Als 13 Jähriger wünschte ich mir eine Karriere als Berufsmusiker, vielleicht Pianist. Mein grösster Wunsch war, eines Tages Klavier, Orgel, Gitarre und Saxophon spielen zu können, Profimusiker werden in einem grossen Orchester. Ob die Eltern wohl für sowas Geld ausgeben würden ?  Vielleicht doch eher nicht. - Musiker ist ja kein Beruf, das ist nur was für Zigeuner sagte der Vater, damit kann man nicht Geld verdienen. (wie sie sich irrten).

Alles ging nun langsam seinen Weg... Jahr für Jahr... und dieser Gedanke war wie eingemeisselt im Kopf. Doch für grosses fehlte das Geld und ich war noch sehr jung.

Zur gleichen Zeit wurde in mir auch das Interesse an allem elektrischen wach. Leider hatte ich nicht immer Zeit dazu wie ich es gern gehabt hätte. Von Seiten der Familie hatte ich in dieser Angelegenheit keine Unterstützung, einzig der mir freundlich gesinnte Amateurfunker und ein Angler Kollege waren mir eine Hilfe.

 

Irgendwann im Dezember 1963 waren wir bei einer Familie zu Besuch. Der Junge dieser Familie war ein Jahr älter wie ich und er zeigte mir seine Elektronik Basteleien... ich war fasziniert ...und vom Elektronik Virus angesteckt.  


Das will ich unbedingt auch können

Und so wurde der Grundstein zu meinen Unternehmungen in gewissem Sinne schon im darauf folgenden Jahr gelegt, als ich begann aus den Büchern von Heinz Richter, Werner W. Diefenbach, Dieter Nührmann, Otto Limann, H.G.Mende und einem alten Antennenbuch von Karl Rothammel (geschenkt vom Amateurfunker) mir im Selbststudium die Elektronik-Welt zu verinnerlichen.

 

Kurz darauf konnte auch ich einfache Verstärker bauen. Es wurden alte Radios und Hifi Geräte aus dem Sperrmüll ausgeschlachtet um an "Baumaterial" zu kommen. Einige Geräte wurden auch umgebaut. So entstanden bis 1966 ein paar Verstärker, Lautsprecher, alles Übungsobjekte ... inkl. zwei Gitarren und eine Balalaika. 

Als Schüler hatten wir (ganz selbstverständlich) einen "Wochenplatz" oder mehrere. Das heisst ein Ort wo wir in den schulfreien Std. und Tagen, auch während den Schulferien arbeiten gingen. Obwohl es nicht immer lustig war, lernte ich dadurch so manches Handwerk und alles gelernte war mir im späteren Leben zu irgend einer Zeit von Vorteil. Wer nun an selbst verdientes Geld denkt liegt falsch. Das musste ich zu Hause abgeben. 

 

"cool, geil und abhängen" kannten wir nicht, nicht einmal diese Ausdrücke. Einen Fernseher hatten wir erst 1968 als das TV farbig wurde und ich als Azubi auch etwas Geld nach Hause brachte. Wir waren gewohnt dauernd irgend was zu tun. Auch unsere Spiele waren immer mit handwerklichem Tun und lernen verbunden. Aber alles hat Spass gemacht und wir wurden gefordert... und gefördert.

 

Als dreizehnjähriger hatte ich - wie bereits erwähnt - den Wunsch Musiker zu werden, Klavier und Gitarre spielen zu können... das wär das Grösste. 

 

Aber wie sollte das gehen ohne eigene Kohle, denn für sowas "verrücktes" würden die Eltern bestimmt niemals einen Franken ausgeben.


Glücklicherweise hatte ich noch nie zwei linke Hände und so entschloss ich mich selber aktiv zu werden. 

 

Als erstes baute ich mir nach den Plänen aus dem "Werkbuch für Jungen" eine Balalaika als Übungsobjekt, die nach ca. acht Monaten in ihrer Form verdreht den Geist aufgab.

Ich baute eine zweite mit etwas mehr Sorgfalt, diese konnte ich auch spielen. Doch auch die war nach mehreren Monaten krumm.

Danach wagte ich mich an den Bau meiner ersten Akustik Gitarre.

