Kapitel 1

 

 

 

Geschätzte Besucherinnen und Besucher... bitte lesen, Danke

 

In meinen "Electronic Seiten" zeige ich zum einen Geräte aus meiner aktiven Zeit, angefangen vom ersten Basteln als Schüler in den 1960er Jahren bis zur professionellen ELACORD Audiotechnik.

 

Die Infos sind auch ein kleines MUSEUM der analogen Unterhaltungs-elektronik mit allgemein auch für Laien verständlichen Beschreibungen.

 

Kapitel 1    Einführung und pers. Geschichte zu den Anfängen ab 1962.

Kapitel 2    Audio und Musik-Geräte ...Bilder und Infos  1965 -1992.

Kapitel 3    Elacord Lautsprecherbau Bilder und Infos 1965 bis 1992 

Kapitel 4    Elacord Elektronik Werkstatt Service- Test- und Prüfgeräte 

Kapitel 5    Elacord Modellbau und Funktechnik Produkte

Kapitel 6    Elacord ...Test und Messgeräte in meiner Werkstatt

Kapitel 7    noch offen  ... Audio Video Electronic  Museum in Bild und Text

 

Vorwort:

Meine Geschichte könnte unzählige Seiten füllen, aber ich werde mich möglichst kurz fassen. Schon als Schüler interessierte ich mich für die Elektronik. Studierte Bücher, die ich von einem Funkamateur erhalten habe, baute Geräte nach vorhandenen Schaltungen usw.

 

Ab 1968 bis 1998 entwickelte und baute ich professionelle Audio Geräte mit Hauptgewicht im Bereich Orchesterelektronik, Verstärker für Gitarre Orgel und Gesang. Echo + Hallgeräte, Lautsprecherboxen, Beschallungsanlagen, Diverse HiFi Komponenten  und eine Hand voll E-Gitarren etc. Ein weiteres Thema waren für mich auch Entwicklungen im Bereich Funk- und Messtechnik.  

Service und Reparaturen an allerlei Geräten und elektronischen Orglen wurden erledigt.

Ab und zu verirrten sich auch kranke Radio und TV Geräte in meine Werkstatt. 

 

Für Kameras und Videorecorder war mein auf Videotechnik spezialisierter Kollege, den ich bereits von der Berufsschule kannte und schätzen lernte zuständig. Er nahm sich diesen Geräten gerne an und reparierte sie oft gleich in meiner Werkstatt. 

 

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Hier noch eine kurze INFO damit Sie wissen weshalb verschiedene meiner Bilder aus Fragmenten beschädigter Fotos neu gescannt, repariert und restauriert werden mussten.

In mehr als dreissig Jahren sammelte ich Radio TV, Audio und Video Geräte jeder Art und Marke, Plattenspieler, Autoradios, Funkgeräte, Diaprojektoren, Fotokameras, 700 elektr. Nähmaschinen und Tausende techn. Unterlagen, Schaltpläne, Hunderte Fachbücher und allerlei Zubehör... alles um später ein Museum zu eröffnen.

 

Dann verlor ich meine Sammlung mit über 6000 Geräten inkl. Rep. und Service Werkstatt in der Nacht vom 22./23. Juni 2001 als "unbekannte" die ganze Fabrik in Brand steckten in welcher neben 30 anderen Mietern auch ich eingemietet war.  

 

Vom Löschwasser zerstört oder stark beschädigt wurden ebenfalls mehrere Kisten voller Unterlagen und ca. 20 Ordner mit Hunderten Fotos und Katalogen.

Prospekte Flyer Fotos meiner Produktion die gerettet werden können werde ich versuchen zu restaurieren und hier einstellen.  ...es ist nicht einfach und wird dauern  ...aber es wird. 

 

...viel Spass beim betrachten meiner Webseite

und danke für Ihren Besuch.

 

Die Horror-Nacht vom 22./23. Juni 2001

 

 

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nun zum eigentlichen Thema

 audio electronic made in switzerland

 

 

meine kleine Geschichte

alles begann 1962 mit diesem Buch

In den 1950/60er Jahren bin ich in der Schweiz mit drei Geschwistern aufgewachsen, besuchte die Schule bis zum Gymnasium. 1966 erste Berufsausbildung in der Grafischen Industrie mit Abschluss als zweitbester. Die Zukunft schien jedoch hier für mich nicht optimal, umso mehr dass ich in der Zwischenzeit andere Interessen hatte. So absolvierte ich gleich anschliessend meine zweite Berufsausbildung zum Elektroniker bei einer grossen Radio-TV Firma die leider nicht mehr existiert. 

