Kapitel 1

 

 

 

Geschätzte Besucherinnen und Besucher.

 

In meinen "Electronic Seiten" zeige ich verschiedene Geräte aus meiner aktiven Zeit, angefangen vom ersten Basteln als Schüler in den 1960er Jahren bis zur professionellen ELACORD Audiotechnik. Die Infos sind auch ein etwas anderes MUSEUM der analogen Unterhaltungselektronik.

 

Kapitel 1    Einführung und pers. Geschichte zu den Anfängen ab 1962.

Kapitel 2    Audio und Musik-Geräte ...Bilder und Infos  1965 -1992.

Kapitel 3    Elacord Lautsprecherbau Bilder und Infos 1965 bis 1992 

Kapitel 4    Elacord Electronics ... diverse Test- Prüf- und Service Geräte

Kapitel 5    Elektronik-Patienten " ...Test und Messgeräte in meiner Werkstatt

Kapitel 6    noch offen  ... Audio Video Electronic  Museum in Bild und Text

 

Vorwort:

Schon als Schüler interessierte ich mich stark für die Elektronik. Studierte Bücher, baute Geräte usw. Ab 1968/69 bis Mitte der 1990er Jahre entwickelte und baute ich Audio Geräte. Vorwiegend im Bereich Orchesterelektronik und Hi-Fi Technik, Verstärker für Gitarre Orgel und Gesang. Echo- Hall- und Effektgeräte, Lautsprecherboxen, Beschallungsanlagen und einige E-Gitarren etc. Entwicklungen im Bereich Funk- und Messtechnik waren für mich ebenso schon früh ein interessantes Thema. 

Servicearbeiten und Reparaturen wurden erledigt an allerlei Geräten und elektronischen Orgeln.   -  Zwischendurch verirrten sich auch Radio und TV Geräte in meine Werkstatt. 

Für Kameras und Videorecorder war mein auf Videotechnik spezialisierter Kollege, den ich bereits von der Berufsschule kannte und schätzen lernte zuständig. Er nahm sich diesen Geräten gerne an und reparierte sie oft in meiner Werkstatt. 

 

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...hier noch eine kurze INFO damit Sie wissen weshalb verschiedene meiner Bilder aus Fragmenten beschädigter Fotos neu gescannt, repariert und restauriert werden mussten.

In mehr als dreissig Jahren sammelte ich Radio TV, Audio und Video Geräte jeder Art und Marke, Plattenspieler, Autoradios, Funkgeräte, Diaprojektoren, Fotokameras, 700 elektr. Nähmaschinen und Tausende techn. Unterlagen, Schaltpläne, Hunderte Fachbücher und allerlei Zubehör... alles um ein Museum zu eröffnen. Dann verlor ich meine Sammlung mit über 6000 Geräten inkl. Rep. und Service Werkstatt in der Nacht vom 22./23. Juni 2001 als "unbekannte" die ganze Fabrik in Brand steckten in welcher neben 30 anderen Mietern auch ich eingemietet war.  Ebenso vom Löschwasser zerstört oder stark beschädigt wurden mehrere Kisten voller Unterlagen und etwa 15 Ordner mit Hunderten Fotos und Katalogen.

Prospekte Flyer Fotos meiner Produktion die gerettet werden können werde ich versuchen zu restaurieren und hier einstellen.  ...es wird dauern  ...aber es wird. 

 

...viel Spass beim betrachten meiner Webseite

und danke für Ihren Besuch.

 

Die Horror-Nacht vom 22./23. Juni 2001

 

 

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nun zum eigentlichen Thema

 audio electronic made in switzerland

 

 

meine kleine Geschichte

alles begann 1962 mit diesem Buch

In den 1950/60er Jahren bin ich in der Schweiz mit drei Geschwistern aufgewachsen, besuchte die Schule bis zum Gymnasium. 1966 erste Berufsausbildung in der Grafischen Industrie mit Abschluss als zweitbester. Die Zukunft schien hier für mich nicht optimal, umso mehr dass ich in der Zwischenzeit andere Interessen hatte. So absolvierte ich gleich anschliessend meine zweite Berufsausbildung zum Elektroniker bei einer grossen Radio-TV Firma die nicht mehr existiert. 

