audio electronic switzerland

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So verlor ich meine Sammlung von über 6000 Geräten

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 Alles begann 1962 mit diesem Buch

In den 1950/60er Jahren bin ich im Schweizer Mittelland mit drei Geschwistern in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen. Ab meinem zehnten Lebensjahr hatte ich den Wunsch Berufsmusiker zu werden, in einem grossen Orchester spielen, das war mein Traum.

Die Eltern waren natürlich dagegen und beide der Meinung, Musiker ist kein Beruf - mit Musik kann man kein Geld verdienen (wie sie sich doch irrten). Mutter sagte: Musiker führen ein ausschweifendes Lotterleben, das ist nichts für dich. (aber die Musik dieser ausschweifenden Menschen hat sie täglich gerne am Radio gehört) ...ist ja auch O.K.

 

Damals herrschte in vielen Familien - so auch bei uns - der Gedanke, Kinder sollten möglichst früh Geld nach Hause bringen... und allgemein war es auch noch üblich dass Kinder ihren Eltern gehorchten. Manchmal gehorchte ich dann doch nicht, meist zum eigenen Wohl. Denn ich wollte ja irgendwie weiterkommen auch wenn in der Familie kein Verständnis zu erwarten war.

 

     ....auch diese und andere Bücher haben mir damals einige Kenntnisse vermittelt

Zu dieser Zeit wurde in mir das Interesse an der Elektronik geweckt... nachdem ich von einem mir bekannten Amateurfunker und seinem Sohn die oben gezeigten Bücher erhalten hatte. (beide leben leider nicht mehr).

Diese Lektüre faszinierte mich wahnsinnig, so begann ich diese Bücher regelrecht in mich zu "fressen". Das wollte ich alles lernen. Habe vieles nachgebaut bis es funktionierte. So sammelte ich weitere Elektronik Bücher, alles was für mich bezahlbar war. Die meisten waren ältere Bücher der Röhrentechnik die ich geschenkt bekam. Bücher von Ing. Heinz Richter, Werner W. Diefenbach etc. aber auch einige damals aktuellere von Dieter Nührmann. Durch seine Bücher hab ich mir im Selbststudium die Transistor-Technik näher gebracht.

 

Mit Unterstützung im eigenen Hause war nicht zu rechnen. Die Eltern verstanden nicht, wie ein 13 jähriger solche Ideen haben kann. Nach Ihrer Idee sollte ich nach der Schule möglichst rasch Geld verdienen um die Haushaltskasse aufzustocken.

Mutter war der Meinung ich könne dadurch etwas zurückgeben, da sie bisher ja auch für mich gesorgt hätten. ( Zuhause mithelfen war ja O.K. kein Problem tat ich auch...

ABER... bin ich schuld daran dass ich geboren wurde...

nur weil ich bei meiner Geburt dabei war ?

Abgesehen von all diesen Ideen hatte ich dennoch eine schöne und bereichernde Jugend.

 

Alles ging seinen Weg, Jahr für Jahr... aufmotzen gab es nicht, man hatte den Eltern zu gehorchen ...und das tat man meistens auch. Wir wurden erst mit 20 volljährig. (nicht wie heute mit 18 Jahren).

Der oben erwähnte Amateurfunker von dem ich ältere Bücher und Schaltpläne bekam... und ein damals 22 Jahre alter Angler-Kollege von Beruf Elektrotechniker, waren mir beide etwa zwei Jahre lang in technischen Angelegenheiten eine grosse Hilfe. 

 

1959 kauften unsere Eltern ein älteres Haus. Neben der Wohnung waren kleine Stallungen für Vaters Tiere vorhanden, drei Keller und Nebenräume, Platz zum Werken und Basteln. Ein echtes Paradies für einen Jungen wie mich. Hausaufgaben hatte ich selten oder nie, die habe ich gleich in der Schule erledigt.  Wir hatten viel Zeit für "gescheite" Aktivitäten.

Game Boy, Smart Phone, Computer, Internet gab es alles nicht... ein TV Gerät war bis 1968 keines vorhanden. 

Im täglichen Selbststudium verinnerlichte ich mir die Elektronik, bastelte und baute die Schaltungen aus den Büchern und erlangte dadurch viel Erfahrung und ein breitgefächertes Wissen.

Nicht alles funktionierte auf Anhieb und musste verbessert werden. Aus den Fehlern lernt man schnell. Infos und Hilfe holte ich beim Funkamateur oder anderen "Elektronik infiszierten" Kollegen.

