seit 2010 Verwaltungskreis

Von 1831 bis Ende 2009 bestand der Oberaargau aus den beiden Amtsbezirken Wangen und Aarwangen. Diese beiden Amtsbezirke hatten (wie alle anderen in der Schweiz) auch die Verwaltung inne. So gab es z.B. in jedem Amtsbezirk ein Gericht, einen Regierungsstatthalter, mindestens ein Standesamt oft mehrere usw.

Die neue Verwaltungsreform sah vor, alle Amtsbezirke aufzulösen mit nur noch 5 Verwaltungsregionen / Emmental-Oberaargau / Seeland / Berner Jura / Bern-Mittelland / Berner Oberland und 10 Verwaltungskreisen wovon einer der Oberaargau ist.

Einige angrenzende Gebiete zählten sich je nach Situation auch zum Oberaargau, denn über all die Jahrhunderte wurde nie eine definitive Grenze gesetzt.


Die neue Verwaltungsreform hatte zur Folge dass per 1. Januar 2010 auch die Amtsbezirke Wangen und Aarwangen rechtlich und faktisch aufgehoben wurden, bedeutet dass ihre Verwaltungsfunktion erlischt. Die Gemeinden Eriswil, Huttwil, Walterswil/BE und Wyssachen (aus dem ehemaligen Amtsbezirk Trachselwald) wurden nun auch in den NEUEN VERWALTUNGSKREIS OBERAARGAU eingeschlossen, wodurch endlich eine echte Grenze definiert wurde.

Durch den neu geschaffenen Verwaltungskreis Oberaargau entsteht eine eigene Verwaltung für alle beteiligten Einwohnergemeinden der bisherigen Amtsbezirke inkl. der vier neuen Gemeinden aus dem Amt Trachselwald. Einige im Jahre 2010 noch selbständige Gemeinden werden durch Fusion in den nächsten Jahren bestimmt noch aufgehoben wie es die Visionen und Pläne für 2035 bereits anzeigen.

Selbstverständlich hat jede Gemeinde weiterhin ihre Verwaltung, soweit es sich um Gemeinde-interne Angelegenheiten handelt. 

 

Daten zum neuen Verwaltungskreis Oberaargau :

Einwohner   Einw./Km²   Fläche Polit. Gemeinden Arbeitsplätze
knapp über  77'000   233   331.15 Km² 50  ~ 43'500 
Dez. 2011            

Neben Herzogenbuchsee, dem Wirtschaftsmittelpunkt und grössten Ort im ehemaligen Amtsbezirk Wangen war Langenthal (ehemals im Amt Aarwangen) schon immer die dominierende Wirtschaftsmetropole im Oberaargau. Zahlreiche Gewerbe- Handels und Industriebetriebe siedelten sich im laufe der Zeit hier an. Beide sind nicht Hauptort im Amt, haben sich aber wirtschaftlich am stärksten entwickelt. Diese Entwicklung wurde natürlich sehr stark durch den Bau der Kantonsstrasse und der Eisenbahnstrecke die beinahe parallel zueinander die beiden Orte einmal miteinander und auch mit der ganzen Schweiz verbinden begünstigt.

Der Oberaargau dieser schöne Flecken Erde liegt im Zentrum des schweizerischen Mittellandes, in einer Senke zwischen dem Napfgebiet und Jura im Herzen Europas.

Er bietet seinen Bewohnern eine wunderbare Landschaft. Da sind einmal die lieblich hügeligen Regionen um Huttwil angrenzend zum Emmental und dann die Buchsi-Berge eine herrliche Landschaft, heute noch genau so wie es schon früher Maler und Schriftsteller beschrieben.

 

Auch Kulturell wird im Oberaargau einiges geboten. Bekannte Begegnungsstätten wie das alte Schlachthaus in Herzogenbuchsee, der Chäfer Chäuer, "s Chrämerhuus" in Langenthal usw. sind nur einige der vielen Attraktionen. Auch die vielen aktiven Clubs und Vereine der Region Oberaargau bringen Menschen gleicher Interessen zusammen.

