sie war gerade 25 und Willi 20 Jahre alt. Beide verliebten und verlobten sich bald darauf.

Da niemand seine Entwicklungen herstellen wollte spielte Willi Studer mit dem Gedanken der Selbständigkeit, da ER Radios bauen wollte nach seinem eigenen Qualitätsbewusstsein.

Es kam der Sommer 1932 als Willi Studer nach Gesprächen mit den Eltern und seinen zukünftigen Schwiegereltern den Entschluss gefasst hatte ein eigenes Geschäft zu starten.

Die Eltern von Margrit Beck sponserten sFR. 3000.-- als Startkapital für das neue Gewerbe. 

Willi Studer gründete in seinem Heimatdorf Lotzwil im Juni 1932 seine eigene kleine Firma, die Helvetia-Radioapparate-Fabrik, wo ER seine TELL-Radios produzierte. Die Geräte waren von sehr hoher Qualität, nur mit den Besten auserlesenen Bauteilen bestückt, auch die Holzgehäuse hochwertig und ansprechend, deshalb mit einem Preis von sFr. 350.-- auch nicht billig. (der Lohn eines Facharbeiters lag bei 370 - 450.- sFr. monatlich)

 

Qualität war in dieser Zeit noch kaum ein Kunden Thema. Hauptsache es kam was aus dem Lautsprecher und das Radio war bezahlbar. Der Preis war oft der Hauptgrund für den Kaufentscheid. (das ist heute nichts neues) Dies führte zusammen mit der damals zunehmend schlechten Wirtschaftslage dazu, dass der Absatz der TELL Geräte nicht wie vorgesehen funktionierte. Willi Studer bildete sich in jeder freien Minute weiter, unter anderem zum Radiotechnischen Leiter. Der Absatz seiner Radios lief aus erwähnten Gründen immer schlechter. Das Konkursamt Aarwangen eröffnete deshalb über die kleine Firma am 14. April 1934 den Konkurs. Der offene Konkursbetrag von sFr. 680.-- wurde von Margrit Beck bezahlt und Willi Studer war wieder frei.  Noch im selben Jahr 1934 verheiratete ER sich mit Margrit Beck. Die beiden hatten zwei Töchter.

 

Erfahrung - Fleiss und Fortschritt

Die überaus hervorragenden Qualifikationen des Willi Studer waren mittlerweile weit herum bekannt. Nach dem Scheitern seiner kleinen Firma arbeitete Willi Studer bis Anfang 1942 für seinen Freund Hermann Holzheu. (er war der Vater des Unternehmensberaters Harry Holzheu).  

Während rundherum der 2. Weltkrieg tobte, trieben alle Schweizer Techniker und Ingenieure - unter erschwerten Bedingungen - ihre Entwicklungen weiter voran. 

Studer's Freund Hermann Holzheu gründete eben zu dieser Zeit mit zwei Kollegen in Zürich die Firma Sondyna AG... und Willi Studer wurde Chefkonstrukteur in der Sondyna AG. Viele der sehr erfolgreichen Sondyna Radios wurden von Willi Studer entwickelt und konstruiert. Dies brachte sowohl Willi Studer wie auch seinen Familien wirtschaftlichen Erfolg. Studers Eltern siedelten nach Zürich um, wo der Vater Gottfried Studer fortan in seiner Schreinerei die Gehäuse für die Sondyna Radios produzierte.

Im Jahre 1942 verbrachte Willi Studer acht Monate in der Armee wo ER für die militärische Kommunikationstechnik verantwortlich war, Empfangs- und Sendeanlagen hatte ER in Betrieb und Stand zu halten.

Nach dem Militär betätigte sich Willi Studer bei der Schwachstromtechnik AG in Zürich als Chefkonstrukteur und Betriebsleiter. Die von ihm entwickelten Verstärkeranlagen und Radioempfänger trugen nun den Namen Televox.

1943 war genug, ER wollte mehr. Willi Studer gründete zusammen mit Berthold Suhner in Herisau die Firma Metrohm (sie existiert heute noch) und konstruierte die nächsten Jahre Messgeräte und Einrichtungen für die Hochfrequenz- und Medizinaltechnik.