 

Das Werkbuch für Jungen von Rudolf Wollmann brachte mich bereits als elfjährigen auf die Idee, selber eine Gitarre zu bauen. Der Dachboden in unserem Haus war voller Bretter und so suchte ich dort, meiner Meinung nach geeignete Hölzer für dieses Projekt. Die erste Vorlage für ein Saiteninstrument lieferte also dann dieses Buch.

Wir waren gewohnt dauernd irgend was zu tun. Rumhängen und nichts tun...gab es glaub ich nie... auch unsere Spiele waren immer mit handwerklicher Tätigkeit und Lernen verbunden. Alles hat Spass gemacht und wir wurden durch unsere Aktivitäten gefordert... und gefördert.

..zu all dem hatte man oft gleichzeitig auch noch zu seinen jüngeren Geschwistern zu schauen.

wenig später

konnte ich funktionierende Verstärker usw. bauen. Weil das Geld fehlte wurden alte Radios und Hifi Geräte vom Sperrmüll gesammelt, von denen es interessanterweise (wenn ich es im Nachhinein überlege) damals schon relativ viele gab, die einfach weggeworfen wurden.

Alles wurde ausgeschlachtet um an Bauteile zu kommen. Die meisten Geräte funktionierten noch, weshalb auch die Bauteile O.K. waren. So entstanden in meiner Jugend allerlei Geräte. - Danach wagte ich mich an den Bau meiner ersten Akustik Gitarre.

Dieses Vorhaben ging erst mal gründlich schief, da ich noch immer nicht über das richtige Werkzeug verfügte... und auch echt noch nicht so richtig Ahnung hatte von der ganzen Materie, wie das überhaupt alles geht. Die Balalaika war viel einfacher als der nun runde Korpus der Gitarre.

das hiess... lernen.. lernen.. lernen

So ging es gleich weiter zum zweiten und dritten Modell, das war dann auch noch nicht das Gelbe vom Ei weil ich immer noch die gleichen Fehler machte.. aber diesmal zum letzten mal. ...bei der vierten hat es dann geklappt. 

falsches Holz war das Problem. Beim Bau dieser Instrumente hatte ich noch keine Ahnung dass es spezielle "Tonhölzer" gibt... und welche das denn sein sollten. Da der Vater unser Haus bis unters Dach voller Brennholz und Bretter hatte suchte ich mir einige schöne raus ohne weiter zu überlegen. Leider verwendete ich aus Unkenntnis erstmal das falsche Holz.

1963/64 das muss doch funktionieren... also machte ich mich unverzüglich auf die Suche nach mehr Infos über Gitarrenbau, studierte wiederum ein Fachbuch zum Thema Holz aus der Schulbibliothek...  und nach dem Motto: wer nicht fragt kriegt keine Antwort habe ich gleich noch einen Holzfachmann mit meinen tausend Fragen beglückt. Die Leute waren immer sehr hilfsbereit und so lernte ich einiges. Danach habe ich unsere Schätze an edlen Brettern unter dem Dach identifiziert und konfisziert. Um Holz ganz dünn und präzise zu schneiden suchte ich jeweils eine im Dorf gelegene Tischlerei auf. Mein Gitarren Projekt 1963/64 konnte nun starten und dauerte mehrere Monate. Aber ab jetzt wurde nur noch sehr genau gearbeitet, was sich dann auch die nächsten 40 Jahre positiv auswirkte.  zum vergrössern Gitarre anklicken

 

Zwischenzeitlich hatte ich ein Mofa und konnte meine monatliche Sperrmüll-Suche auf die Nachbardörfer ausweiten. Für viele Jugendliche war es ein spannendes Hobby am Sperrmüll-Tag auf Schatzsuche zu gehen. So kam auch ich an eine defekte akustische Gitarre. Der Korpus war gespalten, aber Hals und Mechanik noch O.K. so dass ich diese Teile für mein neues Gitarrenprojekt verwenden konnte.

Den defekten Korpus der Sperrmüll-Gitarre hab ich fein säuberlich auseinander geschnitten um Aufbau und Konstruktion zu studieren. Danach entstanden die ersten Skizzen und Baupläne für meine Gitarren. Mit Ausnahme der Stimm-Mechanik wurde alles in Feinarbeit von Hand hergestellt. Bei mir lief den ganzen Abend ein aus dem Sperrmüll gerettetes Kofferradio von Schaub Lorenz. Die einzige überlebende Foto meiner vierten (funktionierenden) Gitarre sehen wir oben (sw Foto Scan).