Die einzelnen Gemeinden bieten ein vielfältiges Angebot an Unterhaltung, Sportanlässe und Freizeitbeschäftigungen. Museen besuchen, Pony reiten, Urlaub auf dem Bauernhof, Wandern, Biken, gut essen und vieles mehr kann man bei uns im schönen Oberaargau.

 

 

 

Aktuelle Infos zum Oberaargau

Alle wichtigen Informationen und LINKS 

zum Oberaargau 2010   klicke hier >>>

Alle Einwohner-Gemeinden einzeln aufgeführt 

Infos und Beschreibungen in Wort und Bild

 

 

 

 

                                                   noch in Vorbereitung

Oberaargau - Geschichte - Menschen - Industrie

 

 

Geschichte des Oberaargaus ...von 800 bis Heute

erste Erwähnung ums Jahr 800

Die Bezeichnung Oberaargau für den nördlichen Teil des Kantons Bern findet man schon im neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

 

Dies geschah Ende des achten und zu Beginn des neunten Jahrhunderts, in einer Zeit wo aus Norden und Westen verschiedene Völker in unser Land "eindrangen" um sich hier anzusiedeln. Es waren die Alemannen, Helvetier, Burgunder und Franken die hier am Aarlauf (Aare) aufeinander trafen und aneinander gerieten. Jeder beanspruchte möglichst viel vom "neuen" Gebiet und so kam es bald einmal zu Streitereien. Je nach Macht und Einfluss eroberten Sie mal diesen mal jenen Fleck Erde "unserer" heutigen Heimat. 

So kamen unsere Vorfahren immer wieder mal unter die eine oder andere Herrschaft.

So entstand der Name Aargau + Oberaargau

Mit der Zeit ergab es sich, dass die Franken vorübergehend stärkere Macht hatten und auf unserem Gebiet die Überhand gewannen. Gemäss ihrer Reichsverfassung teilten sie auch unser Land in Gaue, Gerichts und Verwaltungsbezirke. 

Das ganze Land rechts der Aare, von der Reussmündung bis hinauf zum Thunersee wurde der Gau an der Aare, kurz Aargau genannt.

 

Alles Land links der Aare von der Einmündung der Siggern (bei Attiswil / Kt. BE) bis zum zusammentreffen der Aare mit dem Rhein... und über den ganzen Jura bis hinunter nach Basel hiess Augstgau (nach der röm. Stadt Augusta Rauracorum / 'Raurica').

 

Alles ab Attiswil, von der Einmündung der Siggern in die Aare bis zur Stadt Fribourg und ein Grossteil vom heutigen Seeland wurden Aarburgund genannt.

 

Diese Ländereien wurden früher immer der Verwaltung durch ein Kloster unterstellt. Das Aarburgund gehörte zum Bistum Lausanne - Der Aargau zum Bistum Konstanz - der Augstgau unterlag dem Bistum Basel. - Die Grenzen dieser drei Bistümer stiessen bei Attiswil - an der Einmündung der Siggern in die Aare - zusammen.

Veränderungen um 850 n.Chr.

Etwa um das Jahr 850 unserer Zeitrechnung (n.Chr.) erfolgte eine Veränderung.

Der Aargau wurde getrennt.

Das Land unterhalb von Murgenthal - ab da wo die beiden Flüsse Murg und Roth zusammentreffen - wurde zum Unteraargau.

Das ganze Gebiet oberhalb der Murg hiess ab dieser Zeit Oberaargau... und zwar bis nach Thun, ins heutige Berner Oberland.

 

Im Laufe der Jahre bildeten sich im Mittelalter durch Loslösung von der ' eigentlich fremden Obrigkeit' immer wieder neue Herrschaften, wodurch die einzelnen Ländereien immer kleiner wurden. 

So schrumpfte auch der Oberaargau immer mehr, bis dieser im 18. Jahrhundert schliesslich nur noch aus den drei Ämtern Bipp, Wangen und Aarwangen bestand.

