Geschichte der

Die ehemals einzige und kaum bekannte Radio und Elektronik Fabrik im Kanton Glarus.

 

 

 

Die von Lenco an den Buch und Grammo-Club exlibris (Schweiz) gelieferten Geräte wurden bei der Firma KOMET Radio AG in Mitlödi/Glarus (in der Schweiz) gebaut.

Lenco lieferte die Plattenspieler und bei der KOMET wurde für diese Geräte hochwertige Elektronik zu entwickelt und produziert, Lautsprecher und Gehäuseteile konstruiert und montiert.

 

KOMET Radiomöbel und Lautspr.-Gehäuse waren aus hochwertigem Holz gefertigt. Produziert wurden die Möbel und Lautsprechergehäuse bei einer Fa. Pfrund, eine dafür  spezialisierte Schreinerei im Kanton Thurgau. Nur beste Qualität war bei der KOMET Radio AG oberstes Gebot, was sich auch bei den Preisen bemerkbar machte.

 


 

Die Firma Komet Radio AG wurde 1932 von Juristen und Industriellen gegründet, um in der Region (heute Glarus Süd) Arbeitsplätze zu schaffen. (Handelsregister Eintrag 1933) Zu den besten Zeiten 1935-1947 wurden rund 25 Mitarbeiter beschäftigt.

Ing. Josef Groner sen. war Geschäftsführer der Firma und gleichzeitig technischer Entwicklungsleiter. Früh konstruierte man bei KOMET Kurzwellen-Vorsatzgeräte - noch in Röhrentechnik - mit denen man die damals allseits verwendeten Mittel-Langwellen Radios auf Kurzwellen-Empfang erweitern konnte.

 

Ebenfalls in dieser Zeit wurden bei KOMET auch die KW-Nachrüstsätze für die Echophon Radios der Firma APCO AG in Zürich produziert.  In der Frühgeschichte des Radios baute man bei Apco eigene Radios und liess welche bauen... die alle über den Radio Fachhandel verkauft wurden.

 

Die Apco AG war später für viele Jahre Generalvertrieb und Importeur vieler Radiofabrikate, später von Hifi Produkten verschiedener Hersteller und belieferte den Schweizer Radio-TV Fachhandel.

 

Ing. Jos. Groner sen. kannte aus früheren Kontakten Eugen Leuthold, einen hochintelligenten Entwicklungs-Ingenieur der zu dieser Zeit bei SABA tätig war. Leuthold war Schweizer Bürger und arbeitete bis 1943 bei SABA, entwickelte den SABA Radio S35 ...unter anderem auch den SABA "Freiburg" mit automatischem elektrisch gesteuerten Motor-Sendersuchlauf.

Im 2. Weltkrieg wurde es dem Schweizer Eugen Leuthold mit Wohnsitz bei Schaffhausen in Deutschland dann doch etwas zu heiss.... und so holte Ing. Groner ihn zur KOMET Radio AG.

Hier entwickelte Ing. Eugen Leuthold ab 1943 die MHR Schaltung, die 1945 am Markt präsentiert wurde. (MHR = Mehrfach-Hochfrequenz-Rückkopplung).  Eine zur damaligen Zeit geniale Erfindung zur Verbesserung der Radio Empfangsqualität.  siehe Datenblatt, zum vergrössern auf die Dokumente klicken.  KOMET hatte die MHR Schaltung in versch. Ländern zum Patent angemeldet.

 

Als der Krieg vorbei war ging es mit der Radio-Industrie in Deutschland wieder aufwärts, wogegen die Schweizer Radiofabriken kränkelten.

Eugen Leuthold ging nach dem Krieg wieder zu SABA... die nun das Patent von KOMET anfochten, weil Eugen Leuthold bei SABA bereits eine ähnliche Schaltung entwickelt hatte. Wie dieser Rechtsstreit ausging entgeht jedoch meiner Kenntnis.

Einige bekannte von KOMET produzierte Radios sind die Modelle K100, K102, K103, K104 usw. Einige Geräte wurden eingebaut in einem Radiomöbel geliefert.