Mein Wochenplatz (Kinder-Arbeitsplatz für Schulfreie Zeit) im Musikhaus bewegte mich, meine self made Gitarre auch dem "Chef" zu zeigen, der mich echt lobte. Zum lernen eine Gitarre mieten lag finanziell nicht drin (sagten die Eltern). Da ich aber jetzt doch ein eigenes Instrument hatte bot mir mein Chef an, dass ich ab sofort in seiner Musikschule kostenlos pro Woche 2 Lektionen Gitarren-Unterricht bekommen könne.

Von da an mähte ich den Rasen ums Haus noch viel lieber und 2x pro Woche Büros putzen war eine Leichtigkeit. Danach konnte ich jeweils gleich zur hübschen Musiklehrerin (damals 22 Jh.) zum Unterricht, welcher im Privathaus des Chef's in einem speziellen Musikzimmer durchgeführt wurde. Meine selbstgebaute Gitarre war tatsächlich gut, 1 Jahr lernte ich mit diesem Instrument spielen. Die Lehrerin glaubte mir lange nicht, dass ich die Gitarre selbst gebaut hatte. 

 

1964 mein erster Gitarren-Verstärker... sorry, dies ist leicht übertrieben.. es war in Wirklichkeit so:

Wir erhielten vom Nachbarn ein Philips Radio mit UKW und gutem Klang. Mutter hörte bei ihrer Arbeit im Haus immer Musik. So baute ich eine 4-Element UKW Antenne, die ganz oben unter dem Dach installiert wurde. Die erhöhte Lage unseres Hauses mit freier Sicht in alle Richtungen garantierte einen super Empfang vieler UKW Sender auch aus Deutschland.  

Der alte Sondyna gehörte nun mir. Er hatte MW+KW. Habe ihn abgeändert um Mikrofon und E-Gitarre verstärken zu können. Als ich jedoch an dem Ding auch eine Bassgitarre ausprobierte ging der gute "gen Himmel". ..egal, ich hatte ihm ein paar Gitarrentöne entlockt, etwas geschafft und dazu gelernt. Die noch brauchbaren Teile wurden nach seinem ableben ausgeschlachtet und als Bauteile für andere Geräte weiterverwendet. (schon damals betrieben wir echtes Recycling)

 

Musikraum + Werkstatt           1962-1968

Das Haus hatte zwei Keller mit kleinen Fenstern. Ein Kellerraum ohne Fenster wurde nie benutz. Diesen 24m² grossen Raum habe ich im Sommer 1962 mit Holzfussboden versehen. Vom Stromverteilerkasten im 1.OG zog ich eine Leitung um den Raum mit Stromanschluss und Licht auszustatten. Eine Erdleitung und Blitzschutz habe ich installiert um in diesem Raum meine Werkstatt einzurichten.

Fortan war das meine Werkstatt und mit 40cm dicken Mauern auch ein Top Musik-Übungsraum. Wenn es nicht regnete konnte ich die Tür weit offen lassen. Hineinschauen konnte niemand weil es 5 Meter ausserhalb der Tür eine 6m hohe Böschung runter ging.... die zudem mit hohen Sträuchern bewachsen war. In dem Raum stapelte ich alle meine Materialien, Geräte und Bücher. An den Wänden standen Tische und jede Menge Holzkisten voll mit Unterlagen Kabeln und Elektronikteilen von ausgeschlachteten Radios. Hier entstanden einige meiner frühen Geräte, Prototypen, Übungsobjekte usw.

 

Ab 1968 mussten die Produkte ein professionelles Aussehen haben. (Gebasteltes kauft niemand) Zu dieser Zeit kam ich jedoch mit Geräte bauen nur langsam voran weil ich ja noch die Abschlussprüfung vor mir hatte. Zwei mal pro Woche war ich abends auch noch mit Kollegen im Übungsraum mit Musik machen beschäftigt.


1964 -1967 ...diverse "Nebenprodukte"

Damit auch etwas Geld rein kam baute ich zwischendurch Kleingeräte wie Batterieladegeräte, Füllmengenanzeiger/Regler, Regenmelder, elektronische Wärme-Regler, ... auch im Sortiment war eine  automatische Scheibenwischer-Interwall Schaltung für Autos, die ich einem Autoelektriker liefern konnte.

( Kaum ein Auto hatte damals sowas eingebaut.)  Regelbare Netzgeräte waren auch sehr gefragt.

