Die Aare - im Oberaargau ...
Die Aare, der grösste Fluss des Kantons durchquert auch den Oberaargau. An ihren Ufern zu Wandern, ihre Bewohner und tausend kleine Dinge der Natur zu entdecken, ein Wohlgenuss für jede Seele. Weite Wiesen und Wälder laden ein zum entspannen.
... sie entrspringt hier am Oberaargletscher
Oberaargletscher / Bild Wikipedia
ganz genau gesagt...
entspringt sie am höchsten Berg der Berner Alpen, am Finsteraarhorn (4274m).
Finsteraarhorn von Süden / Bild aus Wikipedia
Dort hoch oben vereinigen sich vier mächtige Eisströme aus den Firnmulden der Finsteraar-horn Gruppe. In diesem Kerngebiet umgeben von den höchsten Gipfeln der Berner Alpen wird die Aare geboren.
Von den Hochtälern am Schreckhorn (4078) bewegen sich die Eismassen talwärts wobei sie durch den Felsgrat am Lauteraarhorn geteilt werden, in Lauteraargletscher (nördl. v. Grat) und Finsteraargletscher (Grat Südseite) welcher am Fusse des Finsteraarhorns vorbei 'fliesst'.
Beide vereinigen sich anschliessend zum Unteraargletscher (nördl. v. Scheuchzerhorn) an dessen Ablauf sich die Aare gebildet hat. Seit 1932 mündet der Gletscher in den 5,3Km langen, 101 Mio.m³ fassenden Grimsel-Stausee der Kraftwerke Oberhasli. Seine Bogen-staumauer ist 114m hoch.
Südlich des Scheuchzerhornmassivs (3467m) steht das Oberaarhorn von dessen Fuss sich die Eismassen des Oberaargletschers Richtung Tal bewegen. (zweites Bild von oben) Sein Abfluss mündet in den Oberaar-Stausee. Sein Abfluss heisst Oberaarbach (früher Obere Aare) welcher seinerseits wiederum in den Grimsel-Stausee mündet.
Die entlassenen Wasser stürzten sich Jahrtausende lang schäumend vom 2000m hohen Oberaargletscher über den Handeggfall am 1000m tieferen Hang bei Guttannen vorbei bis zum Boden vor Innertkirchen auf noch rund 630m. Bis zu dem Tage als der Mensch eingriff und sich die Kraft des Wassers vollends zu Nutze machte.
Kartenvergleich
In untenstehender Karte sieht man deutlich die Veränderungen durch den Bau der Stauseen welche im Jahre 1932 in Betrieb genommen wurden.
Die Aare fliesst jetzt genau genommen ab dem Unteraargletscher "durch" den Grimselsee. Das ehemalige 'alte' Grimsel Hospiz wurde bis auf die Mauern abgerissen und beim füllen des Stausees überflutet. - Auch die frühere Oberaar ist verschwunden. An ihrer Stelle ist jetzt der Oberaarsee und sein Abfluss in den Grimselsee ist bloss noch ein "Rinnsal" namens Oberaarbach.
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Kontinental Wasserscheide
Am Finsteraarhorn verläuft die Kontinentalwasserscheide... was bedeutet... hier wird das Einzugsgebiet von Nordsee und Mittelmeer getrennt.
Alles was sich an der Nordostflanke des Berges absetzt (Schnee, Regen, Eis) bewegt sich über den Finsteraargletscher in den Unteraargletscher, von dort weiter in den Grimselstausee... usw. und kommt eines Tages bei Rotterdam in der Nordsee an.
Die Wasser welche sich an der Südostflanke des Bergmassivs sammeln landen übers Wallis südwärts im Mittelmeer.
Die Aare fliesst anschliessend nach dem offenen Talkessel von Innertkirchen, mit donnernder Gewalt durch die Aareschlucht nach Meiringen. In künstlich gestrecktem Lauf erreicht die Strömung Brienz, wo sie oberhalb vom Dorf im Brienzersee verschwindet.
... aber genau hier oben -zwischen Innertkirchen und Meiringen - in der bis 180m tiefen und an schmalster Stelle bloss 1m breiten Schlucht 'erlebt' man die wild durch den Fels tosende Aare erst wirklich.
Die Schlucht ist über gesicherte Stege begehbar und jährlich für Tausende Touristen und Wanderer ein Anziehungspunkt.
DIA SHOW . . . Aareschlucht
Bilder © by occaphot.ch
Brienzersee im Berner Oberland
Am Auslauf des Brienzersee's windet sie sich durchs Bödeli von Unterseen (Interlaken) um kurz darauf in den Thunersee einzutauchen.
