Kapitel 2

 

 

 

 Orchesterelektronik - Orgel u. Gitarren-Verstärker Echogeräte - Lautsprecherboxen  u.v.m 

1961/62 fing alles an mit ganz einfachen Basteleien. 

 

 

 

 

Mit elf Jahren interessierte ich mich erstmals für die Elektronik als ich dieses Buch im Sperrmüll am Strassenrand fand, das ich kurze Zeit später zusammen mit anderen Radiobüchern buchstäblich verschlang. Die Schaltungen und Erklärungen wollte ich unbedingt verstehen. So fing ich an die Materie zu studieren und anhand der Schaltpläne die Geräte nachzubauen. Nur ein Jahr später standen in meinem Bastelraum bereits verschiedene funktionierende Geräte, Verstärker, Detektor und AM Empfänger usw. 

Alles gelernt aus älteren Büchern und Elektronik Heften aus den USA und einem ganzen Stapel Baumappen der Firma Radio RIM München, die ich von einem Funkamateur bekam.

 

Im weiteren hatte ich noch keine Ahnung was sonst so abging in der Welt der Elektronik.

 

Mein " erster Verstärker "  war ein altes Sondyna Radio welches ich 1961 zum Verstärker "umgebastelt" habe. Mit einem Mikrofon klappte alles ganz gut.  Als ich dann die E-Gitarre eines Freundes ansteckte ging "mein Amp" in den Radio-Himmel. 

Jede freie Zeit verbrachte ich mit lesen, üben, ausprobieren, experimentieren und Geräte nachbauen. Habe das meiste auch dokumentiert in Sammelmappen abgelegt.  

Mit der 120er Rollfim Kodak-Kamera unserer Mutter fotografierte ich die meisten Exemplare "meiner Werke" womit ich bei Mutter auf Unverständnis stiess (wenn sie es bemerkte). Vater hat von all meinem Wirken kaum was mitbekommen. Er hatte andere Hobbies, hat sein Leben lang gearbeitet, sich seinen Tieren angenommen und für die Familie gesorgt.  

 

Ab 1966 Fotografierte ich mit einer alten Ricoh Sucherkamera die ich von einem älteren Herrn geschenkt bekam, da er für sich zwei neue Leica's kaufte.  Diese damals noch analogen Filme mussten nach dem belichten zum entwickeln in ein Foto-Labor eingeschickt werden. Filme und Entwicklung waren echt teuer so dass ich oft nur schwarz-weiss Filme verwendete. (musste sie mit meinem heimlich nebenbei verdienten Geld selber bezahlen)

 

Alle 20 Ordner voller Fotos, Prospekte und Bilder der letzten 40 Jahre wurden im Jahre 2001 als meine Sammlung von über 6000 Hifi und Musik-Geräten etc. inkl. Werkstatt dem Werk von "Brandstiftern" zum Opfer fiel ebenfalls beinahe komplett zerstört. Nur wenige Fotos konnten gerettet werden. Werde versuchen möglichst viele der beschädigten Fotos zu restaurieren und hier einstellen.

  

Die 1960er Jahre... ein Anfang mit einfachsten Mitteln

und gebrauchten Bauteilen aus alten Radios etc. 

Bis ca. 1967 waren meine Geräte mit Röhren bestückt, da meine ersten Bücher vorwiegend die Röhrentechnik behandelten lernte ich zuerst diese Technik zu verstehen.

 

 

1964

Mein erster funktionierender Verstärker. Ein 8 Watt Röhrengerät. Gebaut im Alter von 14 Jh.

Kiste aus Holz und Pavatex.

 

 

 

Die Schaltungen waren damals mehrheitlich Nachbauten aus Unterlagen der

Fa. RIM Electronic München. (Radio RIM )

 

 

1964

Mein zweiter, ein 4 Kanal mono Mischverstärker. Alle Bauteile stammten aus alten ausgeschlachteten Radios etc. Front war aus Pavatex.

 

1965

Ein 5 Watt Röhrenverstärker.

Der erste mit Metall Gehäuse.

Design war abgeschaut von

Amerikanischen Prospekten.

( Foto ist leider schlecht )

 

 

 

1966

Mein erster Verstärker mit eingebauter Hallfeder. Für Gitarre und Mic. Eingangs-buchsen waren an der Rückseite angebracht.

 

 

1966  

Elacord SW-R1000

Aus alten Teilen baute ich zum persönlichen Gebrauch nach einer Anleitung der Firma Heathkit diesen Kurzwellen Empfänger. Design Holzkiste, Pavatex und Klebefolie.