Im Jahre 1964 kam Josef Groner junior (Sohn von Hr. Groner sen.) als frischgebackener Dipl. El. Ing. ETH zur KOMET und entwickelte bis ca. 1977 alle KOMET Geräte die ab dieser Zeit unter dem Namen KOMET verkauft wurden. Bereits als 16 jähriger entwickelte Josef Groner Junior die Plattenspieler-Verstärker für die Modelle K7 + K8. (Bilder weiter unten)

 


 

 

 

 

 

Nach dem zweiten Weltkrieg war eine neue Sende-Technik im Anzug, bei der man als Radio Hersteller nicht hinterher hinken konnte.

Die Ultrakurzwelle... ..kurz UKW

..brachte eine massive Verbesserung der Ton- und Empfangsqualität.

 

Kurz nach Kriegsende 1945 wurden in der Schweiz erste Sendungen in UKW ausgestrahlt.

Am 28. 2. 1949 nahm der Bayerische Rundfunk den ersten UKW Sender in Deutschland in Betrieb auf 90.1MHz.

 

Von allen Herstellern wurden nun UKW Radios produziert.  Die waren nicht für jeden erschwinglich... aber es gab für solche Fälle auch andere Lösungen.

1952 wurde der UKW-Einbau-Super KOMET 501 am Markt eingeführt. (siehe Datenblatt )

 

Dies war ein bei KOMET entwickelter UKW Empfangsteil in Röhrentechnik mit dem man jedes Radiogerät auf UKW-Empfang umrüsten konnte. Gegenüber Mittelwelle eine enorme Verbesserung der Klangqualität...  Viele Hersteller weltweit haben diese Schaltung in ihren Geräten verwendet. siehe Datenblatt.

 

1955 wurden bei der KOMET Radio AG die letzten KOMET Röhren-Radios mit UKW produziert.

 

1956 begann für Ing. Groner und seine Mitarbeiter eine neue Ära, es begann die Zusammenarbeit mit exlibris und Lenco.

 



 

Bis zum Jahre 1955 wurden Röhren-Radios gebaut und über den bestehenden Radio-Fachhandel verkauft.

 

Möbel und Holzgehäuse wurden

extern fabriziert.

Die Radios waren für den Empfang von Mittel und Langwellensender ausgerüstet. Später kam der Kurzwellenbereich hinzu.

Ab 1946 begann man mit UKW (Ultrakurzwelle) zu senden... ab 1949 ging

es richtig los... als auch in Deutschland die ersten UKW-Sender in Betrieb genommen wurden.

 

 

Wenn wir uns die Preise näher ansehen...

und dabei berücksichtigen dass ein Fabrikarbeiter zur damaligen Zeit im Schnitt

ca. Fr. 750 bis 850.-- Monatsgehalt nach Hause brachte... kann man sich leicht vorstellen dass sich solche Apparate nicht alle leisten konnten.

Weshalb dann Männer wie z.B. der Radioelektriker und Händler Hermann Steiner (RADIO STEINER AG) auf die glorreiche Idee kamen, die Geräte im Miete-Kauf System anzubieten.

 

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Für exlibris gebaute Geräte waren vorwiegend kompakte Plattenspieler mit eingebautem Verstärker als portable Koffer-Modelle oder als Heimgerät mit Stereo Verstärker, teilweise mit Anschluss für Tuner und Tonbandgeräte inkl. zwei Lautsprecher Boxen. KOMET baute verschiedene Variationen solcher Anlagen, wobei auch die Entwicklung und Montage der Lautsprecherboxen bei KOMET erledigt wurde.

 

Unter der Leitung von Dipl. Ing. Joseph Groner jun. konstruierte man bei KOMET ab 1965 eigene Hifi Komponenten wie z.B. den Verstärker K60/K60A und den Stereo Tuner K61... und andere. 

