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Die HELVETIA Nähmaschinenfabrik AG Luzern

HELVETIA die Freundin fürs Leben 

der Slogan der ehemaligen

 

Nähmaschinenfabrik Helvetia in Luzern 

 

Zwei Jahre nach dem in Steckborn Karl Friedrich Gegauf seine Hohlsaummaschine für die Industrie vorgestellt hatte, gründete 1895 in Luzern ein Mann Namens Fritz Klein die erste schweizerische Haushaltnähmaschinenfabrik.

 

Es wurden über Jahre die gleichen Maschinen angeboten, zuerst Schwingschiffchen Maschinen, dann Ringschiffmaschinen. Auch nachdem 1908 die Fabrik niederbrannte und ein Neubau erstellt wurde änderte das an der Produktion kaum etwas.

 

Zum bisherigen Sortiment gesellten sich noch zwei Modelle mit Zentralspule. Die Maschinen wurden ab 1912 unter dem Markennamen HELVETIA verkauft.

Im Zweigwerk Altdorf fertigte man die eigenen HELVETIA Nähmöbel. 

 

In Präzision und Verarbeitung waren die Maschinen der Konkurrentinen von BERNINA einige Zeit ebenbürtig... jedoch nicht in der Multifunktionalität.

Hinzu kam, dass viel zu lange an den alten Modellen festgehalten wurde. Bis 1940 wurden noch Schwingschiff Handmaschinen angeboten, wo andere wie Elna schon elektrische Freiarm Maschinen hatte.

 

Die ersten HELVETIA Freiarm Nähmaschinen gab es erst ab 1947.

Offenbar wurde auch die Produktionsanlage nicht den zukünftigen Erfordernissen agepasst.

Wahrscheinlich hat die zu stark konservative Einstellung der Geschäftsleitung dazu geführt, dass wichtige Entwicklungsschritte nicht frühzeitig eingeleitet wurden... was schliesslich dazu führte, dass die Firma den Anschluss an die Zukunft vollends verlor und aufgeben musste. 1961 ging die Firma in Konkurs.

 

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HELVETIA Dominator

 

Eine wunderschöne Maschine mit edlem Design ... Ende der 1950er Jahre ...echte schweizer Qualität der ehemaligen

Helvetia AG Luzern

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Sie waren stark und präzise wie die BERNINA 

Die HELVETIA Dominator ist eine wunderschöne Maschine der Nähmaschinenfabrik Helvetia AG.

 

Das schlichte und doch sehr schönes Design durch die einfach geschwungenen Linien, gepaart mit präziser Technik in feinster Verarbeitung geben dieser Maschine eine ganz besondere Note.

 

 

 

HELVETIA Modell 40

 

Im Koffer geliefert als portable Maschine.

 

 

Die ELNA Nähmaschinenfabrik Tavaro S.A. in Genf

ohne spanischen Bürgerkrieg gäbe es die Elna so nicht

Hauptinitiator der Elna Nähmaschinen war der spanische Ingenieur Ramon Casas, der 1933 nach seinem Studium mit der Konstruktion einer 'neuartigen' Nähmaschine begann.

 

Seine Idee war, eine Maschine zu bauen mit Freiarm, Nählicht und eingebautem Motor... alles in einem Transportkoffer den man gleichzeitig als anschiebbaren Arbeitstisch verwenden kann.

 

...aber was hat das mit dem spanischen Bürgerkrieg zu tun ?  ...folgendes

 

Ramon Casas entwickelte die ersten Maschinen in seiner Heimat Spanien. 1934 war der erste Prototyp fertig, Casas erhielt die ersten Patente und baute 1935 mit Hilfe eines Freundes eine Vorserie seiner Nähmaschine.

Am 17. Juli 1936 brach in Spanien der Bürgerkrieg aus worauf Ramon Casas sein Land verlassen musste. In der Schweiz angekommen konnte er bald darauf seine Entwicklungen fortsetzten.

Unter Mithilfe der Firma ELNA in Genf gründete Casas 1936 in Monaco eine Holdingfirma Namens Electrina. Zweck der Firma war, seine Maschinen bis zur Marktreife weiter zu entwickeln und Patente für die ganze Welt zu erlangen. 

Die ersten marktreifen Maschinen wurden in nur kleinen Serien gebaut, kamen jedoch beim Publikum so gut an dass möglichst rasch grössere Produktionskapazitäten geschaffen werden mussten.

So schloss Ramon Casas mit der ebenfalls in Genf ansässigen, auf Feinmechanik spezialisierten Firma TAVARO S.A. einen Herstellungsvertrag für seine Maschinen.

Nur kurze Zeit später sicherte sich die Firma Tavaro sämtliche Rechte an den ELNA Maschinen inkl. die Mitarbeit von Ramon Casas. Von nun an konnte die neue kompakte ELNA ihren Siegeszug um die Welt starten. Bis zum Ende des Jahres 1948 waren über eine Viertelmillion dieser Maschinen an die Frau gebracht.

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Das Resultat seiner Bestrebungen eine moderne Nähmaschine zu bauen sehen wir hier... in der ELNA 1 ..der ersten portablen Freiarm Nähmaschine.

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ELNA

1940 wurde die erste portable elektrische Freiarm Nähmaschine der Welt präsentiert, die ELNA 1 von Ramon Casas seit 1934 entwickelt wurde bis 1952 produziert. ELNA rühmte sich mit der kleinen grünen, wegen dem zur Arbeitsfläche umfunktionierbaren Blechkoffer. Sie war relativ klein, leicht und die Kiste hatte einen Tragegriff, deshalb 'portabel'. Wegen ihrem schlanken Body und der schrillen grünen Farbe erhielt sie in USA den Beinamen "Grasshopper" (Grashüpfer). 

Die erste Zahl in der Serien No. bedeutet das Baujahr, was pro Jahrzehnt gültigkeit hat. So steht die 1 z.B. für 1941/1951/1961 usw. 