Viele seiner Messgeräte wurden sehr erfolgreich am Markt verkauft. Das von ihm - angeblich in der Freizeit - konstruierte 'Hochsee-Radio' ist heute unter Sammlern sehr begehrt.


Die Entwicklung von Hochspannungs- Oszillographen stand schon immer ganz oben auf der to do Liste von Willi Studer und dies trennte nun die beiden Geschäftspartner.

 

Soeben hatte Willi Studer einen grösseren Auftrag zum Bau von 30 Oszillographen erhalten. Ein solches Projekt war jedoch sehr zeitintensiv und mit grossen Investitionen verbunden, was Berthold Suhner veranlasste dieses Projekt abzulehnen.

...aber den Begriff "aufgeben" gab es im Wortschatz von Willi Studer nicht.. ER wollte den Auftrag unbedingt ausführen. So kam es zwischen beiden zu einer Aussprache mit  der Vereinbarung einer friedlichen Trennung.

Willi Studer konnte noch für kurze Zeit Räumlichkeiten der Metrohm nutzen und gründete am 5. Januar 1948 seine Firma Willi Studer, Fabrik für elektronische Apparate.

Noch in HERISAU begann ER mit den Vorbereitungen zur Produktion der von der Firma Haefely in Auftrag gegebenen 30 Hochspannungs-Oszillographen.

 

Der Umzug nach Neu-Affoltern (Gemeinde Zürich) erfolgte nur wenige Monate später, wo Willi Studer in neuen Räumen seine in absolut neuer Technik konstruierten Hochspannungs-Oszillographen bauen konnte... was ihm auch meisterhaft gelang. Dieser Auftrag war der Start zum Erfolg.

 

Willi Studer ändert die Richtung

Obwohl ER vorderhand keine Absicht hatte Tonbandgeräte zu bauen, hat sich Willi Studer dennoch stark mit der Technik dieses neuen Mediums beschäftigt. 

...Willi Studer ...der nie eine Hochschule absolvierte, nie ein Diplom erworben hat... der sich als Autodidakt alle seine hervorragenden Kenntnisse und Fähigkeiten selber beigebracht hat... war Ausbildner an der Zürcher Gewerbe- und Berufsschule. Vor Radioelektriker-Lehrlingen war er Referent zum Thema Tonbandtechnik... und an der Abendschule für Erwachsene bildete Willi Studer Elektriker zu Elektronikern aus. 

Auch jenseits vom grossen Teich entwickelte man allerlei audiotechnisches und so kam im Jahre 1946 das erste amerikanische Tonbandgerät der Firma Brush Development Comp. auf den Markt... mit dem Namen Soundmirror-Recorder

Ein Freund Studers, der Zürcher Zahnarzt Dr. Hans Caspar - der auch gerne als Kaufmann tätig war - gründete die Firma Traco Trading Co. Ltd. und importierte 1948 die ersten dieser amerikanischen Soundmirror Recorder. Die Bandgeräte waren leider von schlechter Qualität und auch im europäischen Stromnetz nicht brauchbar, da sie nur an 110V betrieben werden konnten was Herr Caspar nicht bedacht hatte. - Caspar wurde klar: ...es gibt nur einen der diese Geräte umbauen und Marktreif machen kann... Willi Studer.

 

In eben diesem Jahr 1948 legte Willi Studer den ersten Baustein seines Weltunternehmens. Studers Firma startete ohne Fremdkapital und Eigenmittel waren auch kaum vorhanden. Neben sehr wenigen Maschinen waren "Weitsicht und Können des Willi Studer" das Hauptkapital.

 

Willi Studer wurde durch Hans Caspar mit dem Soundmirror Recorder bekannt gemacht... und Hans Caspar brachte den Wunsch vor, diese Geräte für den hiesigen Markt umzubauen.

 

1949 ..die neue Herausforderung

So begann Willi Studer mit dem Umbau einiger dieser Geräte. Die waren jedoch so schlecht dass jedes neue Gerät komplett überholt werden musste, Rollen, Reibräder und Tonwellen mussten ausgewechselt werden usw. weshalb Willi Studer der Meinung war dass sich der Umbau dieser Geräte als hoffnungslos erweisen würde, da viel zu viel Zeit, Material und Geld investiert werden musste. 

