Nähmaschinen made in Switzerland
leise.. präzise.. und bärenstark . . . . simply the best
Unterhalt und self Service
Wer seine alte BERNINA selber reparieren
möchte findet hier für alles Anleitung.
Das ist die BERNINA Geschichte, der einzigen überlebenden Nähmaschinenmarke der Schweiz, die schon in ihren Anfangszeiten die Welt der Nähtechnologie revolutionierte.
Mit Karl Friedrich Gegauf hat alles begonnen
BERNINA - Entstehung und Entwicklung der Firma
am schönen Bodensee in Steckborn in der Schweiz
Alles begann als Karl Friedrich Gegauf - Vater von Fritz und Gustav - im Jahre 1893 seine erste Monogramm Stickmaschine entwickelte. Seine zweite Erfindung, die erste Hohlsaum Nähmaschine der Welt wurde mit der Patent No. 4670 registriert. Diese Maschine eroberte die Welt. Er führte als technischer Leiter die Firma zusammen mit seinem Bruder welcher leider bereits im Jahre 1917 verstarb.
In den 1920er Jahren wurde die Kunstseide eingeführt und überall entstanden kleinere und grössere Fabriken. Kunstseide ist jedoch für Hohlsäume nicht geeignet, also was tun. Nun wurde 1923 in Steckborn auch noch eine erste Kunstseidefabrik in Betrieb genommen.
Für K.F.Gegauf war das jedoch keineswegs Konkurrenz, er dachte schon weiter. Er sa sich die Sache an und überlegte welche Arbeiten man mit einer Maschine erledigen könnte.
Aus seiner Sicht sollte man das unterbinden der Garnstrange - das sog. Fitzen - mit einer Maschine erledigen. Also entwarf er eine Fitzmaschine und schickte sich an eine solche zu bauen. Doch noch vor Fertigstellung der ersten Fitzmaschine verstarb K.F.Gegauf 1928 und seine Söhne Fritz und Gustav übernahmen die Firmenleitung. Sie erwiesen sich keineswegs weniger kreativ als ihr Vater. Die Fitzmaschinen waren einige Jahre ein Erfolg.
Als dann später die Nachfrage nach Fitzmaschinen immer mehr zurück ging liess sich Fritz Gegauf etwas einfallen. Pro Jahr wurden damals aus Deutschland und England ca. 20'000 Haushaltnähmaschinen importiert.
Fritz Gegauf war (mit Recht ) der Meinung diese Maschinen sollten für die Schweiz auch hier gebaut werden und so entstanden Pläne für die erste Haushaltnähmaschine von Gegauf. Mit dem "neuen" Markennamen BERNINA kam dann 1932 das Modell 105 auf den Markt. BERNINA war gleich von Beginn an der Inbegriff für Qualität. Auch die Haushaltmaschinen waren nach Industriestandard gebaut was ihnen eine enorme Lebensdauer bescherte. Sie waren von jeher sehr leise, laufruhig und stark. Noch heute, fast 50 Jahre später sind die alten 530er und 730er gefragte Modelle. Auch alte Tretmaschinen (ohne Motor) wurden zu Tausenden in Entwicklungsländern wieder für den täglichen Einsatz zum Leben erweckt.
1938 folgte die erste Zick-zack Haushaltmaschine Mod. 117, dann 1943 folgte das Mod.121 die erste elektrische Freiarm Maschine, 1949 die gleiche Maschine als Modell 125.. als die erste Freiarm Zick-Zack und 1954 kamen die allseits beliebten 530er Modelle auf den Markt, mit patentiertem Wechselfuss und Knopfloch-Halbautomat.
Ab 1963 wurde die 730er gebaut. Eine Super Maschine mit pat. Nähfuss-Hebebügel welcher mit dem Knie bedient werden konnte. Die Freiarmmaschinen hatten alle ein anklappbares Tischchen welches als grosse Arbeitsfläche diente. 1971 kam die 830er, die erste mit elektronischem Fusspedal. Sie war 11 Jahre lang der Renner.