Die Elna Supermatic war bei der Markteinführung 1952 die erste vollautomatische Haushaltnähmaschine der Welt. Sie war insofern bahnbrechend, da es durch austauschbare Scheiben möglich war unzählige Zierstiche zu erzeugen. Dass die Maschine zum nähen der Zierstiche den Stoff hin und her zu schieben vermochte, während die Nadel nach links und nach rechts schoss, war für damalige Verhältnisse eine Sensation. Ebenfalls dass die Maschine mit zwei Nadeln nähen konnte.
Farben + Baujahr : Dunkelgrün=BJ.1952-55 / Hell-Dunkelgrün=Bj.1956-57 / Braun-Beige=BJ1958-62 / Hell-Dunkel-Grau=Bj.1963-64 --- 1964 wurde die Supermatic durch die Star-Serie abgelöst. ...dies ein kleiner Ausflug zu ELNA.

                   den Blechkoffer als Anschiebetisch gab es bei ELNA bis in die 1970er Jahre                                                                             zum vergrössern auf Bilder klicken

Mit diesen neuartigen ELNA Maschinen war die Tavaro S.A. ein paar Jahre Vorreiter der Branche. Viele andere verpassten den Anschluss an die neue Entwicklung. Die einzigen die es schafften - und sehr schnell - waren die Konstrukteure bei BERNINA unter der Leitung von Fritz Gegauf in Steckborn.

BERNINA gab noch einen drauf und brachte 1943 - die Antwort auf die ELNA 1 - die BERNINA Klasse 125 mit Freiarm, eingebautem Motor, Nählicht und zusätzlich ZickZack Stich. ... die erste Freiarm Zickzack Haushalt Nähmaschine der Welt ...womit die Pole Position wieder an BERNINA ging.

So hielt sich der Erfolg von ELNA einige Jahrzehnte. Die Maschinen waren allgemein beliebt, sicher auch wegen des tieferen Preises (gegnüber BERNINA) was sich aber letztendlich nicht auszahlte. Der Druck durch die immer besser und innovativer werdende Konkurrenz war sicher spürbar. Offenbar wegen grosser Nachfrage wurden Anfang 1990 noch neue Fabrikationsstätten gebaut - und damit wahrscheinlich die Schuldenlast des Konzerns noch vergrössert.  ( unbedacht übertriebene Filialitis hat schon manche Firma umgebracht ). Auch die Produktion und der gute Abverkauf der bekannten Elna-Bügelpressen änderten nichts am Firmengewinn.

Die Elna Nähmaschinenproduktion war ja nur ein Teilgeschäft der TAVARO S.A. Die als Feinmechanisches Unternehmen im Handelsegister eingetragene Firma produzierte auch Krigstechnische Artikel, Waffenteile und Zünder für Bomben und Sprengsätze. Dieser Geschäftsbereich brachte der Tavaro vor allem in den 1990ern nicht immer nur schwarze Zahlen, was wahrscheinlich ebenfalls dazu beitrug, dass die finanziellen Mittel der Firma rapide schwanden.

Der Niedergang kam immer näher und am 31. Oktober 1995 ging die Tavaro S.A. in Konkurs. Der ELNA Nähmaschinenbereich wurde (ausgegliedert) verkauft. Das Konkursverfahren lief einige Jahre und am 14. April 2008 wurde die TAVARO S.A. endgültig aus dem Handelsregister gelöscht.

Heute existiert eine ELNA International Corporation mit Sitz in den U.S.A. und mehrere Niedalassungen in anderen Ländern.

neue ELNA = JANOME ... fertig swiss made

Neue ELNA Nähmaschinen werden mit dem Hinweis "swiss design" angeboten (???) ... obwohl sie mit der Schweiz nichts mehr gemeinsam haben. Dem Kunden wird suggeriert dass es sich dabei um ein schweizer Fabrikat handelt, was keineswegs zutrifft.

ELNA fabriziert seit Jahren keine Maschinen mehr, in keinem Land der Erde. ELNA ist ein Tochterunternehmen von JANOME.

Die ELNA der neuen Generation werden alle bei JANOME hergestellt, sie sind technisch auch mit den JANOME Maschinen identisch (nur mit anderem Gehäuse). Obwohl unter jeder Elna eine JANOME steckt sind sie teurer als die vergleichbare Orig. JANOME.

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Eine der "alten moderneren" portablen aus dem Produktionsjahr 1983

 

Die ELNA CARINA TSP electronic

 

Eine einfache handliche Haushaltmaschine und gleichzeitig die erste ELNA mit Super Overlockstich, die letzte mechanische Elna.

 

 

 

 

 

 

Die ELNA CARINA mit geschlossener Rauchglashaube

 

 

 

 

 

            Die ELNA CARINA Flachbett 

                  für den Tischeinbau.

Die ELNA LOTUS 1968 ein Erfolg, super kompakt und leicht

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vielen Hausfrauen bekannte Elna Modelle aus alten Zeiten

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Die FAVTA Nähmaschinenfabrik in Frauenfeld

 

 

 

                        Text folgt... bin am vorbereiten

 

 

 

 

FAVTA Nähmaschinen made in Switzerland Für Grossansicht Bild anklicken

 

 

Die TURISSA Nähmaschinen AG in Dietikon

Die Firma TURISSA entstand nach dem Tode von Wilhelm Brütsch.

(siehe dazu Aufzeichnungen zu W. Brütsch in der BERNINA Geschichte weiter unten)

 

Die Firma Brütsch hatte über Jahrzehnte die Alleinvertretung für BERNINA in der Schweiz. Nach dem Tode von Wilhelm Brütsch ging die Firma an den neuen Besitzer Dr. Müller. Die Verbindung zu BERNINA wurde aufgelöst.  

Bereits 1950 wurde die erste Nähmaschine der Marke TURISSA im Markt eingeführt und 1951 in Dietikon (Kt. ZH) die Firma TURISSA Nähmaschinenfabrik AG gegründet. TURISSA war ein Tochterunternehmen der seit 1863 bestehenden Firma Hämmerli AG Lenzburg (Sportwaffenfabrik).

Zu ihrer Zeit galten die Turissa Modelle wie Ultramatic, Novomatic, Fortuna, Swissmatic usw. als moderne Nähmaschinen und der Absatz lief entsprechend gut. Aus der Zusammenarbeit mit der japanischen Fa. Koyo-Seiko entstand die Nähmaschine Turikoyo die sich jedoch im Markt nicht behaupten konnte.

Keine zwanzig Jahre dauerte die TURISSA Produktion. 1967 wurde zwischen den Firmen Hämmerli und Husqvarna vertraglich die Auflösung von TURISSA eingeleitet. HUSQVARNA Schweden übernahm das gesamte Turissa-Händlernetz in der Schweiz.

Kurze Zeit wurden Maschinen als Husqvarna-Turissa und VIKING-Turissa angeboten und bald war der Name TURISSA verschwunden. Husqvarna hatte die Kunden auf ihrer Seite.