Das Gerät funktionierte einwandfrei.

 

 

 

 

1967

baute ich für mich diesen 10 Watt Bassverstärker. Damit "durfte" ich

...mit meinem selbst restaurierten Hagstrøm E-Bass bei meinem Opa in seiner Musikkapelle mitspielen. Die Schweizer Volksmusik war überhaupt "nicht mein Ding" ...aber ich habe so

doch viel von den "damals alten" gelernt. ( heute bin ich selber einer )

 

 

 

Ab 1969 war Schluss mit Basteln, nun wurde alles professionell

 

 

 

1969

Elacord TA20W

20 Watt Tube Amp

 

Anschluss für 1 Gitarre und 1 Microphon.

 

1969

der erste volltransistorisierte Elacord Gitarren-Verstärker

mit eingebauter Hallfeder.


Meine ehemals verwendeten Instrumente.

Die weisse Gitarre - im Bild oben - war meine erste selbst gebaute E-Gitarre die ich dann auch gespielt habe. Von ihr existiert leider kein weiteres Bild. Habe auch Modelle von Hagstrøm gespielt und selbstverständlich einige Eigenbau Gitarren. Eine EG-760 habe ich viele Jahre selber benutzt.

 

 

 

Noch zwei Gitarren folgen

Bilder werden restauriert

 

 

 



 

1969

25 Watt Gitarrenverstärker  in Transistortechnik mit zwei eingebauten Lautsprechern. Das war einer der ersten Verstärker von dem ich bereits einige verkaufen konnte. 

 

 

 

 

 

In den 1970er Jahren entstanden viele weitere Elacord Verstärker Modelle

und Lautsprecheranlagen von denen ich leider keine Bilder mehr habe.

 

 

    1970   EPE

    35 Watt Orchester Verstärker mit zwei        eingeb. Lautsprechern.

    Mit diesem Modell kam die Sache ins        laufen. Einige aus der ersten                      Produktion konnte ich gleich verkaufen.

    Weitere Bestellungen folgten.

 

 

 

1970   (EPE)

mein erstes selbst gebaute

(und auch funktionierende )

Echogerät mit Endlosband und vier Tonköpfen. Es war optisch nicht schön aber funktionierte einwandfrei.  Bei zwei unserer eigenen Instrumentalverstärkern war so eines eingebaut.

 

 

 

 

1972    

 

Eine Kundenbestellung

Elacord GA 3072W 

30 Watt Mini Combo

für Mic und Instrumente.

 

1972...1975    

GM 7100 der unverwüstliche super Amp. für Gitarre und Gesang. Anschl. für Echogerät und Fernbedienung. 2 x 80W mono Enstufen.

Er war servicefreundlich, beliebt robust und langlebig. 

 

 

 

 

 

1972...74    

Elacord PA-90

 ( 2 x 45 Watt mono Amp. )

Universalverstärker für allgemeine Beschallung

 

 

 

 

Längere Zeit tüftelte ich an einem Super FM Tuner zur persönlichen Benutzung.

 

1972 war dann endlich mein selbst gebauter FM Stereo Röhren Tuner einsatzbereit. Er war echt gut und konnte sich problemlos mit vielen anderen Fabrikaten messen. Nach wenigen Korrekturen funktionierte er an meiner 8 Element UKW Antenne mit Rotorsteuerung viele Jahre wunderbar. Er sollte ein Museumsstück werden, wurde beim Brand 2001 vernichtet.

 

 

 

 

1973       GSA-300   45 Watt Gitarrenverstärker - einer der letzten in Röhrentechnik.

 

 

1973...75   (EPE)

Bau der ersten Elacord Hi-Fi  Verstärker

 

 

     PA 1000  Hi-fi Stereo Vorverstärker

     PA 9000  Hi-fi Endverstärker 2x 90 Watt 8Ω

     PA 3000  Hi-fi Endverstärker 2x 30 Watt 8Ω  


 

1974..77  A-452   (EPE)

Der Outdoor Party-King

Stereoverstärker zum Betrieb an 12 Volt Auto-Batterie.  Inkl. zwei Lautsprecherboxen.

 

 

 

 

 

1974   (KB)

 

50 Watt Intrumentalverstärker

in Transistortechnik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1974    (EPE)

 

Portabler 40 Watt Mikrofon Verstärker

Das Gerät wurde in mehreren Serien

bis 1977 für den Export gebaut.