Dieses Vorhaben ging erst mal gründlich schief, da ich noch nicht über das richtige Werkzeug verfügte... und auch echt noch nicht so richtig Ahnung hatte von der ganzen Materie, wie das überhaupt alles geht. Die Balalaika war viel einfacher als der nun runde Korpus der Gitarre.

das hiess...lernen..lernen..lernen. Autodidaktisch kam ich jedoch schnell dahinter. Wenn ich was zu erkunden habe muss ich mir die Sache bloss mal richtig anschauen und dann ist eigentlich schon alles klar. Nach diesem Prinzip habe ich viele Geräte etc. ...und Werkzeuge zum Bau von Gitarren selber gebaut.

 

Gleich ging es weiter zum zweiten Modell, das war dann auch noch nicht das Gelbe vom Ei weil ich immer noch die gleichen Fehler machte.. aber diesmal zum letzten mal.

Das falsche Holz.  Beim Bau dieser drei Instumente hatte ich noch kaum Ahnung welches Holz sich zum Bau von Saiteninstrumenten am besten eignet. Da mein Vater das Haus (ehem. Bauernhaus) bis unters Dach voller Brennholz und Bretter hatte suchte ich mir einige schöne raus ohne weiter zu überlegen. Leider hab ich mich bei niemandem erkundigt und so nahm ich wahrscheinlich genau die falschen, so dass meine ersten Instrumente schon nach etwas mehr als einem Jahr langsam aber sicher komplett verdreht und unspielbar wurden.

 

Erste Elacord Akustik Gitarre

Das geht natürlich nicht... etwas bauen das nicht richtig funktioniert. also machte ich mich unverzüglich auf die Suche nach mehr Infos über Gitarrenbau und Material, studierte kurz darauf wieder ein Buch zum Thema und habe gleich noch verschiedene Holzfachleute gelöchert und zugetextet und meinen "Wochenplatz-Chef" den Inh. des Musikfach-geschäftes "befragt" und so vieles über Tonhölzer gelernt und auch unsere Schätze an edlen Brettern unter dem Dach identifiziert und konfisziert. 

Mein Gitarren Projekt 1964/65 konnte nun starten (Bild anklicken=vergrössern)

 

Ab jetzt wurde nur noch peinlich genau gearbeitet, das machte sich auch die nächsten 30 Jahre am jeweiligen Produkt bemerkbar. Diesmal hatte ich allerdings (vom Sperrmüll) auch noch eine alte akustische Framus. Der Korpus war gespalten, aber die Mechanik noch O.K. so dass ich diese für mein neues Gitarren Bauprojekt verwenden konnte. - Den defekten Korpus der Sperrmüllgitarre hab ich fein säuberlich auseinander geschnitten um Aufbau und Konstuktion studieren zu können. Danach entstanden die ersten Skizzen und Baupläne meiner Gitarrenproduktion. 

Alles ausser die Stimm-Mechanik wurde in Feinarbeit von Hand hergestellt. Die einzige überlebende Foto dieser dritten (erste Elacord) Gitarre sehen wir oben (sw Foto Scan).


Mein erster Erfolg. 

Mein Wochenplatz im Musikhaus bewegte mich, meine self made Gitarre auch dem "Chef" zu zeigen, der mich hocherfreut lobte. Da ich nun ein eigenes Instrument hatte bot er mir an, dass ich ab sofort in seiner Musikschule kostenlos pro Woche 2 Lektionen Gitarren-untericht bekommen könne. Das war wie der Himmel auf Erden. Von da an mähte ich den Rasen ums Haus noch viel lieber und 2x pro Woche Büros putzen war eine Leichtigkeit, danach konnte ich jeweils gleich zur Musiklehrerin zum Unterricht.

Meine selbstgebaute Gitarre war echt gut, ich verwendete sie 1½ Jahre im Unterricht und lernte auf ihr spielen. Das Instrument gefiel auch der Gitarren Lehrerin... Sie glaubte mir bloss lange Zeit nicht, dass ich die selbst gebaut hatte.

ich hätt so gern en Amp

 

Meinen ersten Versuch... einen Amp zu bauen

unternahm ich ca. im Sommer 1964.