Erster Schritt, Ausbildung zum Radio-TV Techniker mit Abschluss 5.9 als Klassenbester. Weiterbildungen in Funk- Mess- und Tontechnik. Abschluss als Dipl. Elektroniker, gleichauf mit einem Schulkollegen mit dem ich später einige Jahre zusammenarbeitete. Mitte der 1970er Jahre machte ich mich selbständig. Mehr als dreissig Jahre war ich aktiv beschäftigt im Bereich Audiotechnik / Musik-Elektronik etc.

 

Ab der vierten Klasse der Grundschule wollte ich Berufsmusiker werden. In einem Orchester mehrere Instrumente spielen war mein Traum. Die Eltern waren jedoch streng dagegen und überzeugt dass man mit Musik kein Geld verdienen kann. So wurde mir auch Klavierunterricht und der Besuch einer Musikschule untersagt. Es war damals üblich dass Kinder ihren Eltern gehorchten... das taten wir dann auch (meistens).

 

Als ich  etwa zehn Jahre alt war bekam ich das Buch "Radiotechnik für alle"  in die Hand.

Dieses Buch hat mich fasziniert, ich wollte das alles verstehen und können... und so war mein Interesse an der Elektronik geweckt. Als ich dann von einem mir bekannten Amateurfunker und seinem Sohn auch noch weitere alte Bücher erhalten hatte war ich endgültig "von der Elektronik infisziert".  (die beiden Herren leben leider nicht mehr).

 

Da mir das Lernen leicht fiel und Spass machte wurde ich erst mal zum Autodidakt. 

Vieles aus den Büchern von Heinz Richter und Werner W. Diefenbach habe ich nachgebaut. Damals alles in Röhrentechnik. Später kam ich an einige Bücher von Dieter Nührmann aus denen ich die Transistor-Technik kennen lernte.

Auch die PHILIPS Lehrbriefe waren hilfreich. Vom Funkamateur bekam ich auch etliche Baumappen von Radio RIM München, die ebenfalls zum Nachbau animierten.

 

Mit Unterstützung im eigenen Hause war nicht zu rechnen. Mama verstand nicht wie ich mich für "das Radiozeug" interessieren konnte. Nach Ihrer Idee sollte ich möglichst rasch Geld verdienen und etwas an die Haushaltkosten beitragen. Zuhause mithelfen ist ja völlig in Ordnung... aber hab ich meine Geburt ( und damit Kosten ) verursacht ?

 

So kam ich erst mal in die Grafikindustrie wo es zu dieser Zeit an Lehrlingen mangelte. Dort erhielt ich drei mal so viel Lehrlingsgehalt wie in anderen Berufen, also war das "angeblich das richtige für mich". Nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung war ich auch gleich "angestellt". Von meinem Gehalt musste ich 75% an die Familienkasse abgeben. 

Unsere Mutter war übermässig besorgt und lieb, aber gleichzeitig ein über uns Kindern kreisender Adler, in manchem dominant und /leider/ sehr religiös. Alles war gut solange es nach Ihren Vorstellungen funktionierte.  Wann immer möglich entzog ich mich deshalb Ihrer Überwachung. 

Doch trotz alldem hatte ich eine sehr schöne lehrreiche und bereichernde Jugend und bin dankbar für alles was ich auch in dieser Zeit lernen und erleben durfte.  

Nun hatte ich also ein neues interessantes und sehr lehrreiches Hobby. Der Amateurfunker und ein damals 22 Jahre alter Angler-Kollege, von Beruf Elektrotechniker, waren mir beide zwei bis drei Jahre in technischen Angelegenheiten eine grosse Hilfe.  