 

1976   

Universal Misch-verstärker für allg. Verwendung. Zur Vermietung an Vereine,  Ausstellungen usw.

 

 

 

 

 

 

Rhythmusgeräte waren alle Eingenkonstruktionen ohne Kundenauftrag. Interessante Arbeit aber für einen Kleinbetrieb sehr zeitraubend und wegen zu geringen Absatzmengen nicht gewinnbringend, weshalb nur wenige gebaut wurden.

 

 

Zu Beginn der 1970er Jahre hab ich den L70 als Diskothek Modell EL-700 in einem Transportkoffer eingebaut verkauft.

Rückseitig war eine Öffnung wo der Teller hinter einer Klappe verstaut werden konnte

 

 

Elacord Gitarrenproduktion 1965 - 1986

Die SG-E36 / FLYCORD, FLYSTAR und FLYMASTER waren Kundenbestellungen.

Modell EF-1 war 1966 meine erste self made E-Gitarre. Star77 und EG-760 waren die letzten vor 1980 gebauten Gitarren. Später baute ich noch zwei Modelle.. Bild folgt.


 

1970er Jahre

Die Beschriftung einzelner Geräte erfolgte in den 1970er Jahren oft mit solchen Buchstaben die von einer Folie - dort wo möglich - direkt auf die zu beschriftende Unterlage "gerubbelt" wurde.

 

 

 

 

 

Gehäuse für Verstärker und Lautsprecher wurden bis 1976 aus mehrfach verleimten Tischlerplatten gefertigt. Um die Stabilität, das Resonanzverhalten und Klangqualität weiter zu verbessern wurden ab 1977 für alle Lautsprecher Gehäuse, vor allem auch

im Hi-Fi Bereich nur noch hochstabile MDF Platten verarbeitet.

 

 

 

1977    (EPE)

 

Elacord MC-200

80 Watt Instrumental Verstärker

 

Vielleicht ist es jemandem aufgefallen dass die meisten Geräte nur runde Bedienelemente haben. Das hat einen einfachen Grund. Die Bearbeitung der Frontplatten war um einiges schneller und einfacher wenn nur Löcher gebohrt werden mussten. Schlitze fräsen etc. war mit unnötigem Mehraufwand verbunden. Kippschalter bringen keine Qualitätsverbesserung, also macht das auch keinen Sinn. Mein Arbeitsag hatte sowieso meistens 12-15 Std. 

 

 


 

 

Quadrophonie

1973 wurden die ersten Quadrophonie Anlagen und Schallplatten in den Hifi Läden angeboten. 

Es dauerte eine Weile und die Verkäufe liefen durchwegs eher schleppend. Die Firma JVC war im Quadro-Geschäft führend. Einige Hersteller boten Decoder an womit man die 2 Kanal Stereoanlage

" technisch trickreich"  in eine Quadrophonie Anlage verwandeln konnte.  (wenn man daran glaubte).

 

 

 

Solche Decoder habe ich 1975..76  auch gebaut. SQM-400

Quadro Matrix Decoder

Standardfarbe Hellgrau. Hier ein Exemplar in Beige. ( Kundenwunsch )

Die QUADROPHONIE der 1970er Jahre war eigentlich eine Totgeburt... denn schon rein physikalisch gesehen konnte das Quadrosystem wie es damals technisch scheinbar "gelöst" ...oder eben nicht gelöst wurde eigentlich gar nicht richtig funktionieren, wie es sich dann auch erwiesen hat. 

Der Kunde will jedoch "moderne" Produkte... also baut man sie.

Der Hifi Markt benötigte genau in diesen Jahren so oder so unbedingt neue Anstösse und so kam die Quadro Geschichte dennoch gerade richtig.... wenn auch nicht für lange.

 

Auf Grund vermehrter Nachfrage meiner Abnehmer baute ich 1977 auch eine Quadro-Anlage.  Entgegen anderen Produkten hatte ich meine eigene Idee.

Denn oft gestaltete sich der Verkauf von Lautsprechern schwierig weil die Dame des Hauses keine grossen Boxen haben wollte. Also bauen wir kleine Mittel/Hochton Satelliten und einen Sub Bass dachte ich mir.  ...den kann man auch diskret platzieren, weil wir Töne unterhalb von 800 Hz kaum und solche unter 80 Hz überhaupt nicht orden können. 