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Hier ein Beispiel

 

VIKING-TURISSA 2781

Ein Relikt aus der "Turissa" Übernahmezeit, wobei es sich bei der hier abgebildeten Maschine keineswegs um eine Husqvarna, sondern mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine Meister (mod. 278 / elastomatic o.ä. ?) handelt, die wie anzunehmen ist, zeitweise von Husqvarna ganz offensichtlich unter dem Namen Viking-Turissa vertrieben wurde.

 

Husqvarna Maschinen werden in vielen Ländern auch unter dem Namen VIKING angeboten. So gibt es auch die Bezeichnung VIKING-Husqvarna / HUSQVARNA-Viking.

 

 

 

Die TURISSA Ultramatic etc.

 

hatten inkl. Zubehör in einem solchen grossen Koffer Platz.

 

Sowohl Maschine und Fusspedal waren in Vollmetallausführung gefertigt, was von der Hausfrau beim aus- und einpacken einen kleinen Kraftakt erforderte.

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TURISSA ultramatic


Ganz offensichtlich gab es irgendwann zumindest jedenfalls bei diesem Modell eine Zusammenarbeit zwischen Turissa und der Nähmaschinenfabrik Gritzner in Deutschland. Denn die exakt baugleiche Maschine (hier im Bild) gab es auch als Gritzner. Wer nun bei wem Teile fertigen liess, oder ob es eine gemeinsame Entwicklung war ist mir leider noch nicht bekannt.

 

 

 

 

 

TURISSA automatic

 

 

 

Der zusammenklappbare Anschiebetisch aus Bakelit, erlaubte durch seine runde Form ein entspanntes Arbeiten.

 

 

 

 

Typisch und vielen noch in Erinnerung sind die TURISSA Modelle Automatic - Fortuna etc. mit der 'Telefon-Wählscheibe' für die Stichprogramme.

 

 

Die KELLER Nähmaschinenfabrik AG in Rohrschach

KELLER Nähmaschinen waren zu ihrer Zeit wirklich etwas Besonderes. 

 

Der Firmengründer Josef Keller entwickelte ab 1943 ganz besondere Nähmaschinen im eigenen Werk in Rohrschach. 1947 kam die erste KELLER in die Verkaufsläden. Als einzige verfügten sie über einen drehbaren Freiarm, den man zum Nähen oder Stopfen (Freihand Sticken) bloss drehen musste, ohne jeglichen Umbau oder Umschalten der Maschine... eine Besonderheit der Fa. Keller AG.

Die meisten Teile für seine Maschinen liess Josef Keller von externen Spezialfirmen herstellen worauf im Keller-Werk die Maschinen zusammengebaut wurden.

Die Maschinen - alle in Vollmetallausführung - waren stark, robust und sehr schwer. Verwendet wurden nur allerbeste Materialien, weshalb eine KELLER auch im Preis höher angesiedelt war als ihre Konkurrentinnen.

 

 

 

 

Die Spazialität einer KELLER

 

der verchromte drehbare Freiarm

 

Hier ein Modell in Beige. Vorwiegend waren die KELLER Maschinen in einem mittleren Grün gespritzt.

Alle KELLER Nähmaschinen wurden ab 1955 in der Apparatebau AG in Goldach gefertigt. Damals gab es bereits mehrere Modelle und Sonderanfertigungen für den Export.

Einige Modelle waren die KELLER Portabel 2600(1957) Perfecta 28 automatik + ZZ(1958), Keller de Luxe 40/ZZ und 70/automat folgten 1963... auch die Keller Diora 40 + 70 (beide für Export). 1964 folgten die Perfecta 10, 22 und 28. Die letzten Serien der Perfecta, de Luxe und Diora wurden im Jahre 1965 gemeinsam mit FAVTA in Frauenfeld entwickelt.

 

Die hoch angesetzten Anforderungen an Material Qualität und Ausstattung hatten gepaart mit hohen Preisen auch zu kleine Absatzmengen zur Folge, was wahrscheinlich einer der Gründe war, weshalb die Produktion bereits 1966 wieder eingestellt werden musste. In den Folgejahren übernahm (ab Oktober 1966 bis 1994) Herr Walter Bieg in Kreuzlingen sowohl den Service und die Ersatzteillieferung für alle KELLER Maschinen. Er war der einzige für professionelle Reparaturen und schnellen Service fähige Fachmann, da er als ehemaliger Mitarbeiter der KELLER AG die Maschinen in und auswendig kannte.

 

Weltkriege drosseln die Privatwirtschaft
Der erste und vor allem der zweite Weltkrieg bremste die Europäischen Hersteller enorm. Deutsche Firmen und andere mussten im Krieg auf Rüstung umstellen. Nach dem Krieg waren viele gezwungen wieder Nähmaschinen zu produzieren weil ihnen durch die Kriegsvereinbarungen die Produktion vieler anderer Maschinen gleich nach Kriegsende nicht erlaubt war. Kleidung kaufte Otto Normalverbraucher damals nicht im Modehaus, die Hausfrau nähte selber und so gingen Nähmaschinen weg wie warme Semmeln obwohl sie für viele kaum zahlbar waren. (aus demselben Grund hatte in Amerika Isaac Merrit SINGER die Idee, seine Nähmaschinen in Abzahlung zu verkaufen, was ihm zum Schluss noch viel mehr Geld einbrachte). Diese Massenproduktion führte unweigerlich zu einer angespannten Konkurrenzsituation unter den einzelnen Herstellern vor allem auch in Europa... einige verpassten auch die rasant fortschreitende Entwicklung... so dass innert weniger Jahrzehnte viele wieder aufgeben mussten. Heute sind bis auf eine Handvoll alle verschwunden.
2011 Europäische Nähmaschinenhersteller gibt  es inzwischen nur noch wenige. Diese produzieren in grossen Stückzahlen Maschinen für die Textilindustrie, einer der führenden deutschen Hersteller ist die Firma DÜRKOPP-ADLER AG in Bielefeld. In Deutschland existiert keine einzige der früheren Firmen mehr, die Haushaltnähmaschinen herstellen. Einstige Marken wie Meister, Adler, Phönix, Köhler und gegen zweihundert andere sind verschwunden... auch PFAFF wurde genau wie Meister von der Schwedischen Viking-Husqvarna "gegessen". - Seit 2005 ist FPAFF nun wieder eine eigenständige Deutsche Firma auf Erfolgskurs.
BERNINA ist die einzige in der Schweiz überlebende Nähmaschinen Firma, ein Weltkonzern und immer noch Familienbetrieb ... und hat die Besten Haushalt Nähmaschinen der Welt.