 

Kurz nach meiner Einschulung kauften unsere Eltern ein älteres Haus. Da gab es mehrere Keller- und Nebenräume, Platz zum Werken und Basteln, ein Paradies für mich. Meine "Freizeit", die frühen Morgen- oder Abendstunden und Sonntage - nutzte ich für mein Hobby und andere "gescheite" Aktivitäten. Nichts unnötiges lenkte uns ab, Game Boy, Smart Phone, Computerspiele, Internet gab es alles nicht. Ein TV Gerät war bis 1969 auch keines im Haus.  

Im Selbststudium mit basteln und experimentieren verinnerlichte ich mir die Elektronik, baute Schaltungen aus den Büchern und erlangte wertvolle Erfahrungen. Natürlich funktionierte nicht alles auf Anhieb ...aber aus Fehlern lernt man.

 

Als Schüler kannten wir in unserer Familie kein Taschengeld. Weil dieses fehlte wurden alte Radios und Hifi Geräte vom Sperrmüll gesammelt, von denen es interessanterweise (wenn ich es im Nachhinein überlege) damals in den 1960er Jahren doch immer wieder relativ viele gab, die einfach weggeworfen wurden. Vor allem Röhrengeräte die oft noch funktionierten. So waren auch die Bauteile noch O.K. Alles wurde ausgeschlachtet um an Bauteile zu kommen. 

Dann wagte ich mich an den Bau meiner ersten Gitarre. Das ging gründlich schief, da ich noch nicht über das richtige Werkzeug verfügte und auch noch nicht so richtig Ahnung hatte von der Materie, wie das überhaupt alles geht.  So ging es zum zweiten und dritten Modell... imme noch nix. 

Falsches Holz war das Problem. Ich wusste noch nicht dass es Tonhölzer gibt... und welche das sein sollten. Da unser Haus bis unters Dach voller Bretter war suchte ich mir einfach einige schöne raus und verwendete aus Unkenntnis das falsche Holz. 

Bei der vierten hat es funktioniert

nachdem ich weitere Infos über Gitarrenbau studierte, ein Holz-Fachbuch angeschafft und den Tischlermeister mit meinen Tausend Fragen beglückt hatte. Die Leute waren immer sehr hilfsbereit. Mein Holz präzise schneiden durfte ich in der Möbelschreinerei beim Tischlermeister im Nachbardorf. Mein Gitarren Projekt 1963/64 konnte nun starten und dauerte mehrere Monate. Gute Vorbereitung und präzises arbeiten war Voraussetzung für den Erfolg, was sich auch die nächsten Jahre positiv auswirkte. ( Bild: das einzigs Foto meiner Gitarre )

 

Zu meiner Schulzeit hatten viele Jungs einen Wochenplatz = Kinder-Arbeitsplatz. An schulfreien Nachmittagen ging man da hin um allerlei Arbeiten zu verrichten wie: Garten säubern, Rasen mähen oder was auch immer, je nachdem wohin man "eingeteilt" wurde!  Ich hatte drei solche Stationen, in einer Sattlerei wo ich für die Schweizer Armee Gürtel Taschen und Militär Rucksäcke nähen musste. (sehr anstrengend für Kinderhände) Die Arbeiten im Musikhaus machten am meisten Spass. Auch gut war die Arbeit beim Auto-Sattler wo ich lernte Polstermöbel und Autositze neu zu beziehen. (Das half mir später sehr beim Bau meiner Lautsprecherboxen etc.) Das am Wochenplatz verdiente Geld musste ich zu Hause abgeben. 

Mein Wochenplatz im Musikhaus bewegte mich, meine self made Gitarre auch meinem Chef zu zeigen, der mich lobte. Zum lernen eine Gitarre mieten lag finanziell nicht drin (sagten die Eltern). Da Er mit meinen Arbeiten sehr zufrieden war und ich jetzt doch ein eigenes Instrument hatte erlaubte er mir, dass ich ab sofort in seiner Musikschule kostenlos pro Woche 2 Lektionen Gitarren-Unterricht bekommen könne... immer nach meiner Arbeit. 