 

Den Verstärker konnte man selbstverständlich auch für normale Stereo Wiedergabe in zwei Räumen verwenden.  Der QS-7705 lieferte 4x 35 Watt rms (8Ω) über vier separate Endverstärker für die vier Lautspr.-Satelliten plus 25 Watt von der separaten Bass Endstufe für zwei Sub-Woofer. Funktion Stereo/Mono und Quadrophonie. Stereo-Spatial-Surround-Sound inkl. Nachhalleffekt über das eingebaute Federhall System war ebenfalls möglich. (damals begehrte Spielereien). 

Anschl: Phono, Tuner, Ein/Ausgang für 2 Bandgeräte und Anschluss für Stereo/Quadro Kopfhörer... plus ein NF Ausgang für den Aktiv Subwoofer. 

Bild unten Quadro Amplifier QS-7705

 

 

Die GBO Serie 1977/78 beinhaltete vier Instrumental-boxen mit Belastbarkeit von 50 / 80W / 150 + 300W 16Ω.

 

Hier hab ich ein einziges Foto einer gebrauchten Box welches später mal bei Servicearbeiten geknipst wurde.

 

 

      1979         VM-120X6M Mischverstärker für 6 Microphone und Anschluss für

                         Hall oder Echogeräte. Inkl. Fussfernbedienung für Master Volume

1980 kam die Bandleader Serie in den Verkauf.

Die Anlage bestand aus: Verstärker A900 mit Mischvorstufe und 2 x 100 Watt mono Endstufen. 

Box B900 mit 38cm Bass/Mittel und 2x30cm Fullrange Konus. Max. Belastbarkeit 400 Watt. 

C900 Combo Leistung 120Watt.   V900 100 Watt Gesangsboxen, je zwei auf mitgeliefertem Stativ. Die Anlage wurde bis 1984 produziert. Fussfernbedienung für den Verstärker war inkl.  

 

 

1978 / 1983     Der Echomischverstärker TE-580E  wurde erstmals

                        1978 dann 1983 in zweiter Auflage gebaut.

 1984   ELACORD DUO 300     120 Watt Anlage mit Echoverstärker

 

 

 

1985

 

Elacord EB-350   

Kräftige E-Bass Box für grosse Bühnen.

Bestückung:

4 x 38cm 120 Watt Bass Chassis 

 Empf. Belastbarkeit 350 Watt.

 

 

 

 

 

1989/90    Meine letzte Entwicklung einer kompletten

professionellen Orchester Serie - Music System S-9000

Oben:  TS-900 der digitale Schlagzeug und Rhythmus  Computer mit Speaker.

Ein High Tech Sound Processor mit unzähligen Kombinationsmöglichkeiten.

 

 

Bild unten:

Oben:    PA-900  480 Watt High Tech Amp.  4 x separate 120 Watt Endstufen

Mitte:    TE-900  6- Kopf Hochleistungs Echo Maschine mit Endlosband

Unten:  TS-900  Digitaler High Tech Schlagzeug & Rhythmus Computer

 

 

 

Die letzten Elacord Hifi Geräte von denen ich 1990/91... eine kleine Serie produzierte. Der Hifi Vorverstärker SE-9010  und die Endstufe class AA, SE-9090 mit 2x90 Watt rms an 8Ω. ( kurz danach zerbrach der Handel mit Jugoslawien.)

  

 

1999    Die allerletzten Elacord Musikgeräte / Prototypen. 

               

                 Beim URANUS 2002 handelt es sich um einen reinen Instrumentalverstärker

                 in Digitaltechnik ohne Lautsprecher.  Wenn es mir gelingt eines der beschädigten                   Fotos vom URANUS 2002  zu restaurieren wird auch dieses hier online gestellt.

 

 

 

In den 1970er Jahren gab es eine Menge Hifi Geräte in hervorragender Qualität... auch wenn man es nicht allen angesehen hat waren einige Juwelen dabei. Aus meiner grossen Sammlung von über 6000 älteren Hifi Geräten habe ich  in der Zeit von 1990-1998 einige restauriert, mit einem Plattenspieler - Lenco, Elac, etc. und hochwertigen Lautsprecherboxen - Elacord, Cabasse, Heco o.ä. bestückt. Diese hochwertigen Design Geräte fanden immer schnell neue Besitzer. In meinem Lager befanden sich viele Plattenspieler aller Marken, auch alle Modelle von Lenco die ich 1977 / '78 beim Konkurs von Lenco in Burgdorf gekauft hatte.

 

 

 

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