Erster Schritt, Ausbildung zum Radio-TV Techniker mit Abschluss 5.9 als Klassenbester. Weiterbildungen in Funk- Mess- und Tontechnik. Abschluss als Dipl. Elektroniker, gleichauf mit einem Schulkollegen mit dem ich später einige Jahre zusammenarbeitete. Mitte der 1970er Jahre machte ich mich selbständig. Mehr als dreissig Jahre war ich aktiv beschäftigt im Bereich Audiotechnik / Musik-Elektronik / Messtechnik etc.

 

Ab der vierten Klasse der Grundschule wollte ich Berufsmusiker werden. Die Eltern waren streng dagegen und überzeugt dass man mit Musik kein Geld verdienen kann. So wurde mir auch Klavierunterricht und der Besuch einer Musikschule untersagt. Es war damals üblich dass Kinder ihren Eltern gehorchten... das taten wir dann auch (meistens). 

 

Als ich zehn Jahre alt war bekam ich das Buch Radiotechnik für alle in die Hand. 

Am einem Tag der Sperrmüllabfuhr war ich unterwegs um die Schätze am Strassenrand zu erkunden (durfte man damals noch) als ich dieses Buch fand. Die Sperrmüllsammlungen waren für alle Jungs ein Abenteuer und die spannende "Schatzsuche".

 

Dieses Buch hat mich fasziniert, ich wollte alles verstehen und können... und so war mein Interesse an der Elektronik geweckt. Als ich dann von einem mir bekannten Amateurfunker und seinem Sohn auch noch weitere alte Bücher erhalten hatte war ich endgültig "von der Elektronik infisziert".  (die beiden Herren leben leider nicht mehr).

 

Da mir das Lernen leicht fiel und Spass machte wurde ich erst mal zum Autodidakt. 

Vieles aus den Büchern von Heinz Richter und Werner W. Diefenbach habe ich mir durch Selbststudium und experimentieren verinnerlicht und viele dieser Geräte nachgebaut. Damals alles in Röhrentechnik. 

Später erhaltene Bücher von Dieter Nührmann lernten mich die Transistor-Technik. Auch die PHILIPS Lehrbriefe waren sehr hilfreich. Vom Funkamateur bekam ich auch etliche Baumappen von Radio RIM München, die ebenfalls zum Nachbau animierten.

 

Mit Unterstützung im eigenen Hause war nicht zu rechnen. Nach Ihrer Idee sollte ich möglichst rasch Geld verdienen und etwas an die Haushaltkosten beitragen. Zuhause mithelfen ist ja völlig in Ordnung...

aber hab ich meine Geburt und damit Kosten verursacht ?.. (kann mich nicht erinnern)

 

So kam ich erst mal in die Grafikindustrie wo es zu dieser Zeit an Lehrlingen mangelte. Dort erhielt ich drei mal so viel Lehrlingsgehalt wie in anderen Berufen, also war das "angeblich das richtige für mich". Nach erfolgreicher Aufnahmeprüfung war ich auch gleich "angestellt". Von meinem Gehalt musste ich 75% an die Familienkasse abgeben. Nach erfolgreich beendeter Lehrzeit als zweitbester verstärkte sich mein Interesse immer mehr auf die Elektronik. Der Gedanke dass ich mich zukünftig mit etwas neuem beschäftigen wollte konnten die Eltern nicht verstehen.

 

Unsere Mutter war übermässig besorgt und lieb, aber gleichzeitig wie ein Adler ein über uns Kindern kreisend, in manchem sehr dominant und leider fanatisch religiös. Alles war gut solange es nach Ihren Vorstellungen (und denen ihrer Relig. Gemeinde) funktionierte.  Wann immer möglich entzog ich mich deshalb Ihrer Überwachung. 

 

Trotz all dem hatte ich eine sehr schöne lehrreiche und bereichernde Jugend und bin dankbar für alles was ich auch in dieser Zeit lernen und erleben durfte.  