Dann 1982 die erste 930er, Erste BERNINA mit Stretch-Stich-Funktion und extra starkem Motor. So ging die Erfolgsgeschichte weiter mit immer besseren Maschinen. 1986 folgte Mod.1130 die erste Vollelektronische, danach die 1230, 1630, artista 180, activa 145, artista 200, aurora 440 QE, artista 730 im Jahr 2006, und 2009 die neue BERNINA 830, keine Nähmaschine, nein dies sind die schnellsten und innovativsten High-End Näh und Stick Systeme auf dem Markt.
Fritz Gegauf starb 1980. Seine Tochter Odette Ueltschi die seit 1959 an der Seite ihres Vaters mitgewirkt hatte, übernahm 1979 als Präsidentin die Leitung der Firma und übergab diese im Jahre 1988 an ihren Sohn Hanspeter Ueltschi, der das Unternehmen bis heute erfolgreich führt. 1990 wurde in Thailand ein Werk zur Herstellung von Einzelteilen gebaut.
Zusammenbau der Maschinen, Qualitäts- und Endkontrolle wird alles im Werk Steckborn in der Schweiz - dort sind rund 350 Mitarbeiter/innen tätig - durchgeführt. So überlebte ein traditionelles Familienunternehmen bis heute, Dank innovativer Köpfe und unaufhör-lichem Unternehmergeist alle Hürden und wirtschaftlichen Schwierigkeiten der letzten Hundert Jahre.
Das wichtigste Merkmal des Erfolges ist bestimmt die stets extrem hohe Qualität ihrer Produkte. Es bleibt den zukünftigen Generationen zu wünschen, dass auch sie dies beizubehalten vermögen.
Mein BERNINA Baby Nr. 1
Modell 930 electronic
Meine Nähwerkzeuge sind immer noch
eine BERNINA 930 electronic
Erste mit Stretch-Stich-Funktion
Wurde gebaut von 1982 - 1986
Die ganze, über jahrezehnte bewährte
Technik ist ähnlich den Vorgängermodellen.
Obwohl oft im Einsatz sieht sie immer
noch genau so aus wie aus dem Laden.
Die erste mit elektron. Fusspedal Starter
Die "alten" 830er ..gebaut von 1971-1982 waren die Nachfolger der 730er Serie.
Diese sehr beliebte Maschine war elf Jahre lang das Spitzenmodell bei Bernina.
Präzise wie alle BERNINA, mechanisch robuste Technik und im Innern der 730er ähnlich.
Seit 2009 gibt es wieder ein Modell 830. Ein Super Näh- + Stickcenter.
Mein BERNINA Baby Nr. 2
Modell 730 die erste mit pat. Kniehebel-Nähfuss-Heber
Die erste BERNINA mit patent. Ansteck-Nähfuss
BERNINA 530 erste mit patentiertem Ansteck-Nähfuss und Knopfloch Halbautomatik
Dieses Modell gab es mit Fusspedal oder Kniehebel-Starter.
Vom Modell 530er und 730er habe ich in meiner Freizeit ca. 1000 Stk. gesammelt, davon rund 700 Stk. repariert und revidiert und sie anschliessend an Kliniken, Schulen, Spitäler, Kinder und Altenheime in Entwick-lungsländer - die von schweizer Hilfswerken betreut werden - verschenkt.
1945 Die erste BERNINA Freiarm-ZickZack
Das Modell 125 mit gleichem Gehäuse wie
die 121er erschien 1945 auf dem Markt und
war die erste Freiarm-Zick-Zack Bernina.
Diese Maschinen hatten noch kein Fusspadal
als Anlasser. Der Chrombügel wird herunter-
geklappt und dient als Start-Stop Schalter.
Er wird mit dem Knie bedient.
1963 hatte dann die 730er Serie an dieser Stelle einen Bügel zum heben des Nähfusses mit dem Knie und die Hände blieben frei.
1943 Die erste BERNINA mit Freiarm
Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss... sang einst Udo Jürgens. Dies trifft auch auf dieses Maschinchen zu.
Bernina Mod. 121, gebaut ab 1943
die erste Freiarm Maschine.