Hifi Geräte dieser Kategorie waren nicht für exlibris bestimmt. Sie trugen den Markennamen KOMET (ohne exlibris) und wurden exklusiv durch die Radio Fachhändler angeboten und verkauft.

 

Der KOMET K61 war ein Top Stereo Tuner konstruiert von Ing. Groner

Techn. Daten siehe unten im Datenblatt.   Preis 1965 = Fr. 1225.--

 

 

Passend zum Tuner K61 wurde 1965 der Hi-Fi Stereo Verstärker K60 / K61 angeboten.

siehe Datenblatt unten.   Preis 1965  K60A 2x40W = Fr.1580.-- 

 

Diesen schon damals sauberen professionellen Aufbau der KOMET Geräte

gab es bei vielen rennomierten Herstellern erst 30 Jahre später.

 

KOMET K60 / K60 A

Innenansicht. Modernste zukunftsorientierte Technik in Modulbauweise steckbar. 

Nur Beste Bauteile wurden verwendet.

Sowas sah man damals kaum an Hifi Geräten, höchstens bei Industrie-Geräten von Siemens usw.

 

Verwendet wurden nur die besten am Mark erhältlichen Bauteile... und selbst konstruierte Komponenten. 

 

Eine solche Anlage bestehend aus Verstärker K60A, Tuner K61, einem Lenco L70 und zwei Boxen KL 100 kostete 1965 rund sFr. 4500.-- 

(ca.DM 3600.- dafür konnte man sich auch einen VW Käfer kaufen, ein Fernseher kostete 1200.-bis 1700.-) 

Das Mt. Familien-Einkommen lag damals bei ca. Fr. 800.-- (1 Verdiener)

 

Rechnen wir das Ganze auf heutige Verhältnisse um, so würde eine ähnliche Anlage im Jahr 2016 grob gerechnet etwa 20'000.- CHF/Euro kosten

(wiederum der Preis eines Kleinwagens)

 

 

 

 

Handgerät zur manuellen Herstellung von Spulen und Drosseln, mit Windungs-Anzeige Zählwerk.

 

 



Eigene Konstruktionen der Marke KOMET wurden über den Radio-TV Fachhandel angeboten. Diese Geräte wurden auch mit anderen Plattenspielern bestückt, wie hier im Bild der KOMET 30 + 31... beide mit dem damals aktuellen Thorens TD 150.


 

 

 

 

Lautsprecher Boxen

made by KOMET Radio AG

 

unten: Verstärker KOMET 31 

ohne Plattenspieler als Einzelgerät.



 

 

 

 

Lenco  +  KOMET   =  exlibris

 

Bei der KOMET Radio AG wurden eigene und auch für Lenco, HF-TR Geräte zum Empfang des schweiz. Hoch-Frequenz Telefon Rundspruchs produziert... eine Art Kabelradio und schweizer Spezialität, die von 1931-1997 in Betrieb war. Mit diesen HF-TR Empfängern konnten schweizweit 6 Fixprogramme über die Telefonleitung störungsfrei empfangen werden. Die Geräte standen in vielen Haushalten, in allen Krankenhäusern und vielen Hotels. Die Elektronik - fertig bestückte Printplatten - wurde für diese Geräte bei der auf HF-TR spezialisierten Firma Velectra S.A. in Biel bezogen. Die Velectra S.A. war sehr bekannt durch ihre Tel. Rundspruch und Rundfunkgeräte der Marke BIENNOPHONE.

Im Bild ein Telefon-Rundspruch Gerät der Firma KOMET optisch und in Grösse passend zu den anderen KOMET Geräten der damaligen Generation.

zum vergrössern Bild anklicken

 

 

KOMET exlibris war der Markenname

aller durch exlibris verkauften Lenco Geräte. KOMET baute die Geräte und lieferte die fertigen Produkte an exlibris (die Migros).

 

Lenco baute selber auch Kofferplattenspieler und Stereo Kompaktanlagen, diese waren jedoch hauptsächlich für den Vertrieb im Ausland bestimmt. Alle in der Schweiz über exlibris verkauften Geräte wurden bei KOMET gefertigt.