ER sagte sich: DAS KANN ICH BESSER. (wie hätte es anders sein können?) Die technischen Möglichkeiten waren Willi Studer bestens vertraut und ER erkannte auch sofort die offensichtliche Nachfrage. Das führte zum Entschluss, selber Tonbandgeräte zu bauen die wesentlich besser waren als der Soundmirror.

Willi Studer erläuterte Hans Caspar seine Bedenken zum Soundmirror und schlug vor eigene Bandgeräte zu bauen die ohne Zweifel viel besser wären. Studers guter Ruf als Genie liess Caspar keinen Moment zweifeln und so bestellte er gleich 500 Stück dieser Tonbandgeräte von Willi Studer, obwohl noch kein einziges vorhanden war... aber der Gedanke des grossen Geldes war wahrscheinlich vorherrschend... (wie wir noch sehen werden) Die Firma Studer hat zu diesem Zeitpunkt 6 Mitarbeiter.

 

Dynavox - das erste Bandgerät von Willi Studer  / der abgeänderte Soundmirror

Zu diesem Zeitpunkt konnte man noch nirgendwo spezielle Bauteile, geschweige denn Messgeräte zum Bau von Bandgeräten kaufen. Auch Tonköpfe gab es nicht. Willi Studer entwickelte alle Mess- Prüf und Testgeräte selber, unter Mithilfe seiner Mitarbeiter wurde alles notwendige im eigenen Hause gebaut. Jeden Tag verbrachte Studer von 7.00-20.00 Uhr im Büro, Labor oder Werkstatt. Unter unglaublichem Zeitdruck wurde gearbeitet und so waren Ende des Jahres 1949 tatsächlich die ersten seiner Dynavox Bandgeräte fertig ( die vom Soundmirror abstammten ) und Hans Caspar konnte einige Kunden beliefern. Das Dynavox war ein Mono Gerät mit einer Geschwindigkeit von 19cm/sec. Als Vollspurgerät nutzte es die gesamte Breite des verwendeten Tonbandes. Auffallend an diesem Gerät ist die gegenläufige Richtung der Bandspulen. 

Im Frühjahr 1950 startete die Serienfertigung der restlichen bestellten DYNAVOX (der Name wurde von Hans Caspar erfunden). Der Mitarbeiterbestand wurde auf 25 Personen erhöht.

Nach Beendigung dieses Auftrags wurden durch die Traco weitere 200 Stück nachbestellt.

Willi Studer war jedoch nicht mehr gewillt so weiter zu machen. Denn Hans Caspar mit seiner Traco Trading und die Händler verdienten sich dumm und dämlich an den Geräten. Während Studer das Einsehen hatte schaufelten Caspar und die Händler gemeinsam 70% vom Reingewinn in die eigene Tasche, was für Willi Studer unverschämt war. So beschloss ER, Geräte nur noch unter eigenem Namen zu bauen und auch selber zu vertreiben.

 

 

1951   REVOX & ELA AG ...das Erfolgsgespann

Es ist der 27. März 1951, Willi Studer gründet mit seinem Geschäftspartner Hans Winzeler seine neue "Vertriebs- und Verkaufsgesellschaft" ELA AG als seine zukünftige Vertriebsorganisation. Manager, Verkaufs- und Marketingleiter ist Hans Winzeler. Die ELA AG war fortan verantwortlich für das ganze Marketing und den Vertrieb - verkaufte auch Beyer Mikrofone und Scotch Tonbänder - während die Firma Studer die neuen Geräte produzierte.

 

Tonband- und Hifi Geräte für den Heim und Amateurbereich erhalten damit auch gleich den neuen Namen REVOX. 

Mit Hochdruck wurde produziert, das neue Gerät erschien unter dem Namen Revox T26. Um diesen enormen Arbeitsaufwand zu meistern wurden die 25 Mitarbeiter nur ein Jahr später auf 32 aufgestockt. Die Arbeitszeit dauerte täglich von 07.00-20.00 Uhr, und dies auch am Wochenende und zeitweise auch Sonntags. 

Nur durch grenzenlosen Einsatz seiner vielen langjährigen sehr loyalen Mitarbeiter war es möglich eine solche Leistung zu erbringen. Viele Mitarbeiter erschienen bereits früh morgens um 6.00 Uhr am Arbeitsplatz, aber Willi Studer war immer schon da. ER war am Morgen der erste und am Abend der letzte.