 

Ein Freund hatte eine Trafo-Wicklerei, der fertigte mir - ab 1968 - preiswert alle passenden Transformatoren für meine Geräte, den Rest baute ich selber. 


  

Baujahr 1964 

Mein allererster Röhrenverstärker 

noch ein kleiner "Brummer" aber ein Lehrstück

Leistung ca. 4 Watt mit Anschluss für Mikrofon

und Plattenspieler. Alu-Chassis ohne Gehäuse.

1964 - Der zweite Röhren-Verstärker in Stereo, 

der erste echt brauchbare sah schon recht gut aus. Hatte an der Rückseite Eingänge für Mic / Phono / Aux. Leistung ca.2x6 Watt. Das Design hab ich von Amerikanischen Prospekten abgeschaut.

 

1966 ELACORD A1

mein erster in Röhrentechnik gebauter Gitarren und Gesangs-Verstärker mit Feder Hallsystem.

Leistung 8 Watt an 8 Ω. Anschlussbuchsen an der  Rückseite.

Hinweis: Dieses Bild habe ich aus 4 alten zerstörten Fotos wieder restauriert (zusammengesetzt).


 

Gehäuse bauen - Metall- und Holzbearbeitung habe ich schon früh als Schüler gelernt, mir zeigen lassen und auch vieles aus Büchern selbst beigebracht. In unserem Dorf gab es zu meiner Jugendzeit noch eine alte Schmiede in der ich manchmal dem an Alter fortgeschrittenen Besitzer einige Handreichungen erledigte. Im Gegenzug durfte ich zu jeder Zeit seine Maschinen benutzen (alle aus den 1920er Jahren aber funktionsfähig) da er sah dass ich fachgerecht mit ihnen umgehen konnte.

Hier konnte ich Gitter, Bleche, Winkel usw. die er mir aus seinem umfangreichen Materiallager für wenige Batzen überliess, schneiden, biegen und Gehäuse für meine Geräte selber bauen. Nach seinem Tod wurde die Schmiede aufgelöst. Von da an erledigte ich meine Arbeiten weiterhin eigenhändig auf den Maschinen einer Metallbau Firma im Nachbarort.

 


Die technischen Unterlagen der Fa. Radio RIM München haben mich in den ersten Gehversuchen auch unterstützt. Etliche dieser Audio Verstärker von RIM habe ich nachgebaut, auch ein Tonbandgerät war dabei.

Radio RIM (Radio Industrie München) war zu dieser Zeit der grösste Elektronik Versand in Europa. Wahrscheinlich jeder der einen Lötkolben festhalten konnte bezog seine Ware bei RIM.

 

Die Firma war sehr bekannt durch die jährlich erscheinenden Jahrbücher mit Plänen, Baumappen, Bausätzen usw. Im Sortiment waren alle möglichen Materialien, Pläne und Anleitungen nach denen man Geräte bauen konnte. All ihr Wissen und die ganze Technik war so ausführlich und offen gelegt dass jeder daraus lernen konnte.

Von dieser "unbesorgten Offenheit" haben in den 1960er Jahren bestimmt auch die Japaner profitiert, jedenfalls liess das Innenleben einiger japanischen Geräte diesen Schluss zu.

1991 wurde Radio-RIM aufgelöst und an Conrad Electronic verkauft.


meine erste elektrische

1966/67 

Meine erste elektrische.

Die E-Gitarren hatten die Welt schon längst erobert und waren DIE Zukunft. ...das bedeutete für mich, sofort lernen und Elektro-Gitarren bauen. 

So wie auf dem Bild hat meine erste E-Gitarre ausgesehen. - von einer kaputten Fender nahm ich die Abmessungen. Danach baute ich "meine erste elektrische". Sie war dunkelgrau (weil ich keine andere Farbe hatte) etwas heller als auf dem wieder hergestellten Fotoscan... zum anschauen alles andere als schön...

ABER sie hat echt gut funktioniert, das war das einzig wichtige. Das einst zerstörte Bild eines 120er Rollfims einer Kodak Box war nur schwer zu rekonstruieren.