Das "Bödeli" (der Boden auf dem heute Unterseen / Interlaken und Matten stehen) entstand in alter Zeit als es hier nur einen See gab, von Thun bis Brienz.
Interlaken (zwischen-Seen) war also nicht immer da. Als sich in früheren Zeiten der Lombach und die Lütschine ihre Geröllmassen immer weiter gegeneinander vorschoben häufte sich an dieser Stelle das angespülte Material.
Der grosse alte "Wändelsee" wurde geteilt. Es entstand der Thuner und der Brienzersee.
Mittendrin ...eben auf dem Bödeli siedelten sich Menschen an und so entstand der heutige Touristenmagnet Interlaken mit Zugang zum Haslital. (Es wird angenommen dass sich dieser "alte Oberländersee" zur letzten Eiszeit von Meiringen bis Bern erstreckte.)
Smaragdgrün fliesst die Aare durch Interlaken
...und geniessen die wunderbare Aussicht
nachdem wir den See überquert haben
kommen wir an Spiez vorbei
und erreichen die Stadt Thun
in der Bundesstadt Bern
Ab Thun wo die Aare den See verlässt wird sie zum Mittellandfluss, durchfliesst weite flache Felder und Auengebiete und kommt schliesslich in unserer Hauptstadt Bern an.
Die Aare umschliesst die alte Zähringerstadt, die Berner Altstadt - die wie eine Halbinsel hoch über dem Flussbett thront - in einer grossen Schleife von drei Seiten.
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Nach einer kurzen Geraden geht es weiter an Worblaufen vorbei und kurz darauf wird die Stadt Bremgarten (BE) in einer Omega-Schleife umschlungen. Archivbild 1930.
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Auf ihrem Weg vom Oberland in den Aargau nimmt die Aare manchen Fluss und viele kleinere Fliessgewässer auf, was ihr dazu verhilft dass sie wesentlich mehr Wasser führt als der Rhein. (bis zu beider zusammentreffen bei Koblenz).
Wohlensee Region
Nun wechselt die Aare ihre Richtung
nach Westen durch den Wohlensee (wo früher die Aare floss) duch den Niederriedsee nach Aarberg und von da durch den Hagnekkanal in den Bielersee.
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Die Gemeinde Wohlen musste bei der Flutung am meisten Opfer bringen, weshalb man dem See ihren Namen gab.
Nachdem im Jahre 1920 die Staumauer des Wasser-kraftwerks Mühleberg fertig gebaut war fing man im Juli an die Wasser der Aare zu stauen.
Bei vielen der ehemaligen Bewohnern des überfluteten Gebiets flossen Tränen als im August 1920 insgesamt 23 Bauern- und Wohnhäuser und je 250 Hektaren Wald und Kulturland ganz langsam im See verschwanden.
Ausser der Aare fliessen auch noch der Gäbelbach, Glasbach, Leubach, Mülibach und einige Rinnsale in den See.
Der neu entstandene Wohlensee mit einer Länge von 17Km hat eine Ausdehnung von 3.5 Km² und fasst 21 Millionen m³ Wasser. Mit seiner maximalbreite von 700 Metern gleicht er eher einem breiten Fluss als einem See. Er liegt auf Gemeindegebiet Bern westlich der Stadt und steht seit Dezember 1924 auch unter deren Hoheit. Ausser beim Stauwehr führen noch die Wohleibrücke, die Kappelenbrücke und die Halenbrücke über den See.
Aarelauf im Seeland
Hier in der Detailansicht von 1834
ist die geplante Aarekorrektion bereits angegeben.
Wir sehen den ursprünglichen Lauf der Aare zwischen Aarberg und Büren, teilweise mehrere Hundert Meter breit mit unzähligen Inseln. Hier verläuft in neuer Zeit die "alte Aare"... ein schmaler Flussstreifen der von Menschenhand in Schranken gewiesen wurde. Das grosse Wasser der Aare fliesst ab Aarberg durch den Hagnekkanal in den Bielersee. Die damals schon geplante Strecke, hier angezeigt durch den Pfeil in Pink.
Ablauf des Bielersee's war früher die Zihl. Seit der Aarekorrektion ist dies die Aare, weil sie den Umweg durch den Bilersee macht.
Das frühere Uchtland, die Fribourg-Seeland Region war über Jahrhunderte immer durch grosse Überschwem-mungen bedroht.
