Hinweis:

Die BERNINA Kl. 121 wurde in der Schweiz offiziell bis 1957 verkauft ...und ausserhalb der Schweiz bis 1959. ( Produktionsende war 1959 )

Einige Exemplare wurden nachweislich noch bis 1964 verkauft, da bei einigen Händlern offenbar etliche Maschinen längere Zeit an Lager standen.

 

the mod. Kl.125/121 was produced 1945 to 1957...

outside of switzerland sold to 1959.

 

 

BERNINA Kl. 121 - Produktion 1943-1957 (Schweiz)

Ausserhalb der Schweiz bis 1959 geliefert.

Sie näht geradeaus, vorwärts und rückwärts.

Die BERNINA 121 ist die Vorläuferin der Kl. 125 ...einfach ohne ZigZag (als Antwort auf die Elna 1). Diese Maschine wird in Dokumentationen offiziell kaum je oder überhaupt nie erwähnt, denn... ab 1945 war die neue BERNINA 125 als weltweit erste portable Freiarm mit ZigZag für das Unternehmen viel wichtiger.  

 

Erste Modelle der 121 wurden über eine Schnurkette angebtrieben. Die 121 gab es in grün, beige und hellgrau.

Einen Riemenspanner hat die BERNINA 121 + 125 nicht. 

this models 125 + 121 does not have a belt tensioner

 


 

 

 

1945 ... BERNINA Kl. 125 

die erste ZigZag Freiarm Nähmaschine der Welt

 

  

user manual for the old BERNINA 125 

Bedienungsanleitung für die BERNINA 125 (1945-1957)

auch für Modell 121 verwendbar  /  also for Model 121

Download
BERNINA 125/121 Handbuch deutsch
BERNINA 125 Handbuch deutsch.pdf
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BERNINA präsentierte 1945 die Klasse 125...

als die weltweit erste Freiarm-Zig-Zag Haushalt Nähmaschine.

Sie hatte noch kein Fusspadal als Anlasser. Der Chrombügel wird heruntergeklappt und dient als Start-Stop und Geschwindigkeits-Regler für den Motor. Er wird mit dem Knie bedient. Die BERNINA Kl. 125 wurde ab 1953 auch mit Fusspedal geliefert... ab 1954 auch als Variante mit den neuen "snap in" Füssen wie sie bei der 530 Record der neue Standard wurde.

Ausserhalb der Schweiz wurden diese Modelle bis 1960 verkauft.

 

 

BERNINA 125 Standard als BERNINA NORMA.

Mod. 125 gab es in Grün, Beige, Hellgrau


 

 

 

 

Nähfüsse der BERNINA 121/125er Serie (1943/1945-1957)

Die ersten Füsse zur 125er Baureihe hatten einen kurzen Schaft und mussten zusammen mit einem Adapter festgeschraubt werden. Sie sind grundsätzlich identisch mit den Langschaft-Füssen der BERNINA KL 117.

Heute noch trifft man solche Modelle... die meist noch sehr gut funktionieren.

 

Hinweis zu den Nähfüssen

Diese BERNINA125 gibt es auch (je nach Bj.) mit dem snap-on System... 

Sie können zur alten 125er alle BERNINA-Füsse verwenden von der 530/730/930 Record und von den alten Maschinen der 600er Baureihe bis zur BERNINA 1630. ...siehe Bilder unten

 


 

snap-on Füsse wie sie erstmals bei der 530 Record Baureihe Standard waren. Swerden verwendet bis zum Modell 1630/1530.

 

Es gibt nur zwei Varianten... ältere mit 1 Nocken (oben seitlich) und neuere mit 2 Nocken.

Es ist jedoch immer der gleiche Fuss.

 

Beide Varianten passen an Ihre alte BERNINA 125, wenn diese mit dem snap-on Fuss-Halter ausgerüstet ist.  Es gibt auch Adapter, womit man alte Füsse am snap-on System anbringen kann.

 

Hinweis zum Adapter-System

An die BERNINA 125er und an den Adapter passen auch diverse fremde Füsse von anderen Fabrikaten. So z.B. von der alten ELNA Lotus etc. auch einige alte Füsse von Singer, Husqvarna und teilw. auch von anderen. Die Höhe muss passen. Kleine Höhen-Differenzen von 1-3 mm sind möglicherweise tolerierbar.