Wir erhielten vom Nachbarn ein Philips Radio mit UKW. Da Mutter es liebte den ganzen Tag (bei Heimarbeit) Musik zu hören baute ich ihr gleich eine 3-Element Antenne, die ich zu oberst unter dem Dach installierte. Durch die erhöhte Lage unseres Hauses erreichte ich einen super Empfang vieler Deutschen FM Sender. 

 

Der alte Sondyna gehörte nun mir. Er hatte bloss Lang- Mittel- + Kurzwelle... für mich egal, ich hab ihn abgeändert um Mikrofon und E-Gitarre verstärken zu können. Dass dieses Radio als Gitarrenverstärker nicht lange herhielt wird sich jeder mit etwas Elektronikkenntnissen denken können ...egal, ich hatte wieder was geschafft und vor allem gelernt.

 

Einen nie benutzten Kellerraum hab ich mit Stromanschluss und Beleuchtung ausgestattet und zu meiner Werkstatt gemacht.

Das Design meiner Geräte guckte ich in Prospekten ab und  auch an Original Geräten an meinem Wochenplatz (1964/65 optimal in einem Musikhaus). Ich zeichnete die im Laden vorhandenen Geräte mit allen ihren Massen und kopierte später das Design. Dass es die grossen Hersteller weltweit auch so machten wusste ich zu dieser Zeit noch nicht.


Elacord Nebenprodukte

1966-1969 baute ich zwischendurch allerlei Kleingeräte. Batterieladegeräte, Regenmelder und Scheibenwischer-Interwall Schaltungen für Autos, die ich einem Autoelektriker lieferte. Sowas hatten damals nur wenige Autos eingebaut. Regelbare Labor Netzgeräte waren auch sehr gefragt. Ein Freund hatte eine Trafowicklerei, der fertigte mir preiswert die passenden Transformer, den Rest baute ich selber. Elektronische Bissanzeiger für Angler, eine elektrische 12/24Volt Standheizung mit Thermostat für PW + LKW's war im Angebot.

Kein Produkte ohne Namen

Meine Geräte benötigten nun dringend einen Namen, denn markenloses kauft niemand.

Bis jetzt war alles nur das Hobby eines begeisterten Anfängers, aber ich wollte mehr.

 

Der Name der weltbekannten Firma Dynacord gefiel mir so sehr dass ich was ähnliches haben wollte. Da für mich von Anbeginn klar war, dass ich in der Orchester Elektronik und ELA-Technik (ELektroAkustik) tätig sein wollte, wählte ich für meine Produkte 1966 den Markennamen Elacord, so hiess dann auch mein erster offiziell gebaute Verstärker. Alle Fabrikate trugen von nun an den Namen ELACORD.

 

Zwanzig Jahre später wurde die Marke Acoura geboren. Ab 1986 richtete sich Entwicklung und Produktion nunmehr auf die von mir bereits in den 1970er Jahren entwickelten und nun nochmals überarbeiteten Omni Directional Hifi Lautsprecher. Die erste Box hiess Elacord Acoura, daraus entstand dann die Marke Acoura für die Hifi Lautsprecher made by Elacord.

Siehe dazu Seite 2

 

 

 

Baujahr 1964 Mein allererster Röhrenverstärker 

noch ein kleiner "Brummer" aber ein Lehrstück

Leistung 2 x 8 Watt mit Anschluss für Mikrofon

und Plattenspieler. Alu-Chassis ohne Gehäuse.

 

1965 - Der zweite Verstärker den ich baute

(der erste brauchbare) sah schon recht gut aus. Hatte an der Rückseite Eingänge für Mic / Phono / Aux (Tuner o.ä.) Vollständig in Röhrentechnik Leistung ca.2x8 Watt.

Das Design hab ich von Prospekten aus Italien und USA abgeschaut, die ich vom Amateurfunker bekam.

Gehäuse - Metall- und Holzbearbeitung

Ich hatte auch etwas Glück, denke ich jedenfalls. So bestand in unserem Dorf zu meiner Jugendzeit noch eine alte Schmiede in der ich manchal dem an Jahren schon fortgeschrittenen Besitzer Jakob Althaus einige Handreichungen erledigte. Im Gegenzug durfte ich zu jeder Zeit seine Maschinen benützen, da er sah dass ich sachgemäss mit ihnen umgehen konnte.