Welch unglaubliche Eingriffe in die Natur erforderlich sind, damit sich der Mensch von den andauernden Überschwemmungen schützen konnte zeigt der Kartenvergleich.
Wir sehen die alte Aare in der Region Aarberg-Lyss-Büren vor und nach der Korrektion. Karte anklicken
im 20./21. Jahrhundert
Hier auf dieser etwas neueren Karte sehen wir die Aare dort wo sie heute ist.
Von Menschenhand begradigt und gebändigt folgen die Gewässer ihrem neuen Lauf.
So konnte im Seeland viel fruchtbares Land gewonnen werden.
Dennoch kommt es ab und zu vor, dass in diesem Gebiet nach extremen Regentagen (nicht wegen der Aare) Felder überflutet und Ernten zertört werden.
Etwas weiter erreicht die Aare die Barockstadt Solothurn. Hier am nördlichen Rand der Stadt gesellt sich nun auch noch die Emme zum Aarewasser.
Hier wird noch gearbeitet.
Bin am vorbereiten .. danke für Ihre Geduld
Wir haben gesehen dass sich die Aare ab Bern nach Westen wendet um dann in grossem Bogen (heute aus dem Bielersee) wieder gegen Nord-Osten Richtung Oberaargau zu fliessen. Ein kleines Stück durchquert sie dabei den Kanton Solothurn...
und kurz darauf ist sie
Im Oberaargau angekommen (Wangen a. Aare)
Entlang der wunderschönen Gewässer unserer Region an deren Ufer wir ruhig spazieren können und Erholung finden. Da ist einmal die Aare, der grösste Fluss des Kantons Bern, der Burgäschisee und der Inkwilersee, beides kleine gepflegte Binnengewässer welche wir jeweils zur Hälfte mit dem Kanton Solothurn teilen.
Die beiden eher kleinen aber nicht weniger bedeutenden Flüsschen Oenz und Altache, deren Lauf unsere Region durchqueren und ihrem Zielfluss der Aare zu streben.
Maria Waser nannte ihre Heimat Herzogenbuchsee "Land unter Sternen" als sie in einem ihrer Bücher den Oberaargau beschrieb. (siehe Rubrik bedeutende Persönlichkeiten)
Die Oenz vereinigt sich hier mit der Aare welche im Kt. Aargau mit dem Rhein zusammen trifft.
Aarwangen
es geht gleich weiter....
Bei Wynau verlässt die Aare den Kt. Bern, fliesst weiter (ab Murgenthal) durch den Kanton Aargau... genauer gesagt bildet sie hier die Kantonsgrenze SO/AG bis kurz vor Olten wo sie dann für ein paar Km bis zur Grenze auf Gebiet des Kt. SO verläuft. Kurz vor Aarau endet der Kt.SO und die Aare fliesst nun vollständig auf Aargauer Gebiet
Klingnauer Stausee
...bis nach Klingnau wo sie im Klingnauer Stausee verschwindet.
Dieser See entstand 1931-1935
als das Flusskraftwerk Klingnau gebaut wurde. Er ist 3 Km lang, 450 m breit und hat eine Fläche von 1,5 Km².
Abfluss des Sees ist die Aare die nun weiter nach Koblenz fliesst wo sie an der Grenze zu Deutschland mit dem Rhein zusammentrifft.
Präzise genommen mündet nicht die Aare in den Rhein... sondern der Rhein in die Aare
Hätte man es nämlich 'damals ?' genau genommen, so würde der ab Koblenz nach Holland ins Meer fliessende Strom Aare genannt (nicht Rhein).
warum denn sowas ?
...weil, richtig gesehen der Rhein in die Aare fliesst... und nicht umgekehrt.
DENN.... üblich ist allgemein ... wenn zwei Flüsse aufeinander treffen behält derjenige der mehr Wasser führt (der wasserreichere) seinen Namen... und der andere ist sein Zufluss.
Genau so ist es beim Rhein, der bringt nämlich wesentlich weniger Wasser als die Aare.
Der Rhein führt im Durchschnitt 438m³ Wasser pro Sekunde.
Die Aare hingegen hat eine durchschnittliche Wassermenge von 558m³/sec. also gut 120 m³ mehr, das sind 120'000 Liter pro Sekunde... ein Gewicht von 120 Tonnen.
Weshalb hier eine 'so massive' Ausnahme gemacht wurde rührt wahrscheinlich daher dass der Rhein seit Jahrhunderten immer auch ein Länder-Grenzfluss war.
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