 

 

Chronologische Übersicht der Entwicklungsgeschichte

( ohne Gewähr auf Vollständigkeit )

 

 

Erst im 12. Jahrhundert gelang es Nähnadeln aus Messing und Eisendraht herzustellen... im 14. Jahrhndert wurden dann auch Nadeln aus Stahldraht hergestellt... die dann über Jahrhunderte das einzig brauchbare Werkzeug des Schneiders waren um Kleider anzufertigen. Die ersten Nadeln hatten kein Ör, sondern nur am oberen Ende einen Spalt in welchem der Faden eingeklemmt wurde. (vorher fertigte man Nadeln aus Knochen).

 

Die Industrialisierung unserer Welt stand in der Mitte des 18. Jahrhunderts noch ganz am Anfang. - So wie Karl Benz und Gottlieb Daimler (beide nicht weit voneinander wohnhaft) unwissend voneinander an einem Verbrennungsmotor tüftelten... war es auch hundert Jahre vorher bei der Entwicklung der Nähmaschine.

Rund um den Erdball begannen verschiedene konstruktiv begabte Männer, sich gedanken darüber zu machen, wie man das Nähen von Hand mit einer Maschine erledigen könnte.

 

Die Grundform einer Nähmaschine ist die bekannte Flachbett Nähmaschine. Weiter wurden immer wieder für spezielle Arbeiten auch spezielle Maschinenformen entwickelt. so z.B. die Freiarm- Säulen- Block- und Sockelnähmaschine. 

 

Erste konstruktive Idee und Vorrichtung

1755 Charles Frederic Weisenthal, ein in England wohnhafter Deutscher konstruirte eine erste mechanische Vorrichtung zum vernähen von Stoffen. Er ist auch der Erfinder der ersten beidseitig spitzen Nadel mit dem Ör in der Mitte, die auch heute noch in der Stickindustrie Anwendung findet. Dass er jedoch jemals eine wirklich brauchbar funktionierende Maschine gebaut hat ist nirgendwo belegt. (Später wurde seine Nadelkonstruktion auch von Otto Madersperger und anderen benutzt). 

 

Die aller erste funktionierende Nähmaschine

1790 erhielt Thomas Saint das Patent für seine erste von ihm gebaute 100% funktionierende Kettenstich Nähmaschine mit Gabelnadel... eine Maschine für Schuhmacher. Die Maschine selbst bestand vollständig aus Holz. Spätere Modelle waren mit Vorstecher und Hakennadel ausgerüstet.

 

Die Nadel der Zukunft

1800 baute der Deutsche Balthasar Krems in Mayen im Rheinland als erster weltweit eine neuartige Kettenstichmaschine mit einem gesteuerten Greiferhaken, Stachelrad-transporteur und einer Nadel dessen Öhr an der Spitze lag. Leider konnte die Maschine nur zur Herstellung seiner in Serie fabrizierten Jakobinermützen verwendet werden. Sie nähte über 300 Stiche pro Minute. Das letzte seiner Modelle steht heute im Genoveva Museum in Mayen, in der Eifel (Deutschland).

 

Josef Madersperger

1807-1839 baute Josef Madersperger, ein Schneider aus Kufstein (Oesterreich) eine Nähmaschinen zum abnähen von Steppdecken... und verschiedene andere Modelle. Die ersten waren mit zweispitziger Nadel und Öhr in der Mitte ausgerüstet, später verwendete er die Nadel mit Öhr an deren Spitze, wie wir sie heute noch kennen. Er war der Erfinder einer schiffchenähnlichen Vorrichtung zum Nähen eines Doppelstichs. Neues und unbekanntes wurde zur damaligen Zeit von vielen als vom Teufel abgestempelt und die Akzeptanz der Öffentlichkeit zu erreichen war für Erfinder sehr schwer. Auch Madersperger gelang es nicht breite Massen von seinen Ideen zu überzeugen, er starb 1850 als verarmter Mann in Wien. 

 

Eine Nähmaschine wird wie folgt definiert..

als eine, 1817 vorgestellte maschinelle Vorrichtung zum vernähen von Stoffen unter Zuhilfenahme von Nadel Greifer und Schlingenfänger.

 

Erster Nähmaschinenfabrikant

1829/30 der Franzose Barthelemy Thimmonier konstruiert seine erste funktionsfähige Kettenstich-Nähmaschine mit Hakennadel. (Patent vom 17.7.1830) Die Maschinen wurden laufend verbessert. Er gilt als der erste Nähmaschinenfabrikant der Welt. Seine mit Partner Ferrand in Paris gebründete Firma Societe Germain Petit & Cie. arbeitete über Jahre erfolgreich. Man baute die eigenständig konstruierten Nähmaschinen in Serie. Gleichzeitig wurden an über achzig Arbeitsplätzen für die französische Armee Uniformen hergestellt.

 

Walter Hunt

1834 entwickelt der Amerikaner Walter Hunt die weltweit erste Nähmaschine die mit einem Schiffchen und zwei Fäden arbeitet. Seine Idee war genial die Konstruktion wohl mangelhaft, denn er brachte keine seiner Maschinen richtig brauchbar zum laufen und so scheiterte sein Projekt.

 

Elias Howe

1846 lässt Elias Howe in Boston/USA seine Erfindung patentieren, es ist seine neu entwickelte Doppelsteppstichmaschiene, eine Nadel mit Öhr gleich hinter der Spitze, einem Schiffchen, (das bereits Walter Hunt benutzt hatte) und je einem Unter und Oberfaden wie heute noch bekannt. Elias Howe war in Wirklichkeit der Rechtmässige Erfinder und Konstrukteur dieser Maschine, die pro Minute 300 Stiche nähte... aber sein Bruder verkaufte die Maschine im selben Jahr aus Geldnot, mit Patentversprechungen seitens des Käufers an William Thomas in England, der liess die Maschine 1846 im britischen Königreich als sein Patent registrieren... und so gingen erste Erfolge an einen anderen.

Elias Howe konnte weiterhin in Amerika keine Maschinen verkaufen und auch keine Hersteller finden die zum Preis von 300.-- Dollar diese Maschinen bauen wollten. Enttäuscht siedelte er nach England zurück, da er sich dort mehr Erfolg erhoffte. Leider war das auch nichts und so reiste er zwei Jahre später wieder nach Amerika. 