 

In den 1950er Jahren produzierte KOMET erste Koffergeräte mit Röhrenverstärker. Oft zum Einsatz kam der Lenco B20... oder für billigere Geräte ein einfacheres Modell. 

 

Ab dem Mod. KOMET 7 war der Verstärker Transistorisiert. Der KOMET 8 war schon in Stereo ausgeführt, Vorstufe Transistor- und die Endstufe mit 2X EL84 in Röhrentechnik, inklusive zwei Lautsprecher im Deckel des Koffers. (entwickelt von Jos. Groner jun. dem damals 16 jährigen Sohn des Ing. J. Groner sen.)

 

 

KOMET Radio AG

produzierte Unmengen dieser Lenco B20 Koffer-Plattenspieler mit eingebautem Röhrenverstärker, ansteckbarem Tonkopfhalter und Lautsprecher im Deckel, ein beliebtes portables Modell...für den Grammo Club exlibris.

 

 

der Lenco B20 mit einfachem durchgehenden Kunststoff Tonarm, ohne Verstärker zum Anschluss an jedes Radio wurde über den Grammo Club als Ex Libris junior verkauft.

Diese Geräte, mit Keramik Abtastsystem und Saphir Nadel waren gleichermassen geeignet zum abspielen von Singles / LP's wie auch alte 78er Schellack Platten. Man musste nur die Nadel am Tonkopfhalter aud die andere Seite drehen.

 

 

KOMET 7  mit einfachem Lenco Plattenspieler in mono mit abschraubbarem Tonkopfhalter und 1 Lautsprecher im Deckel.  Eingebaut ein Transistor Verstärker. 

KOMET 8  Lenco Plattenspieler B20 Stereo Verstärker Vorstufe ist Transistorisiert, Endstufe in Röhrentechnik mit 2xEL84.

inkl. 2 Lautsprecher Boxen.

 

 

 

Lenco Koffer- Plattenspieler für exLibris...

 

Lenco KOMET 26

In der Schweiz wurden -auf Grund eines Exklusiv-Vertrages- die Lenco Plattenspieler in den 1960/70er Jahren unter dem Label KOMET über den Buch und Schallplatten-Club exlibris verkauft.

Die Geräte hatten ein schlichtes funktionelles Design, bestehend aus Lenco Plattenspieler B55 / L75 und L78 mit eingebautem Stereo-Verstärker und 2 Lautspr. Boxen.  Zur Auswahl stand der KOMET 26 in Weiss oder Nussbaum.

Die Verstärkerleistung der Geräte war mit 2x6W bis 2x20 Watt auf Wohn und Jugendzimmer ausgelegt. Die Elektronik dieser Geräte wurde zu 100% bei der Firma KOMET Radio AG in Mitlödi /Kt.Glarus produziert.

 

 

 

 

KOMET 25 

mit Lenco L78 

Stereo Verstärker flache Bauart, alle Funktionen von oben bedienbar.

 

Für einige Lenco Geräte stehen im Kapitel 10 Service Manuals zur Verfügung... für andere leider (noch) nicht.

 

Hinweis: Im Fall eines Defekts müssen bei diesen Geräten wie z.B. KOMET 25/26.. KOMET 75/80.. etc. oft nur alle Elko's ersetzt werden. In wenigen Fällen auch die kleinen Transistoren.

 

 

 

 

KOMET 27  mit Lenco L75  Verstärker wie KOMET 25

 

 

 

exlibris Komet 80 

identisch mit KOMET 27

in Weiss hiess er K80.

ein Modell der späten 1970er Jahre als die flachen Geräte in Mode kamen. Flachbahnregler verdrängten die Drehregler und zeugten von moderner Technik, auch wenn unter der Haube das gleiche drin war wie beim Vorgänger. Hauptsache das Design ist Zeitgemäss.

 

 

Bild unten:  KOMET 90 mit Lenco L90 electronic Belt Drive. Der Riemen getriebene L90 war einer der modernen Lenco Plattenspieler, gebaut von 1975-77.  Der Verstärker ist identisch mit KOMET 80.