Von da an mähte ich den Rasen ums Haus noch lieber, den Garten sauber halten und Büros putzen war eine Leichtigkeit. Danach konnte ich jeweils gleich ins Musikzimmer zur hübschen 21 jährigen Musiklehrerin (ich war 14) zum Unterricht, der im Privathaus des Chef's durchgeführt wurde. Meine selbstgebaute Gitarre war tatsächlich gut, über 1 Jahr lernte ich mit diesem Instrument spielen. Die Lehrerin glaubte lange nicht, dass ich die Gitarre selbst gebaut hatte. 

 

Werkstatt und Musikraum          

Einen 30m² grossen Keller ohne Fenster der nie benutzt wurde und leer stand habe ich im Sommer 1962 mit Holzfussboden versehen. Vom Stromverteilerkasten im 1.OG zog ich eigenhändig eine Leitung und installierte Licht und Stromanschluss... inklusive Erdleitung und Blitzschutz. (Noch 20 Jahre später lobte der Elektroinstallateur meine Installation, ohne Wissen wer es gebaut hat.) 

Fortan war das meine Werkstatt bis 1968 und mit 40cm dicken Mauern ein Top Musik-Übungsraum. Überall stapelte sich mein Material, Geräte und Bücher. Hier entstanden einige meiner frühen Projekte, Prototypen, Übungsobjekte usw.

Gehäuse- Metall- und Holzbearbeitung habe ich früh als Schüler gelernt, mir zeigen lassen und selbst beigebracht. In unserem Dorf gab es damals noch eine  alte Schmiede in der ich manchmal dem "ins Alter gekommenen Besitzer" einige Handreichungen erledigte. Im Gegenzug durfte ich auf seinen Maschinen meine Metallteile bearbeiten. Nach seinem Tod wurde die Schmiede aufgelöst. Von da an erledigte ich meine Arbeiten auf den Maschinen einer Metallbau Firma im Nachbarort. 

Ab 1970 wurden Röhren immer stärker durch die Transistortechnik abgelöst.  Auch meine 

Elacord Geräte waren ab dieser Zeit mit wenigen Ausnahmen in Transistortechnik gebaut.  

 

 

Radio RIM ( RIM = Radio Industrie München) war zu meiner Jugendzeit der grösste Elektronik Versand in Europa. Wahrscheinlich jeder der einen Lötkolben festhalten konnte bezog seine Ware bei RIM... genauso auch ich. Mein zweiter Bauteile Lieferant war die heute noch existierende Firma Pusterla in Zürich.

Die Firma RIM war bekannt durch die regelmässig erscheinenden Jahrbücher mit Schaltungen, Plänen, Baumappen, Bausätzen usw. Im Sortiment waren alle möglichen Materialien und Anleitungen nach denen man Geräte bauen konnte. All ihr Wissen und die ganze Technik war so ausführlich und offen gelegt dass jeder daraus lernen konnte. 

1991 wurde Radio-RIM aufgelöst und an Conrad Electronic verkauft. 

Die RIM Unterlagen waren bei meinen ersten Gehversuchen in den 1960er Jahren unverzichtbar. Etliche RIM Verstärker habe ich nachgebaut, auch ein Tonbandgerät war dabei, auch ein kleines Oszilloskop. Bin noch im Besitz einiger alten RIM Unterlagen aus dieser Zeit.  

Wenn Sie sich nun zu Recht fragen

woher ein Jugendlicher ohne Taschengeld all die Teile besorg, darf ich dazu folgendes sagen. Wie erwähnt fanden wir Jungs tatsächlich sehr viele Geräte zum ausschlachten bei den wöchentlichen Sperrmüllsammlungen. Und vieles was sich verkaufen liess.

Dann war da noch die Müll und Abfallentsorgung in den 1960er Jahren.

Ein mal pro Woche wurde der Müll mit einem offenen LKW abgeholt. Der ganze Dreck wurde von den Müllmännern aus den bereitgestellten Eimern auf die Ladebrücke des LKW's gekippt. Container und Kehrichtsäcke waren unbekannt.  Alles wurde in einer offenen Grube "entsorgt". Damals... hatte jede Gemeinde ihre eigene Kehrichtgrube.  Irgendwo ausserhalb vom Dorf ein riesiges Loch wie ein Krater...

in diesem Krater wurde ALLES aber auch wirklich alles "entsorgt"... einiges verbrannt aber das meiste einfach mit Erde zugedeckt wenn der Krater voll war. Solche versteckten Gruben (öko-Zeitbomben) befinden sich noch heute überall.