 

In meinem neuen Hobby erhielt ich zum Glück etwas Unterstützung vom Amateurfunker und einem damals 22 Jahre alter Angler-Kollege, von Beruf Elektrotechniker. Beide waren mir zwei bis drei Jahre in technischen Angelegenheiten eine grosse Hilfe.  

 

Kurz nach meiner Einschulung kauften unsere Eltern ein älteres Haus. Da gab es mehrere Keller- und Nebenräume, Platz zum Werken und Basteln, ein Paradies für mich. 

Meine "Freizeit", die frühen Morgen- oder Abendstunden und Sonntage - nutzte ich für mein Hobby und andere "gescheite" Aktivitäten. Nichts unnötiges lenkte uns ab, Game Boy, Smart Phone, Computerspiele, Internet gab es nicht. Ein TV Gerät war erst 1969 im Haus.

  

Im Selbststudium mit basteln und experimentieren verinnerlichte ich mir die Elektronik, baute Schaltungen aus den Büchern und erlangte wertvolle Erfahrungen. 

 

Als Schüler kannte ich kein Taschengeld. Weil dieses fehlte wurden alte Radios und allerlei Geräte, Motoren, Mofas etc. vom Sperrmüll gesammelt, von denen es interessanterweise damals doch immer wieder relativ viele gab die einfach weggeworfen wurden. Vor allem Röhrengeräte die oft noch funktionierten. So waren auch die Bauteile noch O.K. 

 

Dann wagte ich mich an den Bau meiner ersten Gitarre. Das ging gründlich schief, da ich noch nicht über das richtige Werkzeug verfügte und auch noch nicht so richtig Ahnung hatte von der Materie, wie das überhaupt alles geht.  So ging es zum zweiten und dritten Modell... immer noch nix. 

Falsches Holz war das Problem. Ich wusste noch nicht dass es Tonhölzer gibt... und welche das sein sollten. Da unser Haus bis unters Dach voller Bretter war suchte ich mir einfach einige schöne raus und verwendete aus Unkenntnis das falsche Holz. 

 

Bei der vierten hat es funktioniert

nachdem ich weitere Infos über Gitarrenbau studierte, ein Holz-Fachbuch angeschafft und den Tischlermeister mit meinen Tausend Fragen beglückt hatte. Die Leute waren immer sehr hilfsbereit. Mein Holz präzise schneiden durfte ich in der Möbelschreinerei beim Tischlermeister im Nachbardorf. Mein Gitarren Projekt 1963/64 konnte nun starten und dauerte mehrere Monate. Gute Vorbereitung und präzises arbeiten war Voraussetzung für den Erfolg, was sich auch die nächsten Jahre positiv auswirkte. ( Bild: das einzigs Foto meiner Gitarre )

 

Zu meiner Schulzeit hatten viele Jungs einen Wochenplatz = Kinder-Arbeitsplatz. An schulfreien Nachmittagen ging man da hin um allerlei Arbeiten zu verrichten wie: Garten säubern, Rasen mähen oder was auch immer, je nachdem wohin man "eingeteilt" wurde! 

 

Meine drei "Arbeits Stationen" waren in einer Sattlerei wo ich für die Schweizer Armee Gürtel, Taschen und Militärrucksäcke nähen musste, dabei jedoch viel lernte. ( es war aber auch sehr anstrengend für Kinderhände ).

Die zweite "Arbeitsstelle" im Musikhaus machte am meisten Spass. Auch gut war die Arbeit an meinem dritten Platz beim Auto-Sattler wo ich lernte Polstermöbel und Autositze neu zu beziehen. (Das half mir später sehr beim Bau meiner Lautsprecherboxen etc.)

Das am Wochenplatz verdiente Geld musste ich zu Hause abgeben. 

 

Mein Wochenplatz im Musikhaus bewegte mich, meine self made Gitarre auch meinem Chef zu zeigen, der mich lobte. Zum lernen eine Gitarre mieten lag finanziell nicht drin (sagten die Eltern). Da Er mit meinen Arbeiten sehr zufrieden war und ich jetzt doch ein eigenes Instrument hatte erlaubte Er mir, dass ich ab sofort in seiner Musikschule kostenlos pro Woche 2 Lektionen Gitarrenunterricht bekommen könne... immer nach meiner Arbeit. 