Dies ermöglichte mir, Alu, Gitter, Bleche, Winkel usw. die er mir aus seinem umfangreichen Materiallager für wenige Batzen überliess, zu schneiden, biegen und Gehäuse für meine Geräte selber zu bauen. Nach seinem Tod wurde die Schmiede aufgelöst. Von da an erledigte ich meine Arbeiten weiterhin eigenhändig auf den Maschinen einer Sanitär Installations- und Metallbau Firma. 

Noch heute, über 40 Jahre später bin ich unserem ehemaligen Dorfschmied Jakob Althaus - der mich wie ein liebevoller Vater behandelte - dankbar, dass ich in seiner Werkstatt immer die Maschinen benutzen durfte.

 

 

Radio RIM (Radio Industrie München) war zu dieser Zeit der grösste Elektronik Versand in Europa. Wahrscheinlich jeder der einen Lötkolben in der Hand halten konnte bezog seine Ware bei RIM.

Die Firma war sehr bekannt durch die jährlich erscheinenden Jahrbücher mit Plänen, Baumappen, Bausätzen usw. Im Sortiment waren alle möglichen Materialien, Pläne und Anleitungen nach denen man Geräte bauen konnte. All ihr Wissen und die ganze Technik war so ausführlich und offen gelegt dass jeder daraus lernen konnte.

Sicher ist dass auch die Japaner in den 1960er Jahren von dieser "unbesorgten Offenheit" profitierten. - 1991 wurde Radio-RIM aufgelöst und an Conrad Electronic verkauft.

meine erste elektrische

(zerstörtes Foto, 120er Rollfilm restauriert)

Die Electro Gitarren waren nicht mehr wegzudenken, sie waren Zukunft. ( Bild anklicken = vergrössernDas hiess für mich... lernen und E-Gitarren bauen. 

1966/67 baute ich dann meine erste E-Gitarre.

So wie hier auf dem Bild hat meine selfmade Gitarre ausgesehen. - von einer kaputten Fender nahm ich die Masse. Danach baute ich "meine erste elektrische".  

( sie war hellgrau, etwas heller als auf dem wieder hergestellten Fotoscan ).

 

Oft stand ich früh vor der Schule auf um noch ein wenig an meinem 'Holzbrett' zu arbeiten, welches einmal eine elektrische Gitarre werden sollte. Ein Jahr später baute ich noch einmal eine akustische - nach Framus Vorbild - die ebenfalls funktionierte. Sie war aus besserem Holz als die erste und lebte 5 Jahre. Leider existieren die Baupläne dieser Werke von damals nicht mehr.

Den Tonabnehmer hatte ich vom Sperrmüll. Geld war knapp, Taschengeld kannten wir nicht. Alles elektrische das noch brauchbar erschien wurde gesammelt und so entstand ein beachtliches Materiallager. Ein kleines Vermögen von dem ich ab und zu auch Teile verkaufte. Denn das wenige selbst verdiente Geld vom Wochenplatz mussten wir Zuhause abgeben. Also entwickelten wir Methoden um (heimlich ohne Wissen der Eltern) legal an Geld zu kommen. - Da fanden z.B. mehrmals im Jahr Sperrgut Sammlungen statt. Für uns Jungs war dies ein technisches Schlaraffenland. Immer wieder fand man viel brauchbares vor den Häusern stehen. Mit dem Fahrradanhänger ging ich auf Tour, meist schon am Vorabend oder früh vor Schulbeginn durch die Strassen um ja nichts von den Schätzen zu verpassen. (Heute ist das offiziell verboten weil das auf die Strasse gestellte Sperrgut ab diesem Zeitpunkt der Gemeindeverwaltung / oder dem Städtischen Werkhof gehört. Mitnehmen ist Diebstahl (...oder völliger Quatsch)

Die ersten mit Namen

 

 

1966 war diese Hifi-Regalbox Elacord RB-20 mein allererstes Produkt das den neuen Namen trug. Davon baute ich 1966/67 total 28 Stück. Eine gelungene neutrale 2-wege Box in Hifi Qualität, max. Belastbarkeit 80 Watt. Die Front war dünn mit Filz beklebt. Ein Frontrahmen mit Stoffbezug wurde unsichtbar festgenagelt.

self made Bass Amp. 1966 

Dies ist das erste Modell eines von mir gebauten Bass Röhrenverstärkers mit dem Markennamen ELACORD. 