 

 

Die Vorhelvetische Zeit

und die unterdrückende Herrschaft der Ländvögte

Vorgeschichte

Der dreissigjährige Krieg tobte von 1618-1648 und brachte unsägliches Leid über ganz Deutschland. Begonnen hatte er in Böhmen als Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten. Nachdem sich auch Dänemark, Schweden, Frankreich und Spanien einge-mischt hatten wurde er zu einem Europäischen Krieg. Tausende flüchteten in die Schweiz. 

Die vielen Tausend Flüchtlinge wurden hier ansässig und brachten während des dreissig-jährigen Krieges viel Geld in die Schweiz. Die Folge war,     dass Häuser Güter und Waren im Preis stark anstiegen.

Den Bauern als Hauptlieferanten der wichtigsten Waren und Güter ging es sehr gut, für sie war es eine 'goldene Zeit', denn sie konnten alle ihre Erzeugnisse... Eier, Milch, Vieh, Wein, Obst, Getreide und andere Nahrungsmittel und Waren für teures Geld an die Händler im In- und Ausland verkaufen.

Die meisten der nun reich gewordenen Bauern dachten so gehe das immer weiter, aber sie hatten sich getäuscht.

Nachdem 1648 dieser schreckliche Krieg endlich beendet war verliessen viele tausend der ehemaligen Flüchtlinge mit samt ihren Familien die Schweiz und zogen wieder in ihre alte Heimat zurück.

 

Dies brachte unvorhergesehen harte Zeiten über die Bauern. Viele hatten Schulden auf Haus- Hof und Boden welche sie in ihrer Euphorie versäumt hatten zu tilgen... und nun konnten sie die Zinsen nicht mehr bezahlen und wurden von den Gläubigern (meist ihre Regierenden) hart bedrängt.

Denn mit dem Abrücken der tausenden 'Ausländern' zerbrachen die Einnahmen. Die Exporte versiegten und für manche hörte der Handel fast gänzlich auf. Zu dieser grossen Not welche die Bauern selber zu verschulden hatten kam noch weitere hinzu.

 

Währen der Kriegsdauer musste die Eidgenossenschaft immer wieder ihre Grenzen besetzen, was viel Geld kostete. Diese Kriegsschulden mussten wieder abgetragen werden. Um dazu wieder zu Geld zu kommen wurden nach Ende des dreissigjährigen Krieges neue Abgaben eingeführt und bereits vorhandene inkl. aller Zölle erhöht.

Dadurch entstand im Volke eine grosse Unruhe und Unzufriedenheit. 

 

 

Aufstand der Bauern

Das Fass war voll und kam zum überlaufen

 

Die Bauern hatten genug und sammelten sich zum Aufstand gegen die Obrigkeiten.

Die ersten Aufständischen kamen aus dem Entlebuch. Von da aus verbreitete sich der Aufstand übers Luzernerland und das Emmental, griff über in den Aargau und ins Solothurner und Baselbiet.

Boten durchzogen in geheimer Mission das Land und wiegelten die Bauern auf sich zu erheben. Sie versuchten sie zu überzeugen dass die Zeit gekommen sei dem Herrenbund einen Bauernbund entgegen zu setzen, sich zu wehren und 'neue Freiheit' zu erlangen. Überall wurden Versammlungen abgehalten und Forderungen abgefasst.

Erst wollten die Bauern nur etwas Erleichterung für sich in dem sie die Regierungen aufforderten den Münzverruf zurückzunehmen (wodurch ihr Geld wieder den vollen Wert gehabt hätte) und einen Drittel aller Bodenschulden zu erlassen. Zudem sollte niemand mehr Betrieben werden.

Noch viel mehr Verbitterung brachte eine weitere Massnahme der Obrigkeit.

 

Parallel zur regulären Währung hatten während des Krieges mehrere Regierungen zusätzlich minderwertige Münzen prägen lassen und in Umlauf gebracht. So lange der Krieg andauerte wurden die Münzen als 'vollwertig' anerkannt. Nach Kriegsende sank ihr Wert um 50-70%.