 

Ab diesem Moment mähte ich den Rasen ums Haus noch lieber, den Garten sauber halten und Büros putzen war eine Leichtigkeit. Danach konnte ich jeweils gleich ins Musikzimmer zur hübschen 21 jährigen Musiklehrerin (ich war 14) zum Unterricht, der im Privathaus des Chef's durchgeführt wurde. Meine selbstgebaute Gitarre war tatsächlich gut, über 1 Jahr lernte ich mit diesem Instrument spielen. Die Lehrerin glaubte lange nicht, dass ich die Gitarre selbst gebaut hatte. 

 

Werkstatt und Musikraum          

Im Sommer 1962 habe ich den einzigen immer leer stehenden Kellerraum mit Holzfussboden versehen und eigenhändig eine Leitung installiert, Licht und Stromanschluss inklusive Erdleitung und Blitzschutz. 

Das war fortan meine Werkstatt bis 1968 und mit 40cm dicken Mauern ein Top Musik-Übungsraum. Überall stapelte sich mein Material, Geräte und Bücher. Hier entstanden einige meiner frühen Projekte, Prototypen, Übungsobjekte usw.

 

Gehäuse- Metall- und Holzbearbeitung habe ich früh als Schüler gelernt, mir zeigen lassen und selbst beigebracht. In unserem Dorf gab es damals noch eine  alte Schmiede in der ich manchmal dem "ins Alter gekommenen Besitzer" einige Handreichungen erledigte. Im Gegenzug durfte ich auf seinen Maschinen meine Metallteile bearbeiten. Nach seinem Tod wurde die Schmiede aufgelöst. Von da an erledigte ich meine Arbeiten auf den Maschinen einer Metallbau Firma im Nachbarort.  

 

Radio RIM ( RIM = Radio Industrie München) war zu meiner Jugendzeit der grösste Elektronik Versand in Europa. Wahrscheinlich jeder der einen Lötkolben festhalten konnte bezog seine Ware bei RIM... genauso auch ich. Mein zweiter Bauteile Lieferant war die heute noch existierende Firma Pusterla in Zürich.

Viele Unterlagen, Schaltungen etc. brachte auch der Funkamateur aus den USA mit.

Die Firma RIM war bekannt durch die regelmässig erscheinenden Jahrbücher mit Schaltungen, Plänen, Baumappen, Bausätzen usw. Im Sortiment waren alle möglichen Materialien und Anleitungen nach denen man Geräte bauen konnte. All ihr Wissen und die ganze Technik war so ausführlich und offen gelegt dass jeder daraus lernen konnte. 

In den 1950/60er Jahren hatten wahrscheinlich auch die Japaner von RIM einen Nutzen.

1991 wurde Radio-RIM aufgelöst und an Conrad Electronic verkauft. 

 

Die RIM Unterlagen waren bei meinen ersten Gehversuchen in den 1960er Jahren unverzichtbar. Etliche RIM Verstärker habe ich nachgebaut, auch ein Tonbandgerät war dabei, auch ein kleines Oszilloskop. Bin noch im Besitz einiger alten RIM Unterlagen aus dieser Zeit.  ( auch beschädigte Fotos sind noch da die ich jedoch erst rep. muss )

 

Wenn Sie sich nun zu Recht fragen

woher ein Jugendlicher ohne Taschengeld all die Teile besorg, darf ich dazu folgendes sagen. Wie erwähnt fanden wir Jungs tatsächlich viele verschiedene Geräte zum ausschlachten, Mofa's, Motoren, Fahrräder und vieles was sich verkaufen liess bei den regelmässig durchgeführten Sperrmüllsammlungen.

 

Müll und Abfallentsorgung in den 1960er Jahren.

Ein mal pro Woche wurde der Müll mit einem offenen LKW abgeholt. Alles wurde von den Müllmännern aus bereitgestellten Eimern, Kartons und Kisten auf die Ladebrücke des LKW's gekippt. Container und Kehrichtsäcke waren unbekannt.  Etwa alle sechs Wochen wurde eine Grobsperrmüll Sammlung durchgeführt. ( der "Schatzsucher Tag" für Jungs )

 

Damals... hatte jede Gemeinde ihre eigene Kehrichtgrube.  