 

Da wir keine Container hatten brachten viele Leute aus dem Dorf mehrmals pro Woche ihren Müll und Abfall zur Kehrichtgrube. Das Wort Mülltrennung gab es noch nicht... auch keine Recycling Stationen... kein ebay etc. Als Müll galt alles was weg musste... egal wie gross, aus Metall oder Holz... alles in die Grube, fertig.

 

Manchmal nahmen wir heimlich Vaters Kleinkaliber Gewehr mit zur Grube um Ratten zu schiessen... wenn wir wöchentlich mit Fahrrad und Anhänger unseren eigenen Müll dort hin brachten. Das war immer ein kleines Abenteuer und alles "unterhalb vom Radar der Mutter".

Damals war es selbstverständlich dass wir Jungs in diesen Gruben nach guten brauchbaren Sachen suchten... und man fand viel brauchbares das sich zu Geld machen liess. Oft lagen zugeschnürte Kartons rum in denen man wertvolles fand. Von da kam auch das meiste Geld das ich als Schüler "heimlich aber legal" verdiente.

Diese Gruben waren Schatzkammern.  Alte Radio und Fernsehgeräte denen ich Bauteile entnehmen konnte waren wöchentlich frische zu finden. Man fand Elektromotoren, alte Bohrmaschinen, komplette Elektroschaltkästen, da waren Unmengen von Schaltern und Knöpfen dran die man weiter verwenden oder verkaufen konnte. Mopeds Mofas etc. waren da. In einer Kiste fand ich einmal zwei Luftgewehre und ein 6mm Kleinkaliber Gewehr. Alle drei O.K. und die brachten gutes Geld. Ein zugeschnürter Überseekoffer war voll mit Brifmarkensammlungen die ich ordnete und für einen erfreulichen "Batzen" verkaufte.  -  Die Liste der Aufzählungen liesse sich endlos weiterführen.

 

Meist gingen wir bei diesen Sammlungen schon am Vorabend oder früh vor Schulbeginn Mit Fahrrad und Anhänger durch die Strassen um ja nichts von den Schätzen zu verpassen. (Heute ist das offiziell verboten weil das auf die Strasse gestellte Sperrgut ab diesem Zeitpunkt der Gemeindeverwaltung / oder dem Städtischen Werkhof gehört. Mitnehmen ist Diebstahl (..oder einfach völliger Quatsch) 

 

Sperrmüllsammlung und Kehrichtgruben waren ein offener Tresor.  Nur dank diesen Schatzkammern konnte ich mir all die neuen Bauteile kaufen, die ich als Schüler für meine Projekte brauchte.

Alles defekte wurde vor dem Verkauf repariert. Motoren zum laufen gebracht. Fahrräder, Mofateile und Motoren verkaufte ich dem örtlichen Zweirad Händler. Einzelne Teile brachten viel mehr Geld als komplette Mofas.

Soviel zur damaligen Situation...  die endete natürlich mit meiner ersten Berufsausbildung.

 


 

Export nach Jugoslawien

Absatzmarkt meiner Produkte war zu 98% das ehemalige Jugoslawien... und das kam so. Anfang der 1970er Jahre kamen viele junge Männer aus Jugoslawien in die Schweiz zum Arbeiten. Damals fragte keiner nach Kroaten, Serben, Bosnier usw. Sie alle waren Jugoslawen. (und Jugo war kein Schimpfwort)

So lernte ich im Sommer 1970 einige kennen. Einer von ihnen hatte einen Onkel der irgendwo bei Lijubliana ein Radio- und Musikgeschäft betrieb. Sein Bruder nahm von mir zwei Geräte im Auto mit und zeigte sie ihm. So ergab es sich dass der an meinen Produkten gefallen fand und interessiert war diese dort zu verkaufen. Egal was, gute Ware aus der Schweiz war sehr begehrt. Später kamen noch zwei Interessenten dazu, die verkauften in Kroatien und Mazedonien und so wurden meine Geräte alle nach Jugoslawien exportiert. Die Ware wurde immer bei mir abgeholt. Mein Vermittler wurde wahrscheinlich "steinreich" mit meiner Ware. Jedenfalls gab es keinen Auftrag bei dem er nicht doch noch ein wenig Handeln wollte obwohl der Preis bei Bestellung festgelegt wurde.