 Lenco + exlibris  

 

ein geschichtlicher Überblick

 

Kurz nach der Firmengründung in der Schweiz wurde bei Lenco fleissig produziert, doch die erste Zeit lief der Absatz ihrer Produkte nicht wie gewünscht, aber Marie und Fritz Laeng liessen nicht locker und sie machten sich Gedanken wie man mehr Plattenspieler an das Volk bringen könnte.

 

Dabei hatten die beiden den im Jahre 1947 gegründeten Buchklub Ex Libris... im Auge... denn ExLibris verkaufte seit 1952 auch Schallplatten. Marie Laeng sah darin eine Möglichkeit bei ExLibris vorzusprechen um ihre Lenco's anzupreisen. 

 

Heute kennen wir exlibris als grössten Schweizer online-Händler in dieser Branche mit Läden in der ganzen Schweiz. Vertrieb von Büchern aller Art, Videos DVD's etc. ( und als Tochterunternehmen der Migros)

 

Gottlieb Duttweiler, der Gründer der MIGROS Supermarktkette, war ein sozial und kulturell aktiver Mensch. Als genialer Geschäftsmann sah er die Zukunft als Realität. 1949 beteiligte sich Duttweiler (für die Migros)  am bereits bestehenden Buchklub exlibris. 

 

Ab 1952 wurden die Vinyl Schallplatten immer aktueller und exliblis wurde zum grössten Buch und Schallplatten-Club der Schweiz. 

Duttweilers persönliche volkswirtschaftliche Beraterin Frau Dr. Elsa Gasser, war an dem Erfolg von exlibris nicht unbeteiligt. Auf ihr Anraten nimmt Duttweiler 1952 den Vertrieb von Schallplatten in sein exlibris Programm auf. Dr. Elsa Gasser wird erst mal Leiterin und Verantwortliche für den exlibris Vertrieb.

 

Im Herbst selben Jahres 1952 wird auf Grund erfolgreicher Verkäufe der ExLibris Grammo-Club gegründet.

Die Firma heisst jetzt  exlibris Buch- und Schallplatten-Club. Von nun an kann jeder bei exlibris Mitglied werden. Schallplatten wurden als sogenannte Club-Editionen zu günstigen Konditionen an die Mitglieder weiter gegeben, was Ziel und Zweck des Clubs war.

 

1956 nimmt Duttweiler die exlibris inkl. Buch+Grammo-Club vollständig unter seine Fittiche. Geschäftsführer war 1956-1982 Dr. Franz Lamprecht. 

 

1970 erfuhr der exlibris grammo club einen erneuten Schub nach oben, da mit einem Schlag 100'000 neue Mitglieder hinzu kamen, als sich exlibris unter der Leitung von Dr. Franz Lamprecht auch noch die in der französischen Schweiz aktive "Guilde du disque" einverleibte.

 

Nur zwei Jahre später 1972 übernimmt die MIGROS (der Migros Genossenschafts Bund/MGB) das gesamte Aktienkapital. Seither ist exlibris eine vollwertige Tochterfirma der MIGROS. Die Technik der Tonträger änderten sich, die CD hielt auch bei exlibris Einzug  und so wurden in den Jahren 1989/90 bei exlibris die letzten Bestände an Schallplatten vor den Läden verscherbelt und ausverkauft.

Der Buch-Club war nicht nur im Handel aktiv, sondern auch noch als Verlag tätig. Diese Verlagstätigkeit wurde ca. 1984/85 aufgegeben.

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Die Zusammenarbeit mit der Firma KOMET Radio AG in Mitlödi/Glarus, startete ebenso 1956. Geräte mit Lenco Plattenspieler welche exlibris verkaufte produzierte KOMET. Infos dazu siehe oben an dieser Seite.