Revidierte laufen noch "wie geschmiert".
1 = Stichlängenverstellung und Rückwärtsgang.
2 = Heben und absenken des Transporteurs.
3 = Anlasser... Start-Stop mit Kniehebel.
1938 Die erste BERNINA mit ZickZack Stich
Modell 117 K
1938-1960..Modell 117K / 117L
Erste BERNINA mit ZickZack Stich
Diese Maschinen kriegt man nie tot
egal was man damit auch macht.
1932 Erste BERNINA Haushaltmaschine
Mod.105..1932
1932-1953...Modell 105
Erste Haushalt Nähmaschine
mit Marken-Namen BERNINA
Vorh. Modelle hiessen Gegauf
und waren Industriemaschinen.
Mein erster Kontakt mit BERNINA
Im Jahre 1964 hatte ich zum ersten mal Kontakt mit diesen Maschinen. Seit damals bin ich ein Bernina-Fan.
Zu Hause hatten wir eine Bernina Tretmaschine von der ich fasziniert war wenn ich unserer Mutter beim Nähen zuschaute. Sie war darin sehr geschickt und nähte alle unsere Kleider selber. Vögele, H&M, C&A usw. kannte man noch nicht... und wenn hätte das Geld nicht gereicht. Zu dieser Zeit war es allgemein üblich dass die Frauen viele Kleider selber nähten.
Nun organisierte unser Lehrer eine Reise an den Bodensee mit Besuch der Bernina Näh-maschinenfabrik Fritz Gegauf AG in Steckborn. Unsere ganze Klasse, wir waren insgesamt 34 Schüler/innen, wurde in drei Gruppen aufgeteilt und so durch alle Abteilungen geführt.
Die elektrischen Bernina Maschinen -die 730er Serie war gerade in Produktion- waren mit einem aufklappbaren Gehäusedeckel versehen so dass man die ganze Mechanik sehen konnte... endlich konnte ich mal das "Innere" einer Maschine bestaunen. Die Funktionsweise wurde uns erläutert, wobei ich ehrlich sagen darf dass ich beinahe der einzige der Jungs war der sich dafür wirklich interessierte.
Mehrmals mussten sie mich rufen oder suchen wenn ich fasziniert von diesen Maschinen in einer Abteilung stecken blieb, damit beschäftigt einer ebenfalls an Technik sehr interes-sierten Klassenkameradin die Maschine zu erklären. Dann vergassen wir uns als auch noch ein "alter" Mann uns verschiedene Funktionen demonstrierte. Ich war begeistert dass sich auch Mädchen für Technik interessieren können. - Sie wurde später Handarbeitslehrerin - und ich fasste an dieser Stelle den Entschluss, das Nähen mit der Maschine zu lernen.
Von Hand Nähen konnte ich schon verschiedenes. In meinem "Wochenplätzli" beim Sattler nähte ich jede Woche an zwei schulfreien Nachmittagen Rucksäcke und allerlei verschie-dene Taschen fürs Militär, seit ich 11 Jahre alt war. Das war harte Arbeit, nicht so leicht wie später mit den Textilstoffen. Jeden Abend nach dieser Arbeit schmerzten Hände und die Finger. Lohn 2Fr. für 5 Std. Kinderarbeit. Also hab ich es auch mit der Maschine gelernt.
Hinweis für solche die es lernen wollen...
Kurse besuchte ich nie. Das kann man alles auch selber lernen und viel Geld ausgeben muss man dafür auch nicht. In den über 330 Brockenhäusern der Schweiz gibt es Hunderte Bücher für 1-2 Franken, übers Nähen mit der Maschine und Handarbeiten. Auch in 10-20 Jahre alten Büchern ist oft das gleiche drin wie in neuen. Etwa drei Jahre habe ich (rein hobbymässig) auch Kinderjeans kreiert, entworfen und genäht, die dann in einer Kinder-boutique verkauft wurden.
Will man professionell arbeiten ist eine solide Grundausbildung bestimmt empfehlenswert.
Noch heute macht es mir echt Spass mit einer Nähmaschine zu arbeiten.