Er ging jeden Tag durch den Betrieb und grüsste seine Leute, jeden einzelnen persönlich.

Das Verhältnis zwischen Willi Studer und seiner Belegschaft war gemäss Aussage aller damaligen Mitarbeiter aussergewöhnlich gut.

Wahrscheinlich nicht ohne Grund wurde ER von allen nur 'Vater Studer' genannt. ER führte seinen Konzern wie ein Vater seine Familie. Sie alle waren 'eine Familie'... die in den Blütezeiten - in allen Werken in der Schweiz und Deutschland - aus über 2000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bestand.

 

 

1952 neue Produkte neue Namen

 

Für Willi Studer gab es nur den einen Namen REVOX für seine zukünftigen Bandgeräte, was soviel wie Stimme oder Schall repetieren (oder zurückwerfen) bedeutet. 

 

Das erste REVOX Tonbandgerät das vollständig von Willi Studer konstruiert und produziert wurde kam als Modell Revox T26 auf den Markt. (eine Neukonstruktion mit leichter Optik zum Dynavox... aber qualitativ wesentlich besser) Preis pro Stück sFr. 1240.-- (damals zwei durchnittliche Monatsgehälter) 

Dieses Gerät wurde in verschiedenen Variationen - auch mit Radio - bis 1955 gebaut.

 

 

Die Zukunft  -  Zwei Marken aus einem Haus

Professionelle Studiotechnik  und Semi-Professionelle Hifi Geräte

Bereits 1951 war das erste Studio Tonbandgerät STUDER 27A (A27) betriebsbereit.

Dieses erste Studio-Gerät wurde am ersten Standort der neuen Fa. Willi Studer produziert. Im anfänglich mit wenigen Handwerkzeugen, Drehbank und Schleifmaschine eingerichteten Keller eines Zürcher Postgebäudes.

An den Musikfestwochen in Luzern wurden durch das Rundfunkstudio Basel mit diesem einzigen vorhandenen Gerät erstmals in der Schweiz Aufnahmen auf Magnet-Tonband bei einem Live Konzert festgehalten. Willi Studer hat die übliche 30 Min. Spieldauer ganz einfach durch Konstruktion grösserer Bandspulen auf die notwendigen 40 Minuten erweitert. Das Gerät bewährte sich ausgezeichnet für den Dauerbetrieb

(Hinweis: es gab schon früher Tonaufnahmen, jedoch nur mit Drahtrecordern, wo der Ton statt auf Tonband - qualitativ minderwertiger - auf einen Draht aufgenommen wurde)

 

 

1954 die A36 ... erste REVOX Bandmaschine

Die erste vollständig neu konstruierte Revox A36 ...der sehr erfolgreichen "36er Serie" erscheint im Jahre 1954 als mono Gerät.

 

Die A36 wurde aus den Erfahrungen der A27 entwickelt und wesentlich verbessert. Die Maschine verfügt neu über Drucktasten-Bedienung und Relais (Magnetschater) Steuerung. Ein für damalige Zeit revolutionäres drei Motoren Laufwerk mit direktem Antrieb ohne Reibräder oder Riemen war ebenfalls ein Novum. Es wurden 2500 Stück produziert. 

1956 die B36 ... mit Hinterbandkontrolle

Das neue Revox B36 

verfügt nun über getrennte Tonköpfe für Aufnahme und Widergabe, (und den sep. Löschkopf) was jetzt auch dem Tonband Amateur ermöglichte, eine echte professionelle Hinterbandkontrolle seiner Aufnahmen durchzuführen. Das hiess, schon Sekundenbruchteile nach der Aufnahme konnte man diese nun über den Wiedergabekopf abhören und kontrollieren. Obwohl für den 'Hausgebrauch' konzipiert, hatte dieses Gerät schon professionelle Eigenschaften.

 

1958 Revox C36

Das C36 war eine verbesserte Version des Revox B36 und das letzte Mono-Gerät der 36er Serie im Amateurbereich. Original hat es graue Tasten und Knöpfe.

( für den professionellen Einsatz gab es noch eine Spezialversion, die Revoc CD36 als High-Speed mono-Vollspur Version ).

