Hauptgewässer des Oberaargaus
und einstige Jahrhundert-Attraktion
Die Aare ist zwar das grösste Gewässer im Oberaargau (und grösster Fluss im Kanton Bern) sie durchquert dieses Gebiet jedoch nur.
Das Hauptgewässer des Oberaargaus ist die "Langete" , dieses im allgemeinen sanfte Flüsschen welches 1119M.ü.M in der mit weichen Konturen modellierten Hügel-Landschaft bei Eriswil (beim Ahorngrat/Nagelfluh im Napfgebiet ) entspringt und auf einer Gesamtlänge von 30 Km im Normalfall ruhig und friedlich dahinplätschernd das ganze Tal durchfliesst. Nördlich von Huttwil (Nähe Häberebad) nimmt die Langete noch den Rotbach auf (welcher sich zuvor mit der Wissachen vereinigte). Etwas weiter unten bei Wystäge/Kleindietwil mündet dann auch noch der Ursebach in die Langete.
Nun geht's ab, durch Wiesen Auen und Felder, manchmal vorbei oder auch mitten durch Dörfer. Nach Huttwil passiert der Fluss nacheinander die Gemeinden Rohrbach, Kleindietwil, vorbei an Leimiswil und Madiswil, mitten durch Lotzwil... und anschliessend erreicht der Fluss schliesslich die Stadt Langenthal
...wo die Wassermassen seit Jahrhunderten bei Hochwasser aus ihrem Bett entlassen durch die Stadt geleitet in einem (1883 erbauten) Schacht beim Bahnhof verschwanden und in den nahen Hardwald bei Aarwangen geleitet wurden wo das Wasser versickerte.
Die Langete selber fliesst ab Langenthal weiter nach Roggwil (BE) wo sie sich an der Kantonsgrenze BE/AG mit der Roth vereinigt. Von da an heisst der Fluss Murg, dieser mündet nach kurzem Lauf bei Murgenthal (Kt.AG) in die Aare.
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In Langenthal angekommen fliesst die Langete teilweise unterirdisch, dann wieder sichtbar unter den Häusern und Strassen der Stadt...
und so waren früher im Sommer die Überschwemmungen vorprogrammiert. Bei starken Gewittern und tagelang anhaltenden Regenfällen entwickelte sich dieses sanfte Bächlein manchmal innert Stunden mit seinen vielen Zuflüssen und Rinnsalen zum reissenden und zerstörerischen Strom.
So wurden seit erdenklichen Zeiten in Langenthal bauliche Massnahmen getroffen um auch bei Hochwasser die Stadt begehen zu können. Die 1m hohen Trottoirs in Langenthal sind Zeugen dieser nassen Vergangenheit.
Immer wenn bei starkem Unwetter und Regen die Wassermassen im Sekundentakt um das mehrfache zunahmen musste die Langete beim "Choufhüsi" aus ihrem Bett entlassen werden und floss dann durch die Stadt, verwüstete hunderte Keller und Geschäftsräume, floss weiter die Bahnhofstrasse hinunter wo das Wasser schliesslich in einem Schacht aufgefangen wurde.
Dieser führte unterirdisch aus der Stadt hinaus in den Hardwald bei Aarwangen wo das Wasser versickern konnte (sollte).
Bis in die 1970er Jahre wurde die Situation immer untragbarer und die Versicherungen waren nicht mehr gewillt alljährlich diese riesiegen (beinahe vorhersehbaren) Schäden zu decken. Man beschloss einen Stollen zu bauen um diesem Übel Meister zu werden.
eine Gaudi für die einen . . . Tod und Zerstörung für andere
Foto von 1973
'normales' Hochwasser in Langenthal, wie es sich jedes Jahr ereignete wenn die Langete über die Ufer trat und beim "Choufhüsi" (damals das Gemeindehaus) mitten in der Stadt aus ihrem angestammten Bett entlassen werden musste.
Normalerweise Floss die Langete unterirdisch. Von hier weg ging es jedoch im Notfall mitten durch die Stadt... die Bahnhofstrasse hinunter und - wenn auf ihrem Weg links und rechts schliesslich alle Keller verwüstet waren - wurden die Wassermassen kurz vor dem Bahnhof von einem grossen Schacht verschluckt.
Immer wieder entstanden über all die Jahrzehnte grosse Überschwemmungen wie z.B. in den 1960er Jahren / 1973 / 1975.
Im Sommer 1975 war es absolut extrem. Die Langete ging diesmal nicht erst in Langenthal über die Ufer.
Durch die Vereinigung mit den vielen kleinen Zuflüssen entwickelte sich ein zertörerischer Strom welcher fast das ganze Tal von Huttwil hinunter durch Rohrbach, Madiswil, Lotzwil bis Langenthal verwüstete.
Das Bild rechts zeigt wie die 1m hohen Trottoirs überschwemmt wurden. So lief das Wasser auch hier durch die ganze Stadt...
in Verkaufsläden, Keller und Wohnungen.
Normalpegel und Hochwasser der Langete
Der Wasserlauf der Langete führt übers Jahr durchschnittlich eine Menge von 2-3m³/s.
Im August 1975 waren es knapp 100m³/s., eine nicht zu bändigende Wassermenge.
Bild vom 30.August 1975
Wie ich haben damals hunderte dieses Bild geschossen.
Es war ein Jahrhunderwasser mit sehr grosser Zerstörung von Huttwil bis Langenthal.
Nach diesem Ereignis wurden Massnahmen getroffen um solche Vorkommnisse künftig zu vermeiden.
Es wurde ein Entlastungsstollen geplant. Siehe weiter unten.
Ein Entlastungsstollen wird gebaut
Nach Jahren umfangreicher Abklärungen, Untersuchungen, Planung und Vorbereitungen ist es soweit... der Stollen kann gebaut werden.
Die Langete selber wurde nicht massiv verändert. Es ging darum das Hochwasser schon bei Madiswil abzufassen und in einem Stollen direkt der Aare zuzuführen.
nach einigen Jahren 'Ruhe'
Wiederum... am 21. Juni 2007
war es dann trotz Entlastungs-stollen notwendig dass die Langete durch die Stadt geführt werden musste.... zum Gaudi aller Kinder die das noch nie erlebt hatten.
und doch war es selten so schlimm
denn leider hat die Langete 2007 bereits im Oberlauf bei Eriswil grossen Schaden angerichtet wobei drei Menschen ums Leben kamen.
Herzlich willkommen auf Eddy's privater Webseite - www.occaphot.ch