1849 SINGER / Als Elias Howe 1850 wieder in New York eintraf, kam für ihn das böse Erwachen. Isaac Merrit SINGER, ebenfalls aus Boston, hatte während seiner zwei Jahren Abwesenheit eine Nähmaschine gebaut und auch patentieren lassen, nach dem Prinzip von Howe, (zur Klarstellung) allerdings mit einigen markanten Änderungen. Singers früherer Arbeitgeber Orson Phelps stellte die Maschinen her für die  Firmen Lerow und Blodgett, die genau wie Howes Maschine immer nur Nähte von max. 40cm nähen konnten.. so lange die Nähschine eben war. 

SINGER baute die Maschine um, mit vertikaler Nadelstange und horizontaler Antriebswelle, wodurch Nähen ohne Unterbruch möglich war... ergänzt durch einen kontinuierlich mitlaufenden Stofftransporteur. Diese Maschine liess er patentieren. SINGER Maschinen wurden nun bereits in Serie hergestellt und in den Geschäften für nur 100.-- Dollar verkauft. 

Elias Howe hat Singers Patent bei Gericht angefochten. SINGER war ein reicher Geschäftsmann, ehrgeizig und extravagant, mit Frau zwei Kindern, einer Geliebten und viel Einfluss in der Gesellschaft. Die Erfindung war ihm total egal, ihm ging es nur ums Geld. Die Idee der Ratenzahlung stammt auch von Singer. 

Ein von SINGER verwendetes Bauteil welches er von Blodgett übernommen hatte, war eine Erfindung von Howe und der hatte dies auch patentieren lassen. (Howe gewann mehrere Patentprozesse)... und so musste SINGER schliesslich gemäss Gerichtsbeschluss 4000.-- Dollar pro Woche (Patentgebühren für dieses Bauteil) an Elias Howe abliefern, genau wie viele andere Maschinenhersteller auch, die Howe's patentierte Teile in ihren Maschinen verbauten. So wurde Howe dank seiner Erfindungen doch noch wohlhabend. Auch seine Fabriken florierten von da an. Leider starb Elias Howe - als sehr reicher Mann - schon im Alter von 48 Jahren. Bereits im Jahre 1870 war die Zahl der nach seinem System gebauten Nähmaschinen auf über 75'000 angewachsen.

 

Weeler & Wilson

1850 erhielt der Amerikanische Kunsttischler Alan B. Wilson sein erstes Patent für eine von ihm entwickelte vor- und rückwärts nähende Maschine. Das von ihm verwendete doppelspitzige Schiffchen war jedoch schon geschützt und so konnte er eine Vermarktung nicht realisieren. 

1851 Alan B. Wilson erhielt sein zweites Patent für den Umlaufgreifer. Nachdem sich Wilson mit Weeler zusammen getan hatte entwickelte er einen rotierenden Greifer, auch als Umlauf-Greifer bekannt. Dafür wurde ihm 1851 das Patent erteilt.

1852 entstand aus diesen Entwicklungen die erste Nähmaschine mit Umlaufgreifer, gebogener Nadel und Hüpfertransport.

1852 Alan B. Wilson wird das Patent für die stationäre Spule erteilt. (15.6.1852)

 

Grover & Baker

1851 wurde in den U.S.A. an die beiden Geschäftspartner Grover & Baker das Patent für die erste Kettenstichmaschine erteilt und registriert. (11.2.1851 Pat.No.7931)

 

Willcox & Gibbs

1856 James Gibbs war eigentlich Farmer in Virginia. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte er eine neuartige Kettenstichmaschine, verbesserte sie zusammen mit seinem Freund Willcox. Serienmässig hergestellt und preiswert fand sie grossen Absatz und wurde nahezu ohne grosse Veränderungen bis in die späten 1920er Jahre gebaut.

1887 wurde von Willcox & Gibbs eine neue Maschine mit dreimal pro Stich umlaufendem Greifer mit Brille im Markt eingeführt.

 

Die damaligen Maschinen hatten nahezu alle ein Kurbelhandrad welches mit einer Hand dauernd gedreht werden musste um die Maschine am laufen zu halten. Einige wenige waren auf ein Möbel montiert und durch ein Gestänge im Innern konnte die Maschine bequem mit dem Fuss über ein wippendes Pedal bedient werden.

 

Adam Opel

1862 baute Adam Opel seine erste Nähmaschine innert acht (8) Monaten. weitere folgten... und alles geschah in einem Kuhstall. In der Schmiede seines Vaters durfte er nicht arbeiten weil dieser den Bau solch 'moderner' Maschinen dort nicht gestattete (?). Anschliessend baute Adam Opel Fahrräder und um 1900 wurden nach seiner Konstruktion die ersten Autos gebaut.

 

PFAFF

1862 Georg Michael Pfaff war von Beruf Blechinstrumentenbauer. Ab und zu wurden ihm auch Reparaturen von Nähmaschinen übertragen. So kam er auf die Idee, selber Maschinen zu bauen was er dann auch tat, nach dem System von Elias Howe.

 

1873 erhielt Eduard Ward am 17. April sein Patent für die von ihm konstruierte Maschine Arm and Plattform.

 

Der grosse Boom

Alleine in Deutschland gab es ab dem Jahre 1860 weit über 200 Nähmaschinenhersteller. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurden die meisten von ihnen gezwungen Produkte für die Rüstungsindustrie herzustellen (Waffen usw.) und nach dem zweiten Weltkrieg war ein Grossteil dieser Firmen bankrott und vom Markt verschwunden. In der Schweiz waren bis in die 1960er Jahre rund vierzig Firmen mit dem Bau von Nähmaschinen beschäftigt.

Der bis heute einzig überlebende schweizer Hersteller ist BERNINA, das Familienunternehmen Fritz Gegauf AG in Steckborn am Bodensee, mit den Besten Home-Nähsystemen der Welt.

 

BERNINA

1893 präsentierte Karl Friedrich Gegauf in der Schweiz seine erste Monogram Stickmaschine und die erste Hohlsaum Nähmaschine der Welt... 1932 kam unter dem neuen Markennamen BERNINA die erste Haushalt Nähmaschine der Fa. Fritz Gegauf auf den Markt... und 1943 die erste Freiarm Zick-Zack Maschine der Welt. Bernina baut bis heute weltweit die Besten Haushalt Nähsysteme und Stickmaschinen.

( Siehe dazu die ganze BERNINA Geschichte hier im Anschluss )      

 

 

Im Jahre 1964 hatte ich zum ersten mal hautnah Kontakt mit elektrischen BERNINA Nähmaschinen. Seit damals bin ich ein Bernina Fan. 