  

1960 Revox D36 - neu in Stereo

Das D36 war elektronisch vollständig neu konstruiert. Hierzu wurden sowohl die Verstärker wie auch die Aufnahme und Wiedergabe Einheiten in Stereo Ausführung neu entwickelt. Die Mechanik war identisch mit dem Vorgängermodell. 

 

1961 Revox E36

Die neue Bandmaschine E36 zeigte sich mit einem nochmals verbesserten Gleichlauf von unter +/- 0.1% bei der Geschwindigkeit von 19cm/sec. NEU wurden in den Eingangsstufen Transistoren eingesetzt... und auch ein niederohmiger Mikrofon Eingang war vorhanden.

 

 

Das magische Auge ist eine spezielle Elektronenröhre die man unterschiedlich zur Signalanzeige benutzen kann. Wir kennen dies von alten Röhrenradios. 

Prof. Jürgen Plate hat dazu eine sehr informative Seite gestaltet.            

Bei Interesse ...klicke auf das Auge.

 

 

 

 

 


1962 Revox F36

Die F36 hatte eine völlig neu überarbeitete Röhrentechnik. Während die Vorgänger Modelle ein magisches Auge eingebaut hatten... verfügte die neue Maschine nun über ein magisches Doppelband, welches erlaubte, bei Aufnahmen den linken und den rechten Kanal separat auszusteuern. Verschiedene Tricks wie Echo und Überspielung von Spur zu Spur waren beim F36 ebenfalls direkt schaltbar. Die Verwendung von Spezialkabeln wie früher entfiel damit. Noch Ende 1962 ging eine letzte verbesserte Serie des F36 in Produktion.

 

Das magische Doppelband

zur Aussteuerungskontrolle

in der Vergrösserung (ca. Originalgrösse)

Das magische Auge wurde weiter entwickelt. Die Elektronenröhre zeigt nun zwei unabhängige 'magische' Bänder.

 

 

 

1963 Revox G36 ... als letzte der 36er Serie


 

Die G36 war die vollständig ausgerüstete Variante aller Bandgeräte dieser Serie. Grün und rund ist vorbei... die neue Maschine ist grau und eckig. Ein Stereo Hi-Fi Bandgerät mit professionellem Charakter und eben solchen Eigenschaften.

Die Produktionszahlen der G36 Modelle sind 'für mich' nicht klar ersichtlich. Meine Recherchen ergaben unterschiedliche Aussagen, so wurden wahrscheinlich gegen 60'000 nach anderen Angaben bis 80'000 Stück gebaut und verkauft.

Der Antrieb bekam einen neuen Synchronmotor mit nochmals verbessertem Gleichlauf. 2 sep. Mikrofon- Eingängen inkl. Vorverstärker und Abhörlautsprecher sind eine weitere Neuheit. An Stelle der bei europ. Geräten üblichen DIN Buchsen sind beim Revox Chinch Anschlüsse vorhanden, wie in USA und Japan gebräuchlich. Neu waren auch zwei in der Front integrierte Zeigerinstrumente zur Pegelaussteuerung.

Während frühere Versionen nur die Revox-eigenen 25cm Spulen aufnehmen konnten, war es nun möglich mit der G36 alle 26.5cm Spulen (im Weltstandard) zu verwenden. (deshalb ist die G36 leicht grösser als ihre Vorgänger.) Nun passten die normalen Dreizackspulen wie auch die prof. AEG Wickelkerne und die amerikanischen NAB Adapter, Studio Bandteller etc. Das Erfolgsmodell G36 wurde bis Ende 1967 gebaut.

 


Nebenbei erwähnt: 

STUDER produzierte in späteren Jahren auch Tonköpfe und andere Bauteile für seine Konkurrenten wie z.B. die Deutsche AEG-Telefunken etc. In den 1980er Jahren wo es der Firma nicht so gut ging, produzierte Revox in Deutschland auch Lautsprecherboxen im Kundenauftrag, da Willi Studer seine Leute nicht entlassen wollte. So baute man Revox Lautsprecher z.B. für den Schweizer Grossverteiler MIGROS die Modellreihe m-electronic studio, ebenso auch für Lenco und andere. (wer's kannte kaufte so Revox Boxen für wenig Geld)

 

Hinweis:

bei revoxsammler.ch und studerundrevox.de können Sie viele techn. Dokumente,

Preislisten und Info-Material als PDF kostenlos herunterladen.