Oft stand ich früh vor der Schule auf um noch ein wenig an meinem 'Holzbrett' zu arbeiten, welches einmal eine elektrische Gitarre werden sollte. Ein Jahr später baute ich noch einmal eine akustische - nach Framus Vorbild - die ebenfalls funktionierte. Sie war aus besserem Holz als die vorherigen und lebte fünf Jahre. Den Tonabnehmer hatte ich vom Sperrmüll. Geld war knapp, Taschengeld kannten wir nicht. Alles elektrische das noch brauchbar erschien wurde gesammelt und so entstand ein beachtliches Materiallager. Ein kleines Vermögen von dem ich ab und zu auch Teile verkaufte. Denn das wenige selbst verdiente Geld vom Wochenplatz mussten wir Zuhause abgeben.

 

Also entwickelte ich Methoden um (heimlich ohne Wissen der Eltern) legal an Geld zu kommen. - Da fanden z.B. mehrmals im Jahr Sperrgut Sammlungen statt. Für uns Jungs war dies ein technisches Schlaraffenland. Immer wieder fand man viel brauchbares vor den Häusern stehen. Mit dem Fahrradanhänger ging ich auf Tour, (später mit dem Mofa) ...meist schon am Vorabend oder früh vor Schulbeginn durch die Strassen um ja nichts von den Schätzen zu verpassen. (Heute ist das offiziell verboten weil das auf die Strasse gestellte Sperrgut ab diesem Zeitpunkt der Gemeindeverwaltung / oder dem Städtischen Werkhof gehört. Mitnehmen ist Diebstahl (...oder völliger Quatsch) Wahrscheinlich würde das in unserer Zeit auch nichts mehr bringen weil die Leute alles was noch irgendwie nach Geld riecht bei ebay einstellen. 

Manchmal fand ich auch "echt gutes Zeug" das ich weiterverkaufte und so zu Geld kam... wie z.B. Fahrräder und Mofas. Diese nahm ich auseinander weil die einzelnen Teile viel mehr Geld einbrachten als das komplette Gefährt. Puch und Sachs Motoren und andere Mofa-Teile waren sehr begehrt, die konnte ich auch dem örtlichen Mofahändler verkaufen. Motoren wurden vorher zum laufen gebracht.

 

Ausbildung und Beruf

1966 begann ich meine erste Ausbildung in der Grafikindustrie, beginnend mit der Ausbildung zum Porzellanmaler. Abschlussnote 5.8 (in der Schweiz 6.0 = Beste Note) Es folgten zwei Jahre Ausbildung zum Grafiker - Abendschule am Gymnasium - mit Abschlussdiplom. (Note 5.7)

Die Zukunftsaussichten waren für dieses Gewerbe nicht optimal. Zudem war ich besessen von der Elektronik und ihren fantastischen Möglichkeiten. So beschloss ich die Richtung zu ändern und startete im Herbst 1970 meine zweite Ausbildung in Elektrotechnik und Elektronik... bei einer grossen Radio TV Firma... erst mit der Ausbildung zum Radio TV Elektriker (damaige Bezeichnung). Ergänzende Ausbildungen in Audiotechnik, Video- und Tontechnik folgten... und der Dipl. Elektroniker kam immer näher. Das ganze dauerte fünf Jahre plus div. Zusatzausbildungen.

Nach erfolgreichem Abschluss machte ich mich selbständig, spezialisierte mich auf die Musik-Elektronik, Beschallungs und Audiotechnik.

 

Die Transistortechnik kam Ende der 1960er Jahre gross in Mode. Da meine alten Bücher fast ausnahmslos die Röhrentechnik zum Inhalt hatten, lernte ich zuerst diese. Nührmann und andere vermittelten in ihren Büchern die Transistortechnik.

Die waren mir eine grosse Hilfe. Ab 1970/71 habe ich alle Geräte in Volltransistor Technik gebaut, in Grösse und Design der alten Röhrengeräte. ( was zu modern aussah, wurde nicht gekauft ).


 

Export nach Jugoslawien

Absatzmarkt meiner Produkte war zu 98% das ehemalige Jugoslawien... und das kam so. Anfang der 1970er Jahre kamen viele junge Männer aus Jugoslawien in die Schweiz zum Arbeiten. (Damals fragte keiner nach Kroaten, Serben, Bosnier usw.) Sie alle waren Jugoslawen. So lernte ich im Sommer 1970 einige von ihnen kennen. Einer von ihnen hatte einen Onkel der in der Nähe von Lijubliana ein Radio- und Musikgeschäft betrieb. Sein Bruder nahm von mir zwei Geräte im Auto mit und zeigte sie ihm. So ergab es sich dass der an meinen Produkten gefallen fand und interessiert war diese dort zu verkaufen. Egal was, gute Ware aus der Schweiz war sehr begehrt. Später kamen noch zwei Interessenten dazu, die verkauften in Kroatien und Mazedonien und so wurden meine Geräte alle nach Jugoslawien exportiert. Die Ware wurde immer bei mir abgeholt.