Der Wert der Liegenschaften ging um die Hälfte zurück. Um die Not des Volkes (angeblich) zu lindern anerboten die Regierungen, diese Münzen zum vollen Wert zurückzukaufen, so dass die Menschen keinen Verlust erlitten. Das sollte nur das Volk beruhigen.

Denn dadurch dass für den Umtausch und Rückkauf dieser Münzen nur ein Zeitraum von drei Tagen eingeräumt wurde stieg der Unmut im Volke erneut. Denn die meisten Leute erfuhren diese Nachricht zu spät und konnten ihr Geld nicht mehr zum vollen Wert einlösen und hatten somit den vollen Schaden selber zu tragen. 

Hauptlandsgemeinde in Huttwil

Nun kamen tausende Bauern aus dem ganzen Unruhegebiet in Huttwil im Oberaargau zu einer Hauptlandsgemeinde (Grossversammlung) zusammen.

 

Ihre Forderungen waren nun schon etwas höher angesetzt. Sie wollten mehr Freiheit.

Sie schlossen einen grossen Bund und schworen sich gegenseitig immer zu Hilfe zu kommen, ohne Unterschied ihres Glaubens, und füreinander einzustehen falls eine Regierung Truppen gegen sie aufbieten würde.

Unterhandlungen der Regierungen scheiterten. Beide Parteien beharrten auf ihren Forderungen und so kam es zum Krieg.

 

Alle nicht vom Aufstand betroffenen wurden aufgefordert, sich an der Niederwerfung des Aufstandes zu beteiligen. So wurden aus Zürich, Glarus, Schaffhausen, Apenzell, dem Thurgau, den Urkantonen, dem Waadtland und der Abtei und Stadt St.Gallen drei Heere zusammengestellt die nun den aufständischen Bauern zu Leibe rückten.

 

Die Bauern erlitten eine grosse Niederlage.

Die Regierungstruppen waren gut geführt und gut gerüstet. Die Bauern hingegen waren schlecht ausgerüstet und hatten keine richtige Führung. 

Innerhalb von nur fünf Tagen wurden sie von den drei Heeren drei mal geschlagen, an drei verschiedenen Kampfplätzen.

Im Luzernischen Gebiet bei Gislikon, im Aargau bei Wohlenschwil und im Bernbiet wurde Herzogenbuchsee zum Schauplatz von Kampf und Niederlage. 


1653 Schlacht bei Herzogenbuchsee

Die Bernischen Truppen trafen bei Herzogenbuchsee auf die aufständischen Bauern. 

Heeresführer der Bernischen Truppen war der Berner General Sigmund von Erlach.

 

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Helvetik - neue Distrikte und ein wenig Freiheit

Als im Jahre 1798 die französischen Revolutionstruppen in Solothurn eintrafen flüchtete der letzte Landvogt von Bipp. Einige der Bürger der umgebenen Dörfer plünderten das prächtige Schloss Bipp damit es nicht den Franzosen in die Hände falle... womit dieses dennoch arg beschädigt wurde.

 

 

Der Oberaargau und seine drei Vogteien bis 1798

Wangen / Aarwangen / Bipp

 

Zeichnung von Dr. h.c. Paul Georg Kasser 1876-1945


Er war 1903 Gerichtspräsident im Schloss Wangen... dann ab 1906 im Schloss Aarwangen Gerichts Präsident und ab 1915 Oberrichter. 1943 wurde er Bundesrichter. Paul Kasser starb 1945.

 

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Die Helvetische Neuordnung

Es folgte die 'Helvetische Neuordnung' und so wurde 1803 das Gebiet der ehemaligen Vogtei Bipp mit dem der angrenzenden Vogtei Wangen vereinigt (fusioniert). Die Bezeichnung des neu geschaffenen Verwaltungsbezirkes hiess nun Amtsbezirk Wangen. (Amt Wangen).

 

Die an Wangen angrenzende Vogtei Aarwangen wurde durch die Neuordnung zum Amtsbezirk Aarwangen... und so bildeten nun die Amtsbezirke Wangen und Aarwangen den Oberaargau... bis zum 31. Dez. 2009.

 

 

 

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