Jede Menge Audio Manuals finden Sie auch kostenlos auf   "www.elektrotanya.com"

 

 

 

Dr. h.c. Willi Studer - der Weg zur Digitalisierung

Dieser Titel - Ehrendoktor der technischen Wissenschaften - wurde Willi Studer 1978 von der Eigenössisch Technischen Hochschule verliehen... neben vielen weiteren Auszeichnungen ausländischer Institute, die Studer für seine hervorragenden Leistungen erhielt.

Willi Studer war bestimmt ein ganz aussergewöhnlicher Mann den es für seine Leistungen zu loben gilt. Menschen wie ihn werden wir nicht allzu oft antreffen. 

Aber Willi Studer war weder allmächtig noch unfehlbar, auch wenn ER in manchen Webseiten beinahe vergöttert wird. Er war hochanständig, zuvorkommend aber in gewisser Weise auch eigenwillig und sehr bestimmend. (war mein persönlicher Eindruck)

ER Glaubte zwar mit Recht an seine Produkte, (so muss es ja auch sein) was der Erfolg von STUDER-Revox auch bestätigte. 

 

Die Entwicklung der Digitaltechnik

Willi Studer hat wahrscheinlich die Entwicklung der Digitaltechnik zu wenig ernst genommen und dadurch versäumt, die weltweite Entwicklung der digitalen Audiotechnik genauer im Auge zu behalten. 

ER hat sich für das was in der Branche - rundherum um STUDER - in Sachen Entwicklung geschah, zu wenig interessiert.

Er beharrte zu lange auf dem Standpunkt dass die Digitaltechnik nicht so rasch Einzug halten würde... und wenn doch - war er der festen Überzeugung - würde parallel dazu die analoge Aufzeichnungstechnik weiterhin ihre Verwendung finden. Ein Stück weit stimmt das ja auch. Doch um mit einer so grossen Firma überleben zu können brauchte es nun billigere Geräte... oder man bewegt sich im Markt mit einem kleineren Betrieb und Nischenprodukten.

 

ER hat aber offenbar verpasst, dass in Japan die NHK Broadcasting Corp. bereits im Jahre 1968 einen ersten professionellen PCM Tape Recorder in Betrieb nahm. Diese digitale Aufzeichnungstechnik wurde 1972 von der japanischen Firma DENON weiterentwickelt. Unter Verwendung eines professionellen Videorecorders (2" Quadruplex Format) als Speichermedium wurden analoge Schallplatten produziert usw. Ebenfalls 1968 entwickelte der Amerikaner Thomas Stockham einen 16 Spur Digital Tape Recorder für Honeywell.

Persönlich denke ich nicht, dass Studer dies alles nicht bekannt gewesen sein kann. ER war einfach so mit seinen eigenen Projekten beschäftigt und zeitweise mit seiner Produktion extrem unter Zeitdruck, dass ER ganz einfach nicht die Zeit hatte, sich auch noch genauer um das was die Mitbewerber taten zu kümmern. 

 

Die grosse Nachfrage nach digitalen Einrichtungen liess Willi Studer nun auch nicht mehr ruhen. Unverdrossen wurde an einer neuen Generation digitaler Recorder gearbeitet. Willi Studer, der sich jahrelang weigerte Linzenzen auszugeben unterzeichnete 1980 auch noch einen Vertrag zum Bau der Studer Maschine B67 in Bombay Indien. ER entschloss sich zudem 1983 im Alter von 71, zwei weitere Tochtergesellschaften zu eröffnen, in Japan und Singapur.

 

Diese konnten sich unter anderem, nicht zuletzt auch dank der neuen digital gesteuerten Studiomaschine A810 trotz harter Konkurrenz gut am Markt behaupten.

Auch die Marke Revox hatte ab 1981 mit dem Hifi Cassetten Deck und diversen anderen neuen Komponenten wieder ein sehr attraktives Programm.

Zwischen 1980 und 1990 war sowohl STUDER wie Revox mit vielen Neuheiten in unzähligen Varianten am Markt vertreten. Einiges davon war den Kunden jedoch zu teuer.