Zu Hause hatten wir eine Bernina Tretmaschine von der ich fasziniert war wenn ich unserer Mutter beim Nähen zuschaute. Sie war darin sehr geschickt und nähte alle unsere Kleider selber. Vögele, H&M, C&A usw. kannte man noch nicht... und wenn hätte das Geld nicht gereicht. Zu dieser Zeit war es allgemein üblich dass die Frauen viele Kleider selber nähten.

 

Nun organisierte unser Lehrer eine Klassenreise an den Bodensee mit Besuch der Bernina Nähmaschinenfabrik Fritz Gegauf AG in Steckborn. In der BERNINA Fabrik angekommen wurde die ganze Klasse, wir waren insgesamt 34 Schüler/innen, in drei Gruppen aufgeteilt und so durch alle Abteilungen geführt. 

Die Produktion der BERNINA 730 Record lief zu dieser Zeit auf Hochtouren. Der aufklappbare Kopfdeckel dieser (damals) neuen Maschine beeindruckte mich... und ich erkannte darin bereits einen Teil der Servicefreundlichkeit dieser Maschinen. Endlich konnte ich nun auch mal das "Innere" einer Maschine bestaunen. Die Funktionsweise wurde uns erläutert, wobei ich ehrlich sagen darf dass ich beinahe der einzige der Jungs war der sich dafür wirklich interessierte. 

 

Mehrmals mussten sie mich rufen oder suchen wenn ich fasziniert von diesen Maschinen in einer Abteilung stecken blieb, damit beschäftigt einer ebenfalls an Technik sehr interes-sierten Klassenkameradin die Maschine zu erklären. Dann vergassen wir uns als auch noch ein "alter" Mann uns verschiedene Funktionen demonstrierte. Ich war begeistert dass sich auch Mädchen für Technik interessieren können. - Sie wurde später Handarbeitslehrerin - und ich fasste an dieser Stelle den Entschluss, das Nähen mit der Maschine zu lernen.

Bild von ©BERNINA Webseite

Dauerhaft in Erinnerung geblieben und mächtigen Eindruck hinterlassen hat bei mir - neben den Produktionsräumen - diese Ansicht...

 

Das Zeichnungsbüro wo alle Maschinen auf grossen Zeichenbrettern von Hand entworfen und gezeichnet wurden.


Alle Jahre ging ich gern zur Schule und das technische Zeichnen war neben einigen anderen auch für mich eines meiner Lieblingsfächer.


 

Heute im Zeitalter der CAD und Computeranimation können sich viele kaum noch vorstellen... dass es auch mal anders sehr gut funktionierte.

Von Hand Nähen konnte ich schon verschiedenes. Ich hatte währen der Schulzeit mehrere "Wochenplätzli"*. Dabei lernte ich unter anderem auch vieles aus dem Polsterei und Sattlerhandwerk. Beim Sattler nähte ich jede Woche an zwei schulfreien Nachmittagen Rucksäcke und allerlei verschiedene Taschen fürs Militär, seit ich 11 Jahre alt war. Das war für Kinderhände harte Arbeit, nicht so leicht wie später mit den Textilstoffen, denn das Militärzeug wurde alles von Hand mit grossen Nadeln aus hartem Segeltuch und Leder hergestellt. Jeden Abend nach dieser Arbeit schmerzten Hände und Finger. Lohn 3.-- Fr. für 5 Std. Kinderarbeit. Zuhause habe ich auf der alten BERNINA das Maschinennähen gelernt.

 

(ein *Wochenplätzli ist ein Ort, oder mehrere (Arbeitsstellen) wo wir als Kinder in der Schulfreien Zeit arbeiten gingen (gehen mussten). Rumhängen und nichts tun kannten wir nicht. War man fleissig und interessiert bei der Sache war es trotz allem (keine Freizeit) interessant. Ich hab jedenfalls nur profitiert und viel gelernt. Meine Wochenplätzli hatte ich bei... Privathaushalten / Autosattler / Möbel-Polsterei / Schmide / Mech.Werkstatt / Sattlerei Musikhaus / Landwirtschaft. Einige Jahre war man als Junge zusätzlich als "Mauser" aktiv. Jeden Morgen stellten wir auf weiten Feldern Mausefallen und sammelten. 1-2 mal am Tag wurden die toten Mäuse gesammelt und zum Werkhof gebracht wo man für jede Maus 20Rp. bekam. So gab es etwas Geld für die Haushaltkasse und den Bauern war auch gehofen.

 

Alles aus Büchern selbst gelernt

Nähkurse besuchte ich nie. Das hab ich mir durch ausprobieren aus Büchern alles selber beigebracht. Für den Anfang muss man auch nicht viel Geld ausgeben. Gute Bücher gibt es zu Hunderten ganz billig im Brockenhaus und zum lernen steht das gleiche drin wie in den neuen. Etwa fünf Jahre lang habe ich in den 1990er Jahren - rein Hobby-mässig - ausgefallene Designer-Kinderjeans entworfen und genäht, die dann in einer Kinder-Boutique verkauft wurden. Alles genäht mit meinen alten Bernina Maschinen.


Für Anfänger (und auch Nähmaschinen süchtige) dienen noch gut funktionierende BERNINA Modelle wie die ganz alte 530Record und 730Record... oder die Modelle aller 800er und 900er Baureihen ausgezeichnet. Vorzugsweise die nova900 und die 930Record electronic.

Nun nach Jahren bin ich Frühpensionär und habe mein Näh-Hobby wieder vermehrt aktiviert, nähe jetzt auch allerlei Geschenkartikel, Puppen, Taschen, Kleinzeug usw.

  

 

Mit Karl Friedrich Gegauf hat alles begonnen

Das ist die BERNINA Geschichte, der einzigen überlebenden Nähmaschinenmarke der Schweiz, die schon in ihren Anfangszeiten die Welt der Nähtechnologie revolutionierte.

BERNINA - Entstehung und Entwicklung der Firma

am schönen Bodensee in Steckborn in der Schweiz

 

Alles begann damit, als der 1860 in Wahlwies/Baden Würtemberg geborene, gelernte Mühlenbauer Karl Friedrich Gegauf (Vater von Fritz und Gustav) von Tägerwilen, wo er eine kleine Stickerei betrieb, im Jahre 1890 nach Steckborn umsiedelte und dort - als begabter Techniker und Konstrukteur, was er war - seine Ideen zur Konstruktion versch. Nähmaschinen weiterführte.


Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Feldbach - auf einer kleinen Landzunge des Bodensees, dort wo heute das Hotel Feldbach steht -  welches seit der Auflösung im Jahre 1848 der Gemeinde Steckborn gehörte und seither als Gewerberäume vermietet wurde - diente auch den Gegauf Brüdern als Fabrikationswerkstatt und Stickerei, welche sie ebenfalls 1890 in den westlichen Säälen des ehemaligen Klosters eingerichtet haben.

Hier fabrizierten die 'Gebrüder Gegauf' Georg + Karl Friedrich auch Handstrickapparate die sie ebenfalls auch im eigenen Betrieb einsetzten. 1895 brannte das ganze Kloster ab und die Gegaufs verlegten ihren Arbeitsbereich ins "Weierhaus" in eine Scheune im Städtchen. 1912 zog die Firma Gegauf in den Neubau im "Grünen Haus" auf dem südlichen Areal. 

 

Seine frühere Tätigkeit als Monteur in der Strickmaschinenfabrik Baum in Rohrschach, führte Karl Friedrich Gegauf unter anderem in die USA, Frankreich, Italien usw. In dieser Zeit begann er eigenständig eine Monogrammstickmaschine zu entwickeln, die jedoch erst später in Tägerwilen und in Steckborn in seiner kleinen Stickerei zum Einsatz kam. Hier konnte er seine erste Monogrammstickmaschine vorstellen.

 

Die eigene Stickerei wurde nach dem Brand nicht mehr weitergeführt damit mehr Zeit zur Verfügung stand und sich K.F. Gegauf vermehrt um die Entwicklung seiner Industriemaschinen kümmern konnte. Ziehl war, die umliegenden sich mehrenden Textilfabriken beliefern zu können (die bis anhin seine Erfindungen abgelehnt hatten).

K.F. Gegauf hatte wache Augen und einen scharfen Sinn für Zukünftiges.

Zu dieser Zeit gab es niemand der Stickereien ohne Hohlsaum herstellte. Die Ostschweiz war über Jahrzehnte das Mekka der Stickerei. St.Galler Stickereien sind noch heute weltbekannt. Gegauf hatte das natürlich alles schon längst beobachtet und ging nun daran zu diesem Zweck eine Maschine zu bauen. 

Seine Fähigkeiten hatten sich mittlerweile überall herumgesprochen. Der Ansporn war um so grösser als Gegauf von einer in St.Gallen beheimateten Gross-Stickerei den Auftrag erhielt, eine Maschine zu konstruieren mit der Hohlsäume schneller und billiger hergestellt werden können.

Gegauf A - 1. Hohlsaumstickmaschine der Welt

Nur knapp zwei Jahre später... im Frühjahr des Jahres 1893

präsentierte K.F.Gegauf die erste Hohlsaum Nähmaschine der Welt als seine zweite erfolgreiche Erfindung. Eine grosse Anzahl Fabrikanten waren bei den Vorführungen begeisterte Zuschauer. Die Maschine wurde mit der Patent No. 4670 registriert. Sie nähte 1000 Stiche pro Minute.

Eine überaus komplexe Maschine: Sie arbeitet mit zwei Schiffchen und zwei Nadeln, die jede für sich eine Bewegung ausführt. (ähnlichkeit mit ZickZack Bewegung)


Noch bevor die Serienproduktion gestartet werden konnte brannte (wie oben schon beschrieben) die Fabrik 1895 ab. Nach dem Umzug in neue Räumlichkeiten wurden nur noch Stick- und Nähmaschinen produziert. Im Jahr 1900 waren die Gegauf Maschinen in der ganzen Welt bekannt. In diesem Jahr kamen auch die Gegauf Mod. D+F, auf den Markt, Hohlsaummaschinen für die Konfektionsindustrie in USA und Europa. Karl F. Gegauf führte die Firma als techn. Leiter zusammen mit seinem Bruder Georg, der leider bereits 1916 verstarb, worauf die Firma in Gegauf & Co. umbenannt wurde. Ab 1925 wurde die Gegauf-Fisa angeboten, sie nähte 2200 Stiche pro Minute, eine Revolution für Industriebetriebe. 

 

 

     Text wird noch ergänzt

 


Fritz Gegauf

HINWEIS: Es gibt Fachbücher, Archive und Veröffentlichungen mit leider nicht klar definierten 'Fakten', betreffend den Firmengründer Karl Friedrich Gegauf. So werden an einigen Stellen Fritz (Bild links) und Gustav als Gründer der Firma angegeben, was falsch ist.

Gründer ist Karl Friedrich (Vater von Fritz und Gustav) - geb. 1860 in Wahlwies/DE, (Bild oben) sein Sohn Fritz Gegauf wurde geb. 1893 in Steckborn. - Karl Friedrich Gegauf wirkte einige Jahre zusammen mit seinem Bruder Georg (G+F, Georg + Friedrich) ... Die Namen sollten nicht verwechselt werden mit Gustav + Fritz Gegauf G+F (die beiden jüngeren Söhne von K.Friedrich Gegauf).  Es könnte sein dass Friedrich Gegauf nach seiner Einbürgerung 1907 ...manchmal von seinem schweizer Umfeld auch Fritz genannt wurde (?).

 

Wie oben bereits angeführt, sind einige anerkannte Fachbücher und Veröffentlichungen leider in ihren Aussagen ungenau und mit Fehlern behaftet. ( mangelhafte Recherche )

 

Randbemerkung zur wirtschaftlichen Situation um 1900.

Bis um die Jahrhundertwende liessen die Menschen ihre Kleider in einem der unzähligen Schneidermeister Betriebe anfertigen. (wer es sich leisten konnte). Alles wurde von Hand genäht... denn vor dem ersten Weltkrieg (1914-1918) kannte man keine Kleidergeschäfte wie es heute selbstverständlich ist. Massenproduktion war ohne Nähmaschinen nicht möglich. Taugliche Nähmaschinen für die Textilindustrie gab es erst ab ca. 1880/90 und die konnten sich nur wenige Schneidereien leisten.


Die Massenproduktion begann erst ab 1900 und die meisten der schon bestehenden Bekleidungshersteller liessen unrentable Vorfertigung von Einzelteilen wie Gürtelschlaufen oder Knöpfe annähen und dergleichen von billigen Heimarbeiterinnen erledigen... die alles von Hand nähten. (das ging so bis Ende der 1940er Jahre). Tausende Familien weltweit (Frauen und Kinder) betätigten sich seit Beginn der Industrialisierung um 1850 mit Heimarbeit und verdienten sich so ein kleines Zubrot, während der Vater irgendwo in einer Fabrik oder auf einer der tausenden Baustellen des Landes 11-12 Std. schuftete.. In den damals meist kinderreichen Familien musste jeder mithelfen. - Bis in die 1930er Jahre war es üblich dass Hausfrauen die Kleider für die Familie soweit möglich selber anfertigten. 