Damals noch in Kleinbuchstaben aus Kunststoff auf das Frontgitter aufgeklebt. Prod. wurden 3 Geräte wovon ich einen selber 4 Jahre benutzte. Für mich eine kleine Herausforderung mit 20 Watt Leistung. Dies war dringend notwendig, denn inzwischen hatte ich mir für wenig Geld einen stark defektne E-Bass erstanden. Nach einigen Std. Arbeit war er wieder top-fit und ich konnte mit meinem Grossvater und seinem Kollegen Musik machen. 

Mein Opa war ein guter Musiker, spielte sehr gut Klarinette, Sax und Handharmonika. Doch er war eben so extrem stur und duldete nur Schweizer Volksmusik. Klarinette, Harmonika, Schwyzer Örgeli und Bassgeige. (auch ein Klavier in einer Musikkapelle wurdevon ihm energisch abgelehnt.) Dass ich da jetzt mit einem E-Bass mitmachen durfte war ein echt monumentales Ereignis. Obwohl es nicht meine Lieblingsmusik war spielte ich gern mit, denn ich lernte viel von den beiden. - So lag es denn auch nahe dass ich zu Beginn meiner Audiophilen Aktivitäten vorwiegend Gitarrenverstärker und Lautsprecherboxen baute. 


Ab 1968

waren auch Elacord Verstärker SOLID STATE.   

self made Amp. 1968 / Elacord MVA-80 

Gesangsverstärker 4 x Mikrofon Input mit Mischregler, Panpot, inkl. Federhallgerät. Output 60/80 Watt.  Anschl für vier Lautspr. Ideal für kleinere Bühnen.

Produziert 8 Stück volltransistorisiert. (solid state)

Ab 1969 waren alle Elacord Geräte volltransistorisiert.

 

 

Die Bezeichnung SOLID STATE  prangte in den 1960er Jahren an allen Geräten und bedeutete nichts anderes als Volltransistorisiert... auch wenn viele Leute glaubten es handle sich um einen Markennamen. Angebl. soll es in Japan eine Fa. gegeben haben die sich kurze Zeit so nannte.

Im Style alter Röhrenverstärker baute ich nun volltransistorisierte Gitarren- und PA Verstärker mit IC Stufen etc. Die klangen nicht ganz so wie die Röhren aber es war akzeptabel. In den Beat-Club's und Discotheken konnte sowieso keiner unterscheiden ob Röhrensound oder nicht, war auch nicht wichtig. 

Verdient hab ich in den ersten Jahren damit nur wenig, aber zumindest den finanziellen Einsatz wieder zurück bekommen ...und viel dabei gelernt. Um über die Runden zu kommen wurden für andere Firmen und Privatkunden allerlei Reparaturen ausgeführt.

 

Das Design meiner Geräte habe ich damals aus Katalogen entnommen, abgeschaut und kopiert... so wie es auch die grossen Hersteller weltweit taten. (und noch immer tun)

Die Transistortechnik kam zu dieser Zeit gross in Mode. Da meine alten Bücher Ing. Heinz Richter fast ausnahmslos die Röhrentechnik zum Inhalt hatten, lernte ich zuerst dies. So kam es dass meine ersten Versuche in Röhrentechnik erfolgten. Nührmann und andere vermittelten in ihren Büchern die Transistortechnik.

Ab 1969 wurden alle Geräte in Volltransistortechnik gebaut, in Grösse und Design der alten Röhrengeräte. ( was zu modern aussah wurde nicht gekauft ).

1968 entstand der Elacord SW-R1000

ein 6- Band Kurzwellen Receiver. Es war ein

Nachbau des Heathkit-54. Die Baupläne hatte ich aus dem Altpapier. Nach diesen Vorlagen baute ich dann meinen Empfänger. Optisch etwas anders, eben so wie er mir gefiel. Frequenzbereich  160 kHz - 30Mhz. Mit Ant.Tuner Bandspreizung, Feintuning, Noise Limiter, RF Gain Control, BFO, CW + SSB Empfang. Davon habe ich nur ein Stück gebaut für den Eigenbedarf. Es mussten vier alte Radios als Materiallieferanten herhalten.