 

 

1986 - erster STUDER Digital Tape Recorder

DASH Audio Recorder by STUDER. Der erste STUDER Digital-Recorder D820X nach dem internationalen Standard DASH (Digital Audio Stationary Heads) mit digitaler Signalver-arbeitung und digitaler Speicherung auf Band kam 1986 relativ spät, wurde dann aber doch noch erfolgreich verkauft. 

Das Kuriosum dabei... dieser Digitalaufzeichnungs-Standard (der heute Weltstandard ist) wurde von STUDER und SONY gemeinsam entwickelt. Studer muss also gewusst haben auf welchem technischen Stand sich SONY befindet. Davon ableitend könnte man sagen, ER hätte wissen können dass SONY der Beste Kandidat zur Übernahme seiner Firma war.

 

Auch die Konkurrenz schlief nicht. Weltweit wurden nun von verschiedenen Anbietern Digital-Geräte zu tieferen Preisen angeboten. Einer der Gründe weshalb die Verkäufe der STUDER Geräte ab 1985 trotz allem grosse Einbrüche zu ertragen hatten, STUDER war plötzlich zu teuer. 

In diesen Zeiten dachte Willi Studer, an Jahren fortgeschritten schon auch daran, seinen Betrieb zu verkaufen. ER wollte jedoch die Gewissheit, dass sein Lebenswerk in gute Hände kommt und weiter lebt. (was grundsätzlich verständlich war) 

Sein Hauptanliegen war, STUDER REVOX MUSS schweizerisch bleiben ! 

Dies war Willi Studer's grösster Denkfehler. Denn in der Schweiz gab es überhaupt niemanden, der dieses Erbe hätte in seinem Sinne übernehmen und auch nur ansatzweise so weiterführen können.  Neben SONY waren auch SIEMENS PHILIPS und ALCATEL, an Studer's Weltkonzern interessiert. 

SONY war die einzige Firma die zu dieser Zeit in der Forschung der digitalen Aufnahme-technik allen anderen schon Jahre voraus war. Sie waren auch sehr interressiert STUDER REVOX zu übernehmen. NUR SONY hätte STUDER erfolgreich weiterführen und weiterleben lassen können. 

Der zweite Punkt war, dass Willi Studer mit zunehmendem Alter nicht mehr in der Lage war seine Unternehmung mit 2000 Angestellten im Alleingang zu dirigieren. Trotz seines grossen Engagements war dies nicht mehr möglich weil die Firma für einen einzelnen Chef inzwischen viel zu gross geworden war.  

Studer kannte Sony von seiner Zusammenarbeit mit den Japanern und hätte - wie bereits erwähnt - wissen können, dass seine Firma bei Sony in gute Hände kommt. ABER, ER wollte auf keinen Fall an ausländische Mitbewerber verkaufen.

SONY war sich um die Popularität, Qualität und Marktanteile von STUDER sehr wohl bewusst und wäre bestimmt der Beste Partner für eine Übernahme gewesen. Unter Vorbehalt einiger wichtiger Voraussetzungen bei der Übernahme, hätte man auch die Firma STUDER-REVOX zusammenhalten können. Es wäre bei einer Übernahme durch SONY bestimmt besser mit seiner Firma ausgegangen.

 

1990 die Fehlentscheidung mit bösen Folgen

Im festen Glauben seine Firma werde dadurch "schweizerisch" bleiben, verkaufte Willi Studer im Januar 1991 seine Firmen Revox ELA AG, Willi Studer AG und die STUDER International AG, an die "schweizer" SAEG Refindus Holding AG, ein Tochterunternehmen des Motor-Columbus Konzerns.

Deren Verwalter entsprach jedoch in keiner Hinsicht Willi Studers heiligem Wunsch, dass bei einer Übenahme alle Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen. Dieser Wunschtraum wurde zur Illusion und endete im Desaster. Innert weniger Monate wurden die ersten 130 Mitarbeiter entlassen.

Mit dem Gedanken einen Teil seiner Firmen zu retten kaufte Willi Studer nur sechs Monate später im Juli 1991 das Deutsche Zweigwerk Bonndorf für 3.5 Mio. DM zurück... und bis zu seinem Tod 1996 glaubte ER mit eigenen Mitteln einen Teil seines Werkes retten zu können.