Besser hätte es nicht sein können, so brauchte ich mich nicht um den Vertrieb zu kümmern. Ein kleines minus hatte die ganze Sache doch... denn dadurch erfuhr hier "im Westen" nie jemand von meinem Wirken, mit Ausnahme der wenigen Kunden, die Geräte zur Reparatur brachten. 

Dies ist auch der Grund dafür, dass hierzulande kaum einer die Marke ELACORD kennt oder kannte, da meine Aktivitäten aus eben erwähnten Gründen von niemandem wahrgenommen wurden. Grundlegend war es doch kein Problem, ich hatte meine Abnehmer und musste eigentlich nie Werbung machen. (ich hätte auch kaum Zeit dazu gehabt). Damals habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht, dass es vielleicht doch gut wäre, die Produkte würden in einem grösseren Rahmen bekannt. Ab 1969  entstanden auch einige E-Gitarren, mit wenigen Ausnahmen alle auf Kundenbestellung.

Die letzte Anfrage um Ersatzteile für eine Elacord Gitarre erhielt ich zu meiner Verblüffung (über meine Webseite) per Mail im Dez. 2009 aus Ungarn. Der Interessent hatte eine alte defekte Elacord E-Gitarre auf einem Flohmarkt gekauft. 

 

So lief dieser Handel mit "meinen Jugos" einige Jahre sehr gut. Allerdings gab es in ihrem Land politisch immer wieder Zoff. Jugo nannte ich meine Freunde im Spass, die waren Stolz Jugos zu sein. (damals war das überhaupt kein Schimpfwort und keine Beleidigung. Das kam erst nach dem Krieg... denn es kamen aus dem Balkan auch Menschen hierher die keine Manieren hatten und sich nicht zu benehmen wussten... die Frauen belästigten usw. ...erst jetzt wurde Jugo zum Schimpfwort) 

Aber die in Jugoslawien hergestellten Autos hiessen ja auch "Yugo-Auto" ..und da war auch noch die Schauspielerin Jenny Jugo und der aus der Sahara kommende, übers Mittelmeer wehende heisse Wüstenwind (ital. Scirocco) nennt man in Montenegro und Kroatien auch Jugo. /Südwind. 

 

Balkan Konflikt - Jugoslawien Kriege

Am 4. Mai 1980 starb der Jugoslawische Staatschef Marshall Josip Tito... der die ganze Macht inne hatte und als "Volks-Vater" die Regionen vereinte. Doch nur ein Jahr nach seinem Tod kam es in der Provinz Kosovo zu Problemen. Ab 1986 brodelt es überall, die Serben fühlten sich (wieder einmal) benachteiligt und so kommt ein Problem zum anderen.

Das Land hat innert kürzester Zeit grosse wirtschaftliche und ökologische Probleme die politisch nicht gelöst werden können. 1991 kommt es zum Krieg. Erst gegen Slovenien (10 Tage Krieg) ..dann ebenfalls im Jahre 1991-1995 gegen Kroatien... und ab 1992-1995 tobte auch noch der Bosnienkrieg. auch im Kosovo kämpfte Bruder gegen Bruder... Eigentlich unfassbar und doch wahr... Nachbar gegen Nachbar... Bruder gegen Bruder.

 

1991 wurde Mirko mein Hauptabnehmer und Warenvermittler bei einer Rückkehr in seine Heimat auf offener Strasse erschossen, bloss weil er nicht wusste dass ab 21 Uhr vom Militär eine Ausgangssperre verhängt wurde. Sein Kollege der mit ihm gereist war kam davon und berichtete mir Tage später weinend von dem Unglück.

Ab diesem Tag war das Thema Export nach Jugoslawien für immer vom Tisch.

Das wunderschöne ehemalige Jugoslawien wurde

von wahnsinnig gewordenen Regenten zerrissen und zerstört.

Wer umfassende Info möchte, schaue bitte hier.  http://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkriege

 

Ich widmete mich nunmehr vermehrt den Reparaturen, Service und Restauration alter Geräte und E-Orgeln. Auch die Wiederaufnahme und Weiterentwicklung meiner, bereits 1972 erstmals konstruierten Elacord Multi-Sound Hifi Lautspr. und andere Projekte waren nun wieder ein Thema. 

 

 

 

 

 

 

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