Später folgte ein Multiband Radio mit CB, 2m Band UKW etc. Siehe Geräte Bj. 1972.

 

 

1968/69 ELACORD D-1

Das erste Diskothen Mischpult

 

Davon baute ich drei Stück mit billigen BSR Plattenspielern. Die Elektronik war Eigenbau nach RIM.

 

Die Qualität genügte mir nicht und so entwarf ich gleich das nächste Projekt. Hochwertiger und präzise.

super Spass... Gitarren bauen

Nach dem ich es fertig gebracht hatte, meinen alten E-Bass vollständig zu reparieren und restaurieren... nachdem ich auch noch einen Telecaster Nachbau erfolgreich geschafft hatte... entstanden nach fortgesetzter Weiterbildung von 1969-74 weitere Modelle. 

Export nach Jugoslawien

Absatzmarkt aller meiner Produkte war zu 98% das ehemalige (alte) Jugoslawien... 

und das kam soAnfang der 1970er Jahre kamen viele junge Männer aus Jugoslawien in die Schweiz zum Arbeiten. (Damals fragte keiner nach Kroaten, Serben, Bosnier usw.) Sie alle waren Jugoslawen. So lernte ich im Sommer 1970 einige von ihnen kennen. Der Bruder von einem meiner neuen Kollegen hatte in Liubliana ein Radiogeschäft. So ergab es sich dass der an meinen Produkten gefallen fand und bereit war diese dort zu verkaufen. Später kamen noch zwei dazu, die verkauften in Kroatien und Mazedonien. ... und so wurde meine Ware alle nach Jugoslawien exportiert. 

Besser hätte es nicht sein können, so brauchte ich mich nicht um den Vertrieb zu kümmern. Andererseits war es ein kleines minus, denn dadurch erfuhr hier nie jemand von meinem Wirken, mit Ausnahme der Stammkunden im Reparaturservice.


Dies ist auch der Grund dafür, dass hierzulande kaum einer oder niemand die Marke Elacord kennt oder kannte, da meine Aktivitäten aus eben erwähnten Gründen nicht wahrgenommen wurden. Grundlegend war es doch kein Problem, ich hatte meine Abnehmer und musste keine Werbung machen. 

Von 1969-74  entstanden auch einige Serien E-Gitarren.

Die letzte Anfrage um Ersatzteile für eine Elacord E-Gitarre erhielt ich zu meiner Verblüffung (über meine Webseite) per Mail im Dez. 2009 aus Oesterreich. Leider sind solche Ersatzteile nicht mehr vorhanden. 


Balkan Konflikt - Jugoslawien Kriege

So lief dieser Handel mit "meinen Jugo Freunden" (so nannte ich meine Kollegen im Spass) einige Jahre sehr gut. Allerdings gab es in ihrem Land immer wieder Zoff.

 

Am 4. Mai 1980 starb der Jugoslawische Staatschef Marshall Josip Tito... und nur ein Jahr später kam es in der Provinz Kosovo zu Problemen. Ab 1986 brodelt es überall, die Serben fühlten sich (wieder einmal) benachteiligt und so kommt ein Problem zum anderen. Das Land hat grosse wirtschaftliche und ökologische Probleme die politisch nicht gelöst werden können. 1991 kommt es zum Krieg. Erst gegen Slovenien (10 Tage Krieg) ..dann ebenfalls im Jahre 1991-1995 gegen Kroatien... und ab 1992-1995 tobte auch noch der Bosnienkrieg.

 

1991 wurde mein wichtigster Abnehmer bei einer Rückkehr in seine Heimat auf offener Strasse erschossen, bloss weil er nicht wusste dass ab 21 Uhr vom Militär eine Ausgangs-sperre verhängt wurde. Ab diesem Tag war das Thema Jugoslawien für immer vom Tisch. - Das wunderschöne ehemalige Jugoslawien wurde zerrissen.

 

Ich widmete mich nunmehr der modernisierung und Weiterentwicklung meiner, bereits 1972 erstmals konstruierten Elacord Acoura Hifi Lautsprecherboxen.

ELACORD Geräte und Lautsprecherbau siehe nächste Seite.


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