 

In den folgenden zwei Jahren nahm der Stellenabbau kein Ende. Der nahe Untergang von STUDER-REVOX war scheinbar kaum noch aufzuhalten. Das änderte sich auch nicht als im August 1991 Ernst Thomke das Amt des Verwaltungsratspräsidenten übernahm. Es ging genau so weiter mit Kurzarbeit, Entlassungen und Schliessungen.

Obwohl während dieser Zeit weitere neue Produkte aus der B-220 Linie entwickelt wurden, verkauften sich diese mehr schlecht als recht.

 

Meine persönliche Meinung (heute noch): Der Name STUDER hat in der Audio-Branche so viel Gewicht, dass die Produkte mit 100% Sicherheit weiterhin unter dem Namen STUDER produziert und verkauft werden können (könnten), ganz egal wer die Firma übernimmt. Dass dies ganz bestimmt zutrifft sieht man nun beim neuen Besitzer HARMAN, der alles versucht um die Marke STUDER wieder zum Welt Leader zu führen.  ( HARMANN wurde inzwischen an SAMSUNG verkauft )

 

 

 

Bruch - Trennung und Zerfall

Anfangs 1994 wurde STUDER-REVOX auseinander gerissen. Die Abteilung STUDER für professionelle Studiotechnik wurde an die amerikanische Firma HARMAN International in Washington DC verkauft. (Produziert wurde weiterhin auch in Regensdorf Schweiz)

 

REVOX wurde von der privaten Investorengruppe Rottweil S.A. in Luxemburg übernommen. zwischendurch gabe es wieder Besitzerwechsel... Willi Studers Lebenswerk und sein Wunsch nach Zusammenhalt hat sich in Luft aufgelöst. 

Die Firma Revox existiert jedoch weiterhin wenn auch in neuer Form und produziert seither am deutschen Standort Villingen-Schwenningen im Schwarzwald. Das aktuelle Programm beinhaltet modernste Multiroom Audio Netzwerke mit denen man über 30 Räume gleichzeitig und unterteilt in mehrere Hörzonen beschallen kann. Das neuste Produkt nennt sich Joy (2014) Anmerkung: Es wäre wünschenswert wenn Revox als doch "schweizerische Marke" mit seiner ganzen Präsenz wieder in die Schweiz zurückkehren würde... warten wir mal ab.

 

Schlusswort

Wir haben in Willi Studer einen ganz besonderen Menschen kennen gelernt, der als einfacher Volksschüler unglaubliches schaffte. Zu seiner Zeit wurde er als 'Hochbegabter' verkannt. Als junger intelligenter Mann hat ER seine Ziele fürs Leben schon sehr früh gesteckt.

 

Sein unglaublicher Drang nach Selbständigkeit und Perfektion, gepaart mit den beim Vater gelernten Tugenden trieben ihn immer weiter vorwärts. Seine geistigen und handwerklichen Fähigkeiten, sein extremes Lernvermögen und die hervorragende Auffassungsgabe, sein Wissen und Können das ER sich alles selber beigebracht hat... sein Organisationstalent und die wunderbare Fähigkeit mit Menschen umzugehen brachten ihm Erfolg.

 

Dessen ungeachtet blieb ER immer sehr bescheiden. Bei Willi Studer standen vorwiegend die Mitarbeiter im Vordergrund, zu denen ER ein Verhältnis hatte das man kaum anderswo je wieder antreffen wird... und ich gehe mal davon aus, dass es heute auch - in keiner Firma - noch Mitarbeiter gibt, mit der gleichen Gesinnung wie diejenigen die Studer hatte ?

Doch die Zeiten ändern sich für uns manchmal viel schneller als wir das gerne hätten. Gleichzeitig müssen wir erkennen, dass ja wir - also der Mensch selber - diese Veränderungen herbeiführen. Der Mensch verändert seine Umgebung stetig von neuem und vermisst hinterher vieles von dem was er vorher schuf.

 

STUDER Professional Audio Equipment

gibt (oder gab) es nun von der Firma HARMAN USA.

....aber auch das ist bereits Geschichte

Der Multikonzern HARMAN-KARDON wurde im Nov. 2016 an SAMSUNG verkauft.

wie es mit der Marke STUDER nun weiter geht werden wir sehen.