Irgendwo ausserhalb vom Dorf ein riesiges Loch wie ein Krater... in dieser Erdgrube wurde alles, aber auch wirklich alles "entsorgt"... einiges verbrannt aber das meiste einfach mit Erde zugedeckt wenn der Krater voll war. Solche versteckten Gruben (Öko-Zeitbomben) befinden sich noch heute überall ( weltweit ).

 

Da man keine Container hatte brachten die Leute aus dem Dorf mehrmals pro Woche ihren Müll zur Kehrichtgrube. Das Wort Mülltrennung gab es noch nicht... auch keine Recycling Stationen, kein ebay etc. 

Als Müll galt alles was weg musste... egal wie gross, aus Metall oder Holz... Radios, TV Geräte, Elektrowerkzeuge, Kühlgeräte, Mofas, Fahrräder... alles in die Grube fertig. Manche Leute kippten die Ware einfach nur auf den Platz vor der Grube. Gab es da zuviel wurde der Haufen vom Gemeindearbeiter mit dem Bulldozzer in die Grube geschoben.

 

Manchmal nahmen wir heimlich Vaters Kleinkaliber Gewehr mit zur Grube um Ratten zu schiessen... wenn wir wöchentlich mit Fahrrad und Anhänger unseren eigenen Müll dort hin brachten. Das war immer ein kleines Abenteuer und alles "unterhalb vom Radar der Mutter".

 

Damals war es üblich und selbstverständlich dass wir Jungs in diesen Gruben nach guten brauchbaren Sachen suchten... und man fand viel brauchbares das sich zu Geld machen liess. Oft lagen zugeschnürte Kartons rum in denen man wertvolles fand. Von da kam auch das meiste Geld das ich als Schüler "heimlich aber legal" verdiente.

 

Diese Gruben waren Schatzkammern Alte Radio und Fernsehgeräte denen ich Bauteile entnehmen konnte waren wöchentlich frische zu finden. Man fand Elektromotoren, alte Bohrmaschinen, komplette Elektroschaltkästen, da waren Unmengen von Schaltern und Knöpfen dran die man weiter verwenden oder verkaufen konnte. Mopeds, Mofas etc. waren da. In einer Kiste fand ich einmal zwei Luftgewehre und ein 6mm Kleinkaliber Gewehr. Alle drei O.K. und die brachten gutes Geld. Ein zugeschnürter Überseekoffer war voll mit Brifmarkensammlungen die ich ordnete und für einen erfreulichen "Batzen" verkaufte.  -  Die Liste der Aufzählungen liesse sich endlos weiterführen.

 

Sperrmüllsammlung und Kehrichtgruben waren ein offener Tresor. 

Nur dank diesen Schatzkammern konnte ich mir all die neuen Bauteile kaufen, die ich als Schüler für meine Projekte brauchte.

Alles defekte wurde vor dem Verkauf repariert. Motoren zum laufen gebracht. Fahrräder, Mofateile und Motoren verkaufte ich dem örtlichen Zweirad Händler. Einzelne Teile brachten viel mehr Geld als komplette Mofas. ( ist auch heute noch so ).

Meist gingen wir bei diesen Sammlungen schon am Vorabend oder früh vor Schulbeginn mit Fahrrad und Anhänger durch die Strassen um ja nichts von den Schätzen zu verpassen. (Heute ist das offiziell verboten weil das auf die Strasse gestellte Sperrgut ab diesem Zeitpunkt der Gemeindeverwaltung / oder dem Städtischen Werkhof gehört. Mitnehmen ist Diebstahl (..oder einfach völliger Quatsch)  

 

Soviel zur damaligen Situation...  die endete natürlich mit meiner ersten Berufsausbildung.

 


 

Produktion und Export nach Jugoslawien

Absatzmarkt meiner Produkte war zu 98% das ehemalige Jugoslawien... und das kam so. Anfang der 1970er Jahre kamen viele junge gut ausgebildete Männer aus Jugoslawien und Slowenien in die Schweiz zum Arbeiten. Damals fragte keiner nach Kroaten, Serben, Bosnier usw. Sie alle waren Jugoslawen. (und Jugo war kein Schimpfwort)

 

So lernte ich im Sommer 1970 einige kennen. Einer von ihnen hatte einen Onkel der irgendwo bei Lijubliana ein Radio- und Musikgeschäft betrieb. Sein Bruder nahm von mir zwei Geräte im Auto mit und zeigte sie ihm. So ergab es sich dass der an meinen Produkten gefallen fand und interessiert war diese dort zu verkaufen. Egal was, gute Ware aus der Schweiz war sehr begehrt. Später kamen noch zwei Interessenten dazu, die verkauften in Kroatien und Mazedonien und so wurden meine Geräte alle nach Jugoslawien exportiert. Die Ware wurde immer bei mir abgeholt.