Nach dem erscheinen perfekt laufender Industriemaschinen auf dem Markt, schossen überall auch Textilfabriken wie Pilze aus dem Boden...  Die Arbeitszeit in den Fabriken dauerte meist 11 Std. am Tag, 6 Tage pro Woche. (bis in die 1930er Jahre) Die Löhne waren gering, Frauen bekamen weniger als Männer. Beispiel: in DE lag der Tagelohn eines gut bezahlten Arbeiters zu dieser Zeit bei 9-12 Mark. Eine Frau bekam 4-5 Mark für gleiche Arbeiten. Es ist falsch zu sagen Frauen verdienten 5 DM pro Tag... DENN verdient hätten sie viel mehr... bekommen aber nicht.  Feierabend hatten sie nie, Zuhause wartete die hungrige Familie, Hausarbeit usw. 

 

In den 1920er Jahren wurde die Kunstseide eingeführt und überall entstanden kleinere und grössere Fabriken. Kunstseide ist jedoch für Hohlsäume nicht geeignet, also was tun. Nun wurde 1923 in Steckborn auch noch eine erste Kunstseidenfabrik in Betrieb genommen.

Für K.F.Gegauf war das jedoch keineswegs Konkurrenz, er dachte schon weiter. Er sa sich die Sache an und überlegte welche Arbeiten man mit einer Maschine erledigen könnte.

 

Aus seiner Sicht sollte man das unterbinden der Garnstrange - das sog. Fitzen - mit einer Maschine erledigen. Also entwarf er eine Fitzmaschine und schickte sich an eine solche zu bauen. Doch noch vor Fertigstellung der ersten Fitzmaschine verstarb K.F.Gegauf 1926 und seine Söhne Fritz und Gustav übernahmen die Firmenleitung. Sie erwiesen sich keineswegs weniger kreativ als ihr Vater und vollendeten sein begonnenes Werk. Die Fitzmaschinen brachten der Firma einige Jahre Erfolg.

 

Als dann später die Nachfrage nach Fitzmaschinen immer mehr zurück ging liess sich Fritz Gegauf etwas einfallen. Pro Jahr wurden damals aus Deutschland und England ca. 20'000 Haushaltnähmaschinen importiert.

 

 

 

weitere infos sind in Vorbereitung... werden in Kürze hinzugefügt

 

 


Fritz Gegauf war (mit Recht ) der Meinung diese Maschinen sollten für die Schweiz auch hier gebaut werden und so entstanden Pläne für die erste Haushaltnähmaschine von Gegauf.  Mit dem "neuen" Markennamen BERNINA kam dann 1932 das Modell 105 auf den Markt. BERNINA war gleich von Beginn an der Inbegriff für Qualität. Auch die Haushaltmaschinen waren nach Industriestandard gebaut was ihnen eine enorme Lebensdauer bescherte. Sie waren von jeher sehr leise,  laufruhig und stark. Noch heute, fast 50 Jahre später sind die alten 530er und 730er gefragte Modelle. Auch alte Tretmaschinen (ohne Motor) wurden zu Tausenden in Entwicklungsländern wieder für den täglichen Einsatz zum Leben erweckt.

 

1938 folgte die erste Zick-zack Haushaltmaschine Mod. 117, dann 1943 folgte das Mod.121 die erste elektrische Freiarm Maschine, 1949 die gleiche Maschine als Modell 125.. als die erste Freiarm Zick-Zack und 1954 kamen die allseits beliebten 530er Modelle auf den Markt, mit patentiertem Wechselfuss und Knopfloch-Halbautomat.

 

Ab 1963 wurde die 730er gebaut. Eine Super Maschine mit pat. Nähfuss-Hebebügel welcher mit dem Knie bedient werden konnte. Die Freiarmmaschinen hatten alle ein anklappbares Tischchen welches als grosse Arbeitsfläche diente. 1971 kam die 830er, die erste mit elektronischem Fusspedal. Sie war 11 Jahre lang der Renner.


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Dann 1982 die erste 930er, Erste BERNINA mit Stretch-Stich-Funktion und extra starkem Motor. So ging die Erfolgsgeschichte weiter mit immer besseren Maschinen. 1986 folgte Mod.1130 die erste Vollelektronische, danach die 1230, 1630, artista 180, activa 145, artista 200, aurora 440 QE, artista 730 im Jahr 2006, und 2009 die neue BERNINA 830, keine Nähmaschine, nein dies sind die schnellsten und innovativsten High-End Näh und Stick Systeme auf dem Markt. 

Die seit 2010/2011 lancierten Modelle B330/B350/B380 (quasi als activa Nachfolger) und die innovativeren Modelle B530/B550 sind handliche vollelektronische Maschinen nicht nur für gelegentlichen Hausgebrauch, teilweise auch im unteren BERNINA Preissegment.

 

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Fritz Gegauf starb 1980. Seine Tochter Odette Ueltschi die seit 1959 an der Seite ihres Vaters mitgewirkt hatte, übernahm 1979 als Präsidentin die Leitung der Firma und übergab diese im Jahre 1988 an ihren Sohn Hanspeter Ueltschi, der das Unternehmen bis heute erfolgreich führt. 1990 wurde in Thailand ein Werk zur Herstellung von Einzelteilen gebaut.

Zusammenbau der Maschinen, Qualitäts- und Endkontrolle wird alles im Werk Steckborn in der Schweiz - dort sind rund 350 Mitarbeiter/innen tätig - durchgeführt. BERNINA ist die einzige Nähmaschinenfirma Europas (von ursprünglich weit über 350) die als nach wie vor eigenständiges Familienunternehmen das 21. Jahrundert erreicht hat. Sie überlebten als traditionelles Familienunternehmen bis heute, dank innovativer Köpfe und unaufhörlichem Unternehmergeist, meisterten dadurch alle Hürden und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der letzten Hundert Jahre. 

Das wichtigste Merkmal des Erfolges ist bestimmt die stets extrem hohe Qualität ihrer Produkte und der Umstand, dass die Firma immer ein Familienunternehmen geblieben ist. Es bleibt den zukünftigen Generationen zu wünschen, dass auch sie dies beizubehalten vermögen.

 


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