 

Die drei Bilder oben sind hier zusammengefasst

als Download Datei (jpg)

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Fuss Adapter Info ...zur alten BERNINA 125 (1945-1957)
125er Adapter Fuss Info2.jpg
JPG Bild 1.6 MB

  

 

Der Fadenspuler der alten BERNINA 125

Frühe Modelle hatten einen Fadenspuler mit Kupplung

und eine Motorbremse die man beim umspulen aktivieren konnte.

Diese wurde aber bald wieder weggelassen weil sie gar nicht nötig war.

Der Fadenspuler mit Kupplung

Zieht man das Riemen-Pulley nach aussen, so löst sich die Kupplung und die Maschine läuft beim Faden aufspulen nicht mit.

An frühen 125er Modellen eine luxuriöse Einrichtung. Konstruktiv und finanziell nicht gerade sparsam, weshalb man das später - für einige Jahre - wieder vereinfachte.

Fadenspuler ohne Kupplung

Der später wieder in einfacherer Ausführung produzierte Standard-Spuler.

 

Er läuft beim Betrieb der Maschine dauernd mit. (das ist völlig normal) Diese Bauweise wurde bis gegen Ende der 1950er Jahre beibehalten.


 

 

 

 

Der Motor 1. Generation der alten BERNINA 125

war bei den allerersten Ausführungen zusammen mit dem Gehäuse ein einziges Gussteil. Das ganze wurde mit zwei Schrauben an horizontal am Maschinenständer angebrachten Bolzen ferstgeschraubt. Das Riemen-Pulley am Motor war mit einer Kupplung ausgerüstet die man manuell auskuppeln konnte damit beim spulen die Maschine nicht mitläuft. Zusätzlich war noch eine 'Handbremse' angebracht mit der man den Motor (falls notwendig) komplett stoppen konnte... was sich jedoch als nicht notwendig erwies.

Das Netzkabel war ohne Gerätebuchse direkt am Motor fest angeschlossen.

 

Bild unten:  ...eine BERNINA 125 mit Baujahr 1947 (verkauft 1948)

ohne besondere Modellbezeichnung. Mit nur einem Rollenhalter und dem ersten Motor inkl. Motorbremse (Bremshebel entfernt). Das Netzkabel wurde bei dieser Ausführung ohne am Gehäuse vorhandene Netzbuchse fix am Motor montiert. 

 

 

 

Der Motor 2. Generation

In der Folge wurde der Motor modifiziert, mit einer Anschlussbuchse versehen inklusive einer separaten Motor-Abdeckung. Später wurde dann auch noch die Motorbremse weggelassen. Gemeinsam hatten sie aber alle noch den Zugregler mit unnötig aufwändiger Hebel-Mechanik. Dabei wäre dies schon von Beginn an viel einfacher zu lösen gewesen.

 

Im Bild rechts sehen wir den zum Riemen hin montierten Keramikregler mit der mech. schön fein gearbeiteten aber technisch zu aufwändigen Zugmechanik die man einfacher hätte gestalten können.

 

Bild unten zeigt die Hebelmechanik die den Stromregler bewegt. Mehrere Teile in Aluguss Ausführung mit Führungs-Bolzen, unnötig aufwändig und zu teuer.... weshalb man dies später änderte


Der Motor der 2.Generation war immer noch der gleiche aber leicht modifiziert. Er hatte jetzt eine am Gehäusedeckel vorhandene Gerätebuchse fürs Netzkabel und eine separate Motorabdeckung. Diese wurde wie bisher von hinten mit zwei Schrauben an horizontal stehenden Bolzen mit Innengewinde festgeschraubt.

 

Der Motor 3.Generation

war eine Neuentwicklung mit automatic Fadenspuler, der sich beim aufstecken der Spule automatisch vom Riemen-Pulley ausklinkt, so dass die Maschine beim Spulen nicht mitläuft. - Die Motorabdeckung wurde von jetzt an von der Unterseite der Bodenplatte festgeschraubt.

 

Auch der Kipphebel der den Strom-Regler bewegt wurde nun umkonstruiert.

Irgendwann hats dann jemand gemerkt. Der Keramikregler wurde umgedreht und der Hebel vereinfacht, so dass er von nun an als Druckkontakt funktioniert.

 

Man hätte bloss zu Beginn den Regler umdrehen müssen, dann funktionierts mit diesem einfachen Kipphebel.

Alugussteile und Führungsbolzen wurden einspart.


 

 

 

 

Antriebs-Riemen für die alte BERNINA 125

Rundriemen für diese Maschine sind auch heute noch im Handel erhältlich. Die Führungsräder (Pulley) der Antriebsriemen sind für 5mm Rundriemen ausgelegt. Normale Keilriemen laufen eher schlecht...schräg oder werden beschädigt.

Standard sind die Rundriemen mit 5mm Durchmesser.

Sie können jedoch auch einen synthetischen Zahn-Keilriemen mit der Breite 4-5mm verwenden, die sind flexibler als die starren Gewebe Keilriemen.

 

Achtung: Synthetische Zahnriemen müssen genau passen und etwas Spannung erzeugen... da diese Maschine keinen Riemenspanner hat. Aus diesem Grund sind die flexiblen Rundriemen vorgesehen... was auch zu empfehlen ist.

 

Neuzeitliche verwendete Riemen sind z.B. die Grünen im Bild rechts. Diese kann man auf Mass schneiden und mit einem Feuerzeug erhitzen und zusammen-schweissen.  Auch die roten Riemen (Bild in der Mitte) sind sehr gut und im Handel erhältlich. Die Maschine läuft auch O.K. wenn Sie unterschiedliche Riemen montieren. In der Schweiz kann man diese Riemen kaufen bei:  www.btrade.ch

weitere Lieferanten siehe Kapitel " Ersatzteile und Adressen "

 

original Belt = round belt ø 5mm

also usable = sythetic timing belts 4-5mm

 


zum vergrössern auf Bilder klicken

 

Ansicht von unten

bei abgenommener Bodenplatte


 

 

 

1953 zum 60. Geburtstag der Firma Fritz GEGAUF

kam die 125 Jubilae erstmals mit Fusspedal auf den Markt


 

BERNINA 125 J  = Jubilae.

Hauptmerkmal ist zum einen der Schriftzug "Jubilae" ..dann das vorne am Ständer aufgenietete Emblem. Im weiteren gab es zu diesem Modell nun auch ein Fusspedal.

Hinweis: Auf Kundenwunsch wurde die Jubilae auch mit Kniehebel Starter geliefert.

Damals konnte man ältere Modelle auch nachträglich noch nachrüsten lassen.

 

Erste BERNINA 125 mit Fusspedal... 


 

Motor und Fussregler für BERNINA wurden über Jahrzehnte allesamt bei der SCINTILLA ( sprich: tschintilla ) in der Schweiz produziert. Die Scintilla baute seit Jahrzehnten Millionen Motoren und alle Bosch Elektro Werkzeuge.... Die Firma wurde dann von Bosch "ganz langsam" übernommen, heute ist die Scintilla S.A. ein eigenständiges Bosch Werk. -  BOSCH kündigt im Dez.2013 an, 300 der 620 Mitarbeiter im schweizerischen Solothurn zu kündigen und die Produktion nach Osteuropa zu verlagern. Stand Dez.2013.

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Hinweis: Maschinengehäuse, Fussregler-Teile und andere Alu-Gussteile etc. wurden im Auftrag für BERNINA von einer Firma Bühler produziert.

Auch INCA produzierte in den Anfangszeiten Teile in Aluguss für BERNINA.

INCA ist (war) eine auf die Herstellung von Holzbearbeitungsmaschinen und Aluguss Teilen spezialisierte Schweizer Firma. Sie fabrizierten auch im Auftrag für Dritte... z.B. die Alugehäuse für frühe Elna Nähmaschinen. (Bühler war dann finanziell interessanter) 

Spätere Modelle ab 1954/55 wurden mit einem "normalen" Fusspedal ausgerüstet, das ebenfalls wie die Motoren in der Firma Scintilla S.A. in Solothurn produziert wurden. (wie auch die Fussregler für Keller + Helvetia)

 

Hier nun noch einige Bilder einer

BERNINA 125 mit Fusspedal

  

BERNINA 125 / 121 ...Reparatur und Service

Einstellen der Nadelstange und Transporteur mag noch gehen. Aber mechanische Rep. sind für einen Laien eher schwierig. Die Maschine ist klein, der Zugang zur Mechanik sehr eng. Zu 95% läuft eine alte Maschine nicht mehr weil sie ewig unbenutzt irgendwo rumgestanden hat... und jetzt nur gereinigt werden muss.