 

Grundlegend war das egal, ich hatte meine Abnehmer und brauchte ich mich in dieser Situation als Kleinbetrieb nicht um den Vertrieb zu kümmern und sparte eine Menge Werbekosten. Notwendige Flyer gestaltete ich selber.

 

Ein minus hatte die ganze Sache doch... Damals habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, dass es vielleicht doch gut wäre, die Produkte würden in einem grösseren Rahmen bekannt.   im Nachhinein muss ich dies auch als Fehler bezeichnen den ich früher nicht bedachte.

Denn dadurch erfuhr hier "im Westen" nie jemand von meinem Wirken... und die wenigen regionalen Kunden waren diesbezüglich unbedeutend. 

Dies ist denn auch der Grund dass hier keiner die Marke ELACORD kennt, da meine Aktivitäten allgemein nicht wahrgenommen wurden. 

 

So lief dieser Handel mit "meinen Jugos" einige Jahre. In ihrem Land gab es politisch immer wieder Zoff. Jugo nannte ich meine Freunde im Spass, sie waren Stolz Jugos zu sein. ...damals war das überhaupt kein Schimpfwort und keine Beleidigung. Das kam erst nach dem Jugoslawien-Krieg, denn es kamen aus dem Balkan auch Menschen hierher die keine Manieren hatten und sich nicht zu benehmen wussten... die Frauen belästigten, klauten was nicht festgebunden war usw. ...erst jetzt wurde Jugo zum Schimpfwort. ( und heute sind wir soweit dass man aufpassen muss was man wie formuliert um nicht als Rassist zu gelten ? )

 

Vorher war das undenkbar... jeder "Jugo" war stolz auf sein Vaterland. Die in Jugoslawien produzierten Autos hiessen "Yugo-Auto". Bekannt war auch die Schauspielerin Jenny Jugo und der aus der Sahara übers Mittelmeer wehende heisse Wüstenwind (ital. Scirocco) nennt man in Montenegro und Kroatien auch Jugo. /Südwind.  

 

Balkan Konflikt - Jugoslawien Kriege

Am 4. Mai 1980 starb der Jugoslawische Staatschef Marshall Josip Tito... der die ganze Macht inne hatte und als "Volks-Vater" die Regionen vereinte. Doch nur ein Jahr nach seinem Tod kam es in der Provinz Kosovo zu Problemen. Ab 1986 brodelt es überall, die Serben fühlten sich (wieder einmal) benachteiligt und so kommt ein Problem zum anderen.

Das Land hat innert kürzester Zeit grosse wirtschaftliche und ökologische Probleme die politisch nicht gelöst werden können. 1991 kommt es zum Krieg. Erst gegen Slovenien (10 Tage Krieg) ..dann ebenfalls 1991-1995 gegen Kroatien... und ab 1992-1995 tobte auch noch der Bosnienkrieg... auch im Kosovo kämpften unfassbar... Nachbar gegen Nachbar... Bruder gegen Bruder.

 

1991 wurde Mirko mein Hauptabnehmer und Warenvermittler bei einer Rückkehr in seine Heimat auf offener Strasse erschossen, bloss weil er nicht wusste dass ab 21 Uhr vom Militär eine Ausgangssperre verhängt wurde. Sein Kollege der mit ihm gereist war kam davon und berichtete mir Tage später weinend von dem Unglück.

Ab diesem Tag war das Thema Export nach Jugoslawien für immer vom Tisch.

Das wunderschöne Jugoslawien wurde von wahnsinnig gewordenen Regenten zerrissen.

Wer umfassende Info möchte, schaue bitte hier.  http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkriege

 

Ich widmete mich nunmehr wieder vermehrt den Reparaturen, Service und Restauration alter Geräte und Orgeln. Auch die Produktion neuer Verstärker Modelle war ein Thema.

 

 

 

 

 

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