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In den ersten zwei Jahren nach Einführung entsprachen die Schallplatten-Verkäufe bei exlibris trotz den Erfolgen nicht den budgetierten Mengen. Der Grossteil der angehenden Kunden hatte ja auch noch keinen Plattenspieler

 

Für Marie und Fritz Laeng - die das Problem erkannten - eine Top Situation, denn auch bei Lenco hätte man gerne noch mehr verkauft... also galt es hier Abhilfe zu schaffen. 

1953 nur 1 Jahr nach Einführung der Schallplatten bei exlibris, sprachen Marie und Fritz Laeng bei der Geschäftsleiterin Frau Dr. Gasser vor. Sie empfahlen dass exlibris doch Plattenspieler verkaufen sollte, weil dadurch automatisch auch die Verkäufe der Schallplatten erhöht würden, wenn die Kunden bei exlibris auch gleich noch Abspielgeräte kaufen könnten.

 

Frau Gasser lenkte ein, zu der Bedingung dass Lenco an exlibris nur zuverlässige Geräte liefert und den Reparatur Service für die verkauften Geräte garantiert und diesen auch gleich selber im eigenen Werk durchführt. (Für Lenco kein Problem). Zudem wollte exlibris den Exklusivvertrieb für die Schweiz. 

Unter all diesen Bedingungen entstand zwischen Lenco und exlibris ein Exklusiv-Vertrag auf unbestimmte Zeit. (womit gleichzeitig der Vertrieb über den Fachhandel blockiert wurde, wobei man dessen Ernsthaftigkeit bei Lenco erst später wahrgenommen hat.)

 

Anfangs wurden die Orginal Schallplatten vorwiegend aus Frankreich, USA und England in eigens für exlibris hergestellten Plattenhüllen verkauft. Das Cover stammte aus der Hand von Schweizer Künstlern. Später erhielten die Pressungen eigene exlibris Labels... Aufkleber und eigene Nummern. 

 

In den ersten Jahren gab es nur Klassik und Jazz... und wenig U-Musik wie Schlager etc. ...an Rock'n Roll war erst gar nicht zu denken. Man wollte das Musikalisch-Kulturelle Niveau hoch halten.

Anmerkung: wahrscheinlich zielte man absichtlich auf die Kunden die Jazz und klassische Musik hörten weil diese auch eher das entsprechende Portemonnaie hatten und gewillt waren die Geräte zu kaufen.

 

Erst im Jahre 1965 konnte man bei exlibris die erste ELVIS-Platte kaufen mit gelbem Cover und der exlibris Nr. 25037 ... - die heute kaum noch zu finden ist. Sammler bezahlen mehrere Tausend Euro für sowas. All das erst 1965 als der King längst weltweit bekannt war.

Beat und Rockgruppen kamen endlich auch dazu, Rolling Stones, Beatles und alle anderen wurden Verkaufs-Hits. Bald umfasste das Grammo-Club Sortiment alles von der Märchenplatte über Cabaret Schlager Beat und Hard-Rock. (Klassik verschwand in den Hintergrund)

 

Neben Lenco gab es noch 15 andere Konkurrenten die ihre Plattenspieler an exlibris verkaufen wollten. Lenco machte das Rennen, wahrscheinlich auch deshalb weil Lenco als Schweizer Produzent auch den Service übernahm und zu äusserst attraktiven Preisen lieferte. Lenco verkaufte von nun an in der Schweiz exklusiv über exlibris.

 

Diese Geschäftsverbindung bescherte beiden Parteien eine grossartige Zukunft. Schon nach kurzer Zeit verkaufte exlibris 1000 Lenco Plattenspieler... und es wurden immer mehr. Der Verkauf der Schallplatten schnellte in ungeahnte Höhen.... und gleichzeitig auch der Umsatz bei Lenco.

 

Nach dem Konkurs der Lenco AG entfiel die Produktion von Plattenspielern.

Herr Groner konzentrierte sich zukünftig auf die Entwicklung von Spezial- Geräten für die Messtechnik.

Die KOMET Radio AG besteht nach wie vor und wurde 2004 zu einem reinen Handelsunternehmen umfirmiert.