Altes Oel dickt ein und bremst oder blockiert mechanische Teile.

 

...Thema Reinigung siehe Kapitel "Wartung und Pflege".

 

An der Elektrik gibt es grundsätzlich wenig Defekte. Angeknabberte oder defekte Kabel sollten unverzüglich repariert oder gegen neue getauscht werden.

"naturgemäss" gibt auch der Kondensator nach 30-50 Jahren seinen Geist auf und sollte ersetzt werden. Den Kondensator finden Sie am Motor nach entfernen der Abdeckung. ...siehe Kapitel Entstörtechnik.

 

 

Wie alt ist meine 125er ????

Das Baujahr ist bei diesen Modellen leider nicht 100% verlässlich an der Serien Nummer ablesbar. Normalerweise stehen die ersten zwei Ziffern für das Baujahr... Serie No. 47xxx=1947    53xxx=1953  ( es gibt jedoch Abweichungen und Ungereimtheiten in den Serien Nummern) 

Man kann dies auch nicht vom Verkaufsdatum im "noch vorhandenen Garantieschein" ableiten, da einige Maschinen länger bei den Händlern standen und nachweislich etliche Exemplare noch bis 1964 verkauft wurden.

Es gibt gewisse Hinweise anhand derer man das Baujahr grob abschätzen kann.

So z.B. der Motor 1.Generation. Diese Maschinen wurden sicher vor 1949 gebaut...

Hat die Maschine den Motor der 2. Generation, so kann man annehmen dass sie zwischen 1949-1951 gebaut wurde.   ...die letzten wurden 1959 gebaut. 

Steckt auf der Synchronachse ein Bakelit ähnliches empfindliches Kegel-Zahnrad, dann wurde die Maschine mit grosser Wahrscheinlichkeit zwischen 1945-1946 gebaut.

Ab 1946/47 war dieses Zahnrad bei allem Modellen aus Metall.

  

 

BERNINA Kl. 125  für Husqvarna

Der zweite Weltkrieg (1939-1945) brachte den grössten Teil der europäischen Privatwirtschaft zum erliegen. Die schwedische Waffenfabrik HUSQVARNA produzierte in dieser Zeit nur militärisches Material was dazu führte dass nach Ende des Krieges einiges fehlte was die Privatwirtschaft nötig hatte. 

Da die neutrale Schweiz vom Krieg verschont blieb, konnte BERNINA - wenn auch unter erschwerten Bedingungen - diese ganzen Jahre hindurch entwickeln und produzieren.

Aus diesem Grund kauften einige europäische Hersteller für die ersten Jahre nach dem Krieg fertige Produkte von Herstellern in der Schweiz.

Husqvarna hatte zu dieser keine eigene Freiarm ZigZag Maschine weshalb man bei BERNINA einkaufte.

Husqvarna kaufte von BERNINA die funktionierende Maschine im Rohzustand. 

Der Motor wurde bei Husqvarna verbaut und stammte von Electrolux.

So wurde die BERNINA 125 von 1947-1954 in der unten gezeigten Ausführung für Husqvarna produziert und unter dem bereits bekannten Modellnamen

Husqvarna ZigZag Excelsior verkauft.

 

Husqvarna baute den Fadenspuler nicht direkt am Motor ( wie BERNINA ). Der Spuler war am Zwischenrad montiert und wurde vom Motorriemen bewegt.


 

Husqvarna lieferte dieses Modell damals auch nach Frankreich, wo sie genauso als Modell Excelsior verkauft wurde. Leider kann ich hier mein original Inserat in französisch nicht zeigen, da jemand aus Frankreich vehement behauptet ich hätte dieses bei ihm geklaut, was jedoch nicht stimmt denn ich sammle selber alte Unterlagen von BERNINA und anderen Nähmaschinen seit 1969.