So brauchte ich mich als Kleinunternehmer nicht um den Vertrieb zu kümmern und sparte eine Menge Werbekosten. Flyer und Prospekte gestaltete ich selber.

Ein kleines minus hatte die ganze Sache. Denn dadurch erfuhr hier "im Westen" nie jemand von meinem Wirken, mit Ausnahme der wenigen regionalen Kunden, die Geräte zur Reparatur brachten. 

Dies ist auch der Grund dass hier niemand die Marke ELACORD kennt oder kannte, da meine Aktivitäten allgemein nicht wahrgenommen wurden. Grundlegend war es jedoch egal, ich hatte meine Abnehmer. Damals habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht, dass es vielleicht doch gut wäre, die Produkte würden in einem grösseren Rahmen bekannt.  

So lief dieser Handel mit "meinen Jugos" einige Jahre. In ihrem Land gab es politisch immer wieder Zoff. Jugo nannte ich meine Freunde im Spass, die waren Stolz Jugos zu sein. ...damals war das überhaupt kein Schimpfwort und keine Beleidigung. Das kam erst nach dem Krieg... denn es kamen aus dem Balkan auch Menschen hierher die keine Manieren hatten und sich nicht zu benehmen wussten... die Frauen belästigten usw. ...erst jetzt wurde Jugo zum Schimpfwort. 

Vorher war das undenkbar... die in Jugoslawien hergestellten Autos hiessen auch "Yugo-Auto" ..und da war auch die Schauspielerin Jenny Jugo und der aus der Sahara übers Mittelmeer wehende heisse Wüstenwind (ital. Scirocco) nennt man in Montenegro und Kroatien auch Jugo. /Südwind.  

 

Balkan Konflikt - Jugoslawien Kriege

Am 4. Mai 1980 starb der Jugoslawische Staatschef Marshall Josip Tito... der die ganze Macht inne hatte und als "Volks-Vater" die Regionen vereinte. Doch nur ein Jahr nach seinem Tod kam es in der Provinz Kosovo zu Problemen. Ab 1986 brodelt es überall, die Serben fühlten sich (wieder einmal) benachteiligt und so kommt ein Problem zum anderen.

Das Land hat innert kürzester Zeit grosse wirtschaftliche und ökologische Probleme die politisch nicht gelöst werden können. 1991 kommt es zum Krieg. Erst gegen Slovenien (10 Tage Krieg) ..dann ebenfalls 1991-1995 gegen Kroatien... und ab 1992-1995 tobte auch noch der Bosnienkrieg... auch im Kosovo kämpften unfassbar... Nachbar gegen Nachbar... Bruder gegen Bruder.

 

1991 wurde Mirko mein Hauptabnehmer und Warenvermittler bei einer Rückkehr in seine Heimat auf offener Strasse erschossen, bloss weil er nicht wusste dass ab 21 Uhr vom Militär eine Ausgangssperre verhängt wurde. Sein Kollege der mit ihm gereist war kam davon und berichtete mir Tage später weinend von dem Unglück.

Ab diesem Tag war das Thema Export nach Jugoslawien für immer vom Tisch.

Das wunderschöne Jugoslawien wurde von wahnsinnig gewordenen Regenten zerrissen.

Wer umfassende Info möchte, schaue bitte hier.  http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkriege

 

Ich widmete mich nunmehr wieder vermehrt den Reparaturen, Service und Restauration alter Geräte und Orgeln. Auch die Produktion neuer Verstärker Modelle war ein Thema.

 